Wünschenswerte Trennungen, Abschiede

13.10.2020. Selbst eine kurze Reise ist ein vorübergehender Abschied, wenn man sich viele Jahre gut kennt. Und die Zukunft ist ungewiss, zur Zeit auf der ganzen Welt, noch mehr als bisher.

Dabei sind Abschiede nichts Außergewöhnliches. Bei jedem Lebensabschnitt, bei Streitigkeiten oder wachsenden Missverständnissen. Dannwird eine Trennung unvermeidbar und auch notwendig, wenn Krisen endlich beendet werden müssen.

Das können nicht Alle. Gestörte Charaktere, Betrüger und andere Gauner wollen das nicht, Dann setzt das Stalking ein. Das Belästigen und heimliche Ausschnüffeln eines Opfers. Smartphones werden in Autos versteckt und die Mikrofone per Fernsteuerung eingeschaltet, um immer den aktuellen Standort des Gesuchten und seine privaten Gespräche festzustellen, über das Mobilfunknetz. Das ist streng verboten, wird aber trotzdem gemacht. Man kann so auch Lebensgewohnheiten ausforschen, den gesamten Bekanntenkreis und falsche Gerüchte verbreiten. Das ist Stalking. Eine Straftat, die auch hohe, grenzwertige Entschädigungsforderungen ganz leicht begründet.

Anständig Abschied nehmen kann man auf dem Friedhof. Oder sehr oft, eigentlich ganz einfach, im Alltagsleben. Bei freiwilligen Kündigungen, wegen eines von lügenden Intriganten vergifteten Betriebsklimas. Bei einem Wechsel in eine andere Stadt, wo man nur noch neue Leute trifft. Oder bei der Konzentration auf ganz andere, viel wichtigere Themen.

Am meisten lernt man durch Vergleiche zwischen Vergangenheit und Gegenwart, denn da wiederholt sich Vieles. In unterschiedlichen Situationen erkennt man trotzdem die gleichen Abläufe und deren Motive, Ursachen. Ein menschlicher Charakter ändert sich nie, auch wenn es schlaue Täuschungsversuche gibt, die man immer schneller erkennt, an Auffälligkeiten, gesetzlichen Regelverstößen und vielen falschen Bewertungen.

Daraus ergibt sich eine Sündenliste, deren absichtliche, umständlich geplante Schieflage gedämpft werden kann. Oder Experten übernehmen das, leider oft auch mit eigenen Wissenslücken und unklaren Blicken. Das chaotische Gewurstel nützt dann nur den Tätern.

Aber das hört auf. Die elektronischen Datenflüsse werden immer transparenter und leichter durchschaubarer. Wenn Jemand viel zu unruhig ist, ständig kichert und belangloses Zeug schwätzt, dann wird die Realität nur noch in zusammengewürfelten Bruchstücken erkannt. Trotzdem fallen Viele darauf herein. Weil selbst übertriebene, aufdringliche Freundlichkeit und neugierige Anteilnahme als Menschlichkeit missverstanden wird.

Einmal musste ich einer kleinen Firma kündigen, obwohl sie nie Probleme gemacht hatte. Unsere Firma wollte das gemietete Grundstück nur ganz anders auswerten. Im Prozess saß die junge Chefin weinend neben ihrem Ehemann und sagte zur mir, „Haben Sie doch Mitleid mit uns!“ Da ging aber nicht, weil die Firmenleitung andere Entscheidungen getroffen hatte, gegen die ich nichts machen konnte – und wollte, weil sie richtig waren, in diesem Fall.

„Tränen lügen nicht,“ heißt ein sentimentaler alter Schlager. Aber das stimmt nicht. Tränen können auch vorgetäuscht sein, um ungerechte Vorteile raffiniert auszunutzen. Wenn das zutrifft, kommt es auch noch zu ganz anderen Extremen. Aber dafür ist hier kein Platz.

Sein altes Erfolgslied singt jetzt Michael Holm:

https://www.youtube.com/watch?v=7grORBI4fJ8

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