Das war ein sehr gutes Jahr

21.7.2020. Die englische Königin Elizabeth II. sagte im November 1992, „Annus Horribilis“ „Das war ein schreckliches Jahr.“ Sie meinte private Probleme, auch mit ihrer früheren Schwiegertochter Diana (1961 – 1997). Doch die Königin fand in späteren Jahren auch oft Worte der Anerkennung und des Danks. Für ihre Ehrlichkeit war und ist sie beliebt.

Etwas Schlechtes Schönreden ist eine hartnäckige Gewohnheit von Erfolgsmenschen, die für sich selbst Karriere machen wollen und dafür auch noch Beifall erwarten. Eine Mischung aus angeborener Dummheit und erlernter Frechheit, dazu ein tyrannisches Benehmen, das geduldige Mitmenschen nervt und abstößt, aber aus angepasster Gutmütigkeit auch noch brave, gehorsame Schafe erzeugt, die jeden Schwindel dankbar glauben und mitmachen.

Das Leben hat eine breite Farbpalette aus dunklen und hellen Zwischentönen. Nicht Alles kann man aufmerksam beobachten, aber ein gutes Werkzeug sind historische Chroniken und Dokumente, für die es Übersetzer und Erklärer gibt. Nutzlos sind dabei komplizierte Analysen und Bewertungen in unverständlichem Fach-Chinesisch, die nur Auserwählte lesen. „Was ich nicht weiß, das macht mich nicht heiß“, ist ein beliebtes Sprichwort. Goethes hoch gelehrter Akademiker Doktor „Faust“ meint sogar, „Habe nun, ach. Philosophie, Juristerei und Medizin, Und leider auch Theologie! Durchaus studiert, mit heißem Bemühen. Da stehe ich nun , ich armer Tor! Und bin genauso so klug – wie zuvor.“

Die genaue Statistik von wirtschaftlichen Fakten ist nicht trocken, sondern vergleicht die Änderungen in unterschiedlichen Zeiträumen. Bei schlechten Abläufen beweisen die Zahlenkolonnen auch Ursachen, Fehler und Schuldige. Das muss gar kein Fall für die Polizei sein. Aber vor Allem die kriminalistische wissenschaftliche Spurenauswertung (Forensik) soll nicht einseitig sein, sehr wachsam bei gekauften oder gefälschten Behauptungen und Vermutungen und keinerlei Ergebnisse von Anfang an verbreiten. Datenschutz, totale Verschwiegenheitspflicht gegen Fremde, auch das Misstrauen gegen Wichtgtuer, schwatzende Zeugen, schützen eigentlich Jeden. Doch selbst professionelle Gerichtsurteile halten nach wochenlangen Verhandlungstagen einer raschen Überprüfung durch Journalisten oder andere Instanzen nicht stand. Deshalb werden schwere interne Fehler oder Vorwürfe gegen Behörden grundsätzlich an einem ganz anderen Verhandlungsort geprüft, der geographisch ncht in direkter Nachbarschaft liegt.

Völlig falsch wäre es, aus solchen Gedanken den Wunsch nach einer harten Rache-Justiz herauszulesen. Dafür ist die Zeit zu schade, und viele andere Zeitgenossen stehen dafür gern zur Verfügung. Aber man kann die Perspektive wechseln. Ein Leben ohne Fehler ist gar nicht vorstellbar. Aber man sollte nie Jemand absichtlich schaden, mit einem gezielten, heimtückischen, ausdauernd verfolgten Plan. Selbst wenn zwischendurch Gras darüber wächst, warten nachts die Vampire immer in ihren Gräbern, die aber kein Tageslicht vertragen, weil sie sich sonst in Staub verwandeln.

Der Rückblick auf ein längeres Leben ist sehr oft mit einer guten Bilanz verbunden. Auch Geschäftsberichte müssen die Wahrheit sagen und Fehler nicht verschweigen. Im Handelsgesetzbuch (HGB) liest nur eine Minderheit, aber da steht Alles drin, auch über gestohlene Gewinne und berechtigte Erfolge, die sich in Erfolgen und Gewinnen ganz genau planen und wie ein stabiles Schiff im Sturm auf Kurs halten lassen.

„It was a very good year“. (Es war ein sehr gute Jahr) Frank Sinatra sang das schon vor über sechzig Jahren, mit Solo-Klarinette und großem Orchester. Der Text ist ein großer Rückblick auf ein vielseitiges Leben:

https://www.youtube.com/watch?v=a9LHD8hIj98