Die Gelassenheit der Stoiker

15.7.2015. Die antiken Stoiker wie Epiktet beschrieben eine Gedankenwelt der Gelassenheit, die nichts mit tatenloser  Passivität zu tun hat.

Jeder Mensch hat Wünsche, Ziele, die sich nicht erfüllen lassen. Die Mehrheit reagiert auf Enttäuschungen mit Unzufriedenheit, Zorn oder Depressionen. Der Stoiker jedoch kämpft für seine Ideen, aber  wenn er ihre Aussichtslosigkeit erkennt, verzichtet er darauf, verwendet seine Kraft für andere Themen und findet eine innere Gelassenheit..

Ein Mittel zu dieser Bewusstseinsstufe ist die Meditation, für deren Erkenntnis  selbst Buddha viele Jahre brauchte. Als reicher Königssohn war er von materiellem Prunk und Überfluss umgeben, fand in der vergänglichen Welt des Äußerlichen aber keine Zufriedenheit. Er lernte es, alles Oberflächliche und Wertlose in seinen Gedanken abzustreifen und sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Zum Beispiel kann Straßenlärm oder das Stimmengewirr in einem überfüllten Wirtshaus das Nachdenken stören. Nicht aber  bei der Meditation, die solche Ablenkungen  in den Hintergrund schiebt und zwischen Gleichgesinnten  einen entspannten Gedankenaustausch auslöst. Dieses Denken ist an keine äußerliche Bedingung, keinen bestimmten Ort  gebunden.  Selbst auf einem lärmenden Volksfest  oder im Gewimmel eines Strandbades gelingt es oder man nimmt bewusst die Flut der wechselnden Einflüsse wahr. In den Gedanken trennt sich Wesentliches vom Unwichtigen, und selbst kleine Auffälligkeiten können eine größere Bedeutung bekommen, wenn aus sprachlichen oder logischen Fehlern erkennbar wird, was ein Gesprächspartner wirklich denkt, auch wenn er genau das verhindern wollte. Zum Beispiel, dass hinter einem übertriebenen Dauerlächeln sich ein heuchlerischer, hinterhältiger Charakter verbirgt.

Die tägliche Informationsflut aus einer Überfülle von Quellen verrauscht zunächst in den Tiefen des Gedächtnisses. Details blitzen auf wie Leuchttürme, doch auch der scheinbar vergessene Rest ist nicht völlig verschwunden, sondern ruht in der Tiefe des Unterbewusstseins, wartet darauf, wieder geweckt zu werden wie durch unterirdische Glockenklänge  um  neue Zusammenhänge zu schaffen, die Konturen blasser Nebelbilder zu schärfen und  zu gestalten. Sogar alles Bizarre, Absurde löst sich auf, wenn die Regeln, denen es gehorcht, erkennbar werden

Weitere Hinweise dazu findet man hier:

„In der Tiefe des Unterbewusstseins“

http://luft.mind-panorama.de/category/5-in-der-tiefe-des-unterbewusstseins/