Baker Street

29.5.2016. Die englische Hauptstadt London ist Thema unzähliger Texte und Filme. Doch erst, wenn man vor Ort ist, lernt man sie besser kennen. Das Parlament mit dem Glockenturm „Big Ben“ ist gar nicht so weit entfernt vom Buckingham Palast. In Soho am Leicester Square sind viele Kinos, deren Premieren die englische Königin früher oft besuchte. Die meisten Straßen kennt kein Tourist, bis sie plötzlich in einem Lied thematisiert werden. Zum Beispiel die Baker Street. Die Wikipedia weiß darüber: „Bekannt geworden ist die Baker Street durch die 1886/1887 entstandene Romanfigur Sherlock Holmes.“ Die Einsamkeit in der englischen Riesenstadt an der Themse ist Thema des Lieds „Baker Street“von Gerry Rafferty:

„This city desert makes you feel so cold, its got
so many people but its got no soul.
Way down the street there’s a light in his place
you open the door, he’s got that look on his face
and he asks you where you’ve been, you tell him who you’ve seen
and you talk about anything.
And when you wake up it’s a new morning
the sun is shining it’s a new morning
and you’re going, you’re going home.“

Wenn man dieses Lied in einem Londoner Bistro hört, hat es eine ganz eigene, starke Wirkung, vor allem durch das eindringliche Saxophon-Solo. Hier kann man das erleben:

https://www.youtube.com/watch?v=x-Yi762sQTo

Die englische Königin kam früher sehr gern zu den Premieren der James-Bond-Filme am Leicester Square, wo ihr nach der „Royal Performance“ die Hauptdarsteller der Agentenfilme persönlich vorgestellt wurden. Natürlich war die Handlung frei erfunden, aber mit den raffiniertesten technischen Tricks verbunden, und der Erfinder Ian Fleming war tatsächlich Geheimagent.

Die Kinoserie begann Anfang der Sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts und läuft seit fünfzig Jahren immer noch, ist aber inhaltlich stark verflacht und wiederholt ihre Spezialeffekte.Die Einfallslosigkeit ist auch ein Hauptmotiv der heutigen Filmindustrie. Die gesamte Medienbranche ist bei jungen, gutaussehenden Leuten sehr beliebt, hat aber für die anstürmenden Massen an Kandidaten nur an Minimum an Arbeitsplätzen vor allem im Bereich der Nebenrollen und Statisten. Auch das Monumentalgebäude der Münchner Filmhochschule im Museumsviertel hat viel Platz und überwiegend Studenten, die später keinen Arbeitsplatz finden. Man trifft sie überall. Junge Wirtshauskellner, die gern „Medien-Manager“ werden möchten. Und andere.

Hollywood hat vor hundert Jahren mit riesigen, mühsam aufgebauten, gigantischen Filmdekorationen begonnen und echten Menschenmassen, die in „Ben Hur“ und „Cleopatra“ die größten Leinwände füllten. Heute reicht dafür ein Computerprogramm und ein Laptop. Alles sieht dann glasklar, täuschend echt aus, aber an Kleinigkeiten sind die Tricks schnell erkennbar. Die künstliche Realität wird in Zukunft viele Filmarchitekten überflüssig machen. Und Kostümbildner. Beleuchter. Kameraleute. Um Schauspieler älter oder jünger zu machen, braucht man keine Visagisten, die ihre Gesichter (franz. „Visagen“) mit altem Schminkfett verändern. Das können die Computer schneller. Die Überfülle von Fernsehprogrammen führt dazu, dass die Drehbücher immer ähnlicher und austauschbarer werden, zum Beispiel die „Tatort“-Krimis im Fernsehen. Um so erfrischender war es vor einem halben Jahr im Gasteig-Kulturzentrum, mit einem echten „Tatort“-Redakteur ins Gespräch zu kommen, der für die Betreuung von Statisten zuständig war  und sich auskannte.

Eine Thema ohne Ende. Die Technik hat sich bei den Traumfabriken in den Vordergrund gedrängt. Künstlerische Phantasie und Begabung sind manchmal kaum noch zu erkennen. Das Element des Irrationalen, des Traumes hatte vor hundert Jahren seine Meister in den Surrealisten. Salvador Dali malte fotorealistisch genau, aber seine Bildelemte rührten an die Tiefenschichten des Wahrnehmungsvermögens, lassen sich logisch deuten und überwältigen noch heute.  Hier nur ein paar Beispiele:

https://www.google.de/search?q=salvador+dali&biw=944&bih=557&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiE_KmphYLNAhUBBBoKHaAkAeMQ_AUIBigB&dpr=1#tbm=isch&q=salvador+dali+werke 

Von Träumen handeln viele Lieder, ganz einfache und sehr anspruchsvolle. Beides ist sogar gleichzeitig möglich.

Tiana Lemnitz singt „Träume“, im Kriegsjahr 1944:

https://www.youtube.com/watch?v=mrKxbDFgkXg

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