Das Verstummen der Singvögel

21.9.2020. Seit Ende März sind die Singvögel verstummt. Alle Opernhäuser, Konzertgebäude, Musik-Großveranstaltungen wurden abgesagt, die Gebäude geschlossen.

Niemand hätte vorher geglaubt, dass das möglich ist. Aber es geht weiter. Einzelne Musiker schalten sich nur noch über Skype zusammen und singen für die Welt ein kostenloses Ständchen, ohne Orchester. Das ist gut gemeint, aber nur noch ein Schatten der vorherigen Möglichkeiten.

Das kann nicht immer so weiter gehen, aber es gibt nur wenige Proteste, ausgerechnet in den alten Ländern, die einen großen Konzertbetrieb aufgebaut und zu Recht immer daran verdient haben.

Wer fest angestellt ist, bekommt sein Geld auch weiter, dreht aber tatenlos Däumchen. Da macht unzufrieden. Und viele Sänger werden nur nach ihren tatsächlichen Auftritten auf der Bühne bezahlt. Jetzt leben sie vom Ersparten.

Das darf und muss nicht sein. Es gibt eine Menge zu tun.

Das Publikum darf, wegen des vorgeschriebenen Mindestabstands, nicht mehr in überfüllte Veranstaltungen, die bis zum letzten PLatz ausverkauft sind. Also muss eine maximale Gesamtzahl genehmigt werden, die genug freie Plätze und Sitzabstände möglich macht. Die übrigen Gäste müssen vor dem Beginn an andere Orte: Auf Pätze im Freien, mit sitzfesten Stühlen, in große Wirtshausgärten. In zusätzliche Gebäude, wo Platz zum Zuschauen ist. Oder zum Stehen. Alles kann zeitgleich verfilmt werden und direkt auf die Fernseher im privaten Wohnzimmer oder in anderen kleinen Räumen übertragen werden, in sehr guter Qualität.

Dafür kann man pro Person Eintrittkarten verkaufen, Spenden sammeln oder die Programme abonnieren und per Lastschrifteinzug abbuchen lassen. Das bringt eine Menge Geld für die Veranstalter – statt gar nichts – und für die auftretenden Musikanten, kann das mit Dekorationen und phantasievoller Ausstattung eine attraktive Einnahmequelle sein. Wegen der bekannten Gesamtsituation bleibt es ganz sicher, noch lange dabei.

Man kann aber nicht ständig nur Aufzeichnungen, alte Konserven wiederholen. Das wird sowieso schon gemacht, aber viel Neues muss her. Dafür gibt es Lösungen.

Das funktioniert auch bei sportlichen oder sonstigen Freizeitangeboten: Für alle Ideen gilt das Urheberrecht. Wer ganz Neues anbietet, hat ein gesetzliches Recht auf das marktübliche Beratungshonorar. Wenn dauerhafte, sichere Patente genehmigt werden, zahlt jeder Kunde eine Nutzungs- oder Lizenzgebühr. Allein davon sind schon Manche reich geworden, für den Rest ihres Lebens.

Wer Melodien oder sonstige Einfälle einfach klaut, muss trotzdem zahlen und sich, vorher mit den Veranstaltern einigen. Oder einen teuren und lange dauernden Gerichtsprozess abwarten, bei dem hoch bezahlte Gutachter die Hand aufhalten. Anwaltskosten, Gerichtsgebühren sind dann unvermeidlich. Oder am Ende Geldstrafen und finanzielle Entschädigungen, die sich bei jeder Wiederholung verdoppeln oder hundertfach ansteigen. Auch im fernen Ausland. Mancher kluge Rechtsanwalt kassiert zunächst gar nichts, lässt sich aber ein Erfolgshonorar zusichern, dessen prozentuale Höhe sich am hohen Streitwert orientiert. Auch Sammelklagen sind möglich, wo eine einzelne Kanzlei Tausende von Geschädigten vertritt, die gemeinsame Beute später an Alle verteilt und dabei, sogar verdientermassen und zu Recht, eine große Summe in die eigene Tasche steckt. Jeder Streit wird in den Zeitungen tagelang durchgekaut und sorgt für neue Fälle und Finanzströme.

Viel bequemer ist eine frühzeitige Planung. Noch weniger Risiko gibt es nicht.

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