Alf Weila Wa Leila

8.9.2016. „Alf Weila Wa Leila.“ Der junge irakische Friseur wusste nicht, was das bedeutet. Es ist der arabische Originaltitel der Märchen aus 1001 Nacht, die schon vor über tausend Jahren entstanden. Es scheint jetzt eine Genaration heranzuwachsen, die ganz andere Sorgen hat, ganz andere Themen als Phantastereien und alte, frei erfundene Geschichten.

Doch die tägliche Überfülle an neuen Nachrichten bringt eher Verwirrung als Klarheit. Das politische Chaos führt zu immer neuen Problemen, die unlösbar erscheinen. Das war einmal übersichtlicher. Vor dem Auftauchen der ersten Schriftsprache wurden Bilder zur Darstellung abstrakter Gedanken verwendet, wie die dreitausend Jahre alten ägyptischen Hieroglyphen. Kann man solche Symbole entschlüsseln, entfalten sie wieder ihre ursprüngliche Macht.

Heute werden die phantastischen frühen  Bilder aus Bagdad und seinen Nachbarländern gern als Thema von Kinderbüchern verniedlicht und haben auch da eine starke Wirkung. Allerdings ist das nur ein winziger Ausschnitt. Die vollständige Gesamtausgabe umfasst – je nach Verlag – zwölf umfangreiche Bände und enthält tiefe Erkenntnisse zur Philosophie, Psychologie und allen universalen Themen, die das Wahrnehmungsvermögen des Menschen erreichen, bewegen und Ideen auslösen, die sich auch in der Realität verwirklichen lassen. .

Im Jahr 1974 verfilmte Pier Paolo Pasolini die alte orientalische Märchensammlung an Originalschauplätzen. Sein Meisterwerk beginnt mit einem Zitat aus dem Werk.“Die Wahrheit liegt nicht in einem einzigen Traum, sondern in vielen Träumen.“ Hier ist ein Ausschnitt davon:

https://www.youtube.com/watch?v=HzC04rauJt0

Dass es eine Klassische arabische Musik gibt, ist nicht allseits bekannt. Außerdem ist sie für europäische Ohren gewöhnungsbedüftig, die mit Mozart, Beethoven und Richard Strauss aufgewachsen sind. Doch das folgende Lied ist im ganzen Orient weit verbreitet:  

Oum Kalthoum (1904 – 1975) singt „Alf Weila Wa Leila“

https://www.youtube.com/watch?v=ul4z6sLnXYY

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