Das Geheimnis der Ziffern Null und Eins

13.12.2015. Das Geheimnis der Ziffern Null und Eins besteht aus zwei Teilen: Die Null ist das Nichts, aus dem alles Leben entsteht und auch das buddhistische Nirwana, in dem sich Alles auflöst. Aber erst nach dem Samsara, dem mehrfachen Durchleben einer  sterblichen, mit Fehlern behafteten Existenz, die so lange wieder geboren und in den Kreislauf des Leidens zurückkehrt, bis sie den Zustand der Vollkommenheit erreicht und die Aufhebung aller Nichtigkeiten..

In Verbindung mit der Folgeziffer Eins entsteht eine  spannungsgeladene, universale, das Weltall beherrschende Energie – das Dualprinzip. Wie bei Plus und Minus, Null und Eins, die sogar die technisch physikalische Basis aller Computersprachen sind.

Seltsam. Der Mensch, alle aktuellen und vergangenen Krisen gehören zum Prinzip der Unvollkommenheit, schon seit prähistorischen Zeiten, also vor dem Beginn aller schriftlichen Aufzeichnungen mit der babylonischen Keilschrift und den ägyptischen Hieroglyphen.

Doch mächtiger sind die universalen Gesetze. Es gibt sie in schriftlichen Form, auf den Gesetzestafeln des orientalischen Herrschers Hammurabi und in den Zehn Geboten des Alten Testaments. Wer dagegen verstößt, wie so vieles trödelige Machwerk unserer heutigen Zeit, ist zum Untergang verdammt, auch wenn er sich lange an der Macht halten kann.

Jetzt ist es kurz nach zwölf Uhr mittags. Wir schauen nach Süden, wo das Tageslicht zu dieser Uhrzeit den höchsten Stand erreicht, so lange die Erde existiert. Solche Gesetzmäßigkeiten nicht zu beachten, auch wenn es sie nicht in schriftlicher Form gibt, führt zu weltweiten Krisen und Katastrophen. In allen Staaten, bei allen Kreaturen, vom Anfang bis zum Ende aller Zeiten.

Für das sterbliche Individuum endet die biologische Existenz mit dem körperlichen Tod. Doch auch das ist nicht alles. Die Seele vereinigst sich mit dem Universum. Und dafür gibt es ein unsterbliches musikalisches Beispiel.

Die weltberühmte Wagnersängerin Martha Mödl starb am 17.12.2001. Sie stand vorher offen im Münchner Telefonbuch und hat zwei Mal lange mit mir gesprochen.  Die Trauerfeier fand vor fast genau vierzehn Jahren in der Aussegnungshalle des Münchner Ostfriedhofs statt. Jeder konnte dort hingehen und unter den Gästen bekannte Persönlichkeiten des Musiklebens treffen . Zum ersten und letzten Mal habe ich dort den damaligen Bayreuther Festspielleiter Wolfgang Wagner persönlich in unmittelbarer Nähe gesehen, der sich völlig unauffällig benahm und keinen Platz in der ersten Reihe beanspruchte. Zum Schluss der Gedankfeier hörte man eine Aufzeichnung mit Martha Mödl. Sie sang den Liebestod aus „Tristan und Isolde“: Zitat:

„Seht ihr’s Freunde?  Seht ihr’s nicht?
Immer lichter  wie er leuchtet,
Stern umstrahlet  hoch sich hebt? Seht ihr’s nicht?
Wie das Herz ihm  mutig schwillt,
Wie den Lippen  süßer Atem  sanft entweht —
Hör ich nur  diese Weise,
die so wunder voll und leise,
Wonne klagend,  alles sagend,
mild versöhnend  aus ihm tönend,
in mich dringet,  auf sich schwinget,
Heller schallend,  mich umwallend,
Wie sie schwellen,  mich umrauschen,
soll ich atmen,  soll ich lauschen?
In dem wogenden Schwall,  in dem tönenden Schall,
in des Welt-Atems
wehendem All —
ertrinken,  versinken ,
unbewusst,
höchste Lust!“

Zum Gedenken an die bedeutendste Sängerin aller Zeiten, Maria Callas, hören wir jetzt den Liebestod in italienischer Sprache:

„Mild und leise, wie er lächelt“. „Dolce calma so ridente“

https://www.youtube.com/watch?v=Cg3pHkzUerc

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