Der Obelisk auf dem Bayreuther Sternplatz

24.05.2019. Auf dem zentralen Bayreuther Sternplatz gibt es keinen Obelisken. Aber das kann sich ändern. Warum? In einem anderen Artikel habe ich den Hintergrund dazu beschrieben: „Bayreuths unsichtbare Weltuhr“

http://luft.mind-panorama.de/bayreuths-unsichtbare-weltuhr/

Ein Obelisk ist beschriftet mit ägyptischen Hieroglyphen. Eine Bildersprache, die jahrhundertelang nicht gelesen und übersetzt werden konnte. Das hat sich geändert. Zum Beispiel mit dem Buch von Gabriele Wenzel: „Hieroglyphen“. Hier ist der Crosslink:

https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/ID2965778.html

Das Buch enthält zahlreiche farbige Abbildungen und leicht verständliche Anmerkungen. Mit der notwendigen Geduld kann jeder viele Sätze in dieser ausgefallenen Form selbst schreiben.

Für den Sternplatz bietet sich folgender Text an Die noch fehlende Säule selbst braucht im Original keine weitere Beschriftung, weil sie sonst ihre Wirkung verlieren würde. Ein kleineres Modell wäre passend für das Wahnfried-Museum, dann aber mit allen notwendigen Erläuterungen.

Zitat für die Beschriftung: „Alle Geschöpfe gesellen sich zu denen dort oben und umgekehrt. Alles ist durch einen einzigen Gott entstanden. Und so werden auch Alle gleich wie das, was aus einem Wort des Schöpfers entstand. Deshalb werden auch Alle in der Ordnung der Natur geboren. Sein Vater ist die Sonne und seine Mutter der Mond. Die Luft trägt es in sich, vor der Geburt. Seine Ernährerin ist die Erde. Es ist der Ursprung aller Vollkommenheit. Seine Kraft ist vollkommen, wenn es wieder auf der Erde wirkt. Trenne also Alles fein voneinander, wenn es im Feuer war. In Summa: Steige mit starkem Verstand von der Erde zum Himmel. Und von dort wieder hinab. Bringe die Kraft der oberen und unteren Geschöpfe zusammen. So bekommst du alle Herrlichkeit der Welt. Dann wird auch kein kein verachtenswerter Zustand mehr um dich herum sein. Das wirkt Alles so stark, dass es die subtilsten Dinge überwinden und auch die härtesten und dichtesten durchdringen kann. Auf einen Schlag ist alles geschaffen, was die Welt begreift. Danach können wundersame Dinge wirken. Und mir hat man deshalb den Namen Hermes Trismegistus gegeben, weil ich alle drei Teile der Weisheit dieser ganzen Welt besitze. Das sagt man auch von dem Meisterstück der chemischen Kunst.“

Die Tabula Smaragina ( Tafel aus Smaragd ) soll aus der Antike stammen. Ihr Verfasser ist nicht unbedingt Hermes, sondern unbekannt.

Wissenschaftler der Universität Bayreuth oder Ägyptologen werden diesen Text in Hieroglyphen verwandeln können.

Wenn der beschriftete Obelisk sieben Meter hoch ist, auf einer Grundfläche von drei Metern, wirkt er nicht erdrückend, wird aber eine neue Sehenswürdigkeit der Stadt. Drei (Zeichen des dreifaltigen Gottes) multipliziert mit Sieben (Tage der Schöpfung in der Genesis) ergeben 21. Doch das auch noch zu erklären, führt hier zu weit.

Der Text eignet sich sehr gut zur Meditation, zum Nachdenken. Das kann man am besten unter anderen Menschen. Im Osten ist ganz nah das traditionelle Wirtshaus „Wolffenzacher“, mit einer Außenterrasse. Genauso wie daneben das italienische Eiscafé. Als Drittes könnte man in einem der Nachbargebäude ein Bistro für junge Leute einrichten, das auf laute Musik verzichtet und keinen Alkohol ausschenkt, aber dafür eine der vielen möglichen Alternativen.

Das Bild abschließen könnten die leeren Räume der leider nicht mehr existierenden „Markgrafenbuchhandlung“. Weil immer weniger Bücher gelesen werden, kann dort ein kleines Medienzentrum entstehen. Mit Internetplätzen und anderen neuen Informationsmöglichkeiten. Vor Ort gibt es bereits, ganz in der Nähe die Fachfirma TMT , die ein solches Projekt bestimmt gern übernimmt und vom Nutzer in diesem Fall nur niedrige Gebühren verlangt. Die nachwachsende Generation, nicht unbedingt sehr reich, wird dankbar sein.

Was hat das Alles mit Richard Wagner zu tun? Sehr viel. Seine Handlungen spielen auch in Norwegen, außerdem in einer fernen skandinavischen Urzeit, Cornwall und Südspanien. Er war also kein deutscher Nationalist. Auch kein Antisemit. Der Jude Hermann Levi leitete in Gegenwart des Komponisten.die Uraufführung von Wagners letzten Werk, Parsifal, in Bayreuth.

Wagner war keinem Staat, keiner wechselnden Tagespolitik verpflichtet. Machthunger und Geldgier führen sogar an den vier langen Abenden des „Nibelungenrings“ dazu, dass der oberste Gott, Wotan, am Ende Alles verliert.

Die zehn Hauptwerke waren immer von religösen Themen durchdrungen: Fluch. Erlösung. Sehnsucht nach Liebe. Die Vereinigung mit dem Kosmos im „Liebestod“, durch buddhistische Ideen vertieft.

Gerade deshalb ist der Obelisk ein Hinweis auf die fernen Ursprünge des Denkens. Die ägyptische Hochkultur war eine der frühesten der Menschheit. Die Pyramiden zeigen, auf einem viereckigen Fundament, direkt auf das Universum. Diese starke Gedankenwelt fasziniert noch heute die Bewohner aller Kontinente. Das heißt, ihr Kern ist zeitlos und nicht an einen Kalender oder einen Ort gebunden. So wie die monumentalen Klangschöpfungen des Komponisten. Die Inszenierungen seit dem Tod Wieland Wagners am 17.10.1966 sind jedoch zu einem großen Teil misslungen und haben immer noch eine akturlle Tendenz zum Absturz.

Denn gerade die optische Umsetzung ist ein unverzichtbarer Teil des Gesamteindrucks.

Das offizielle Bayreuth hat drei meiner veröffentlichten Ideen realisiert, ohne auch nur Danke dafür zu sagen: Die Verlängerung der Eingangsallee vor dem Haus Wahnfried. Die dafür notwendige Verlegung der Bushaltestelle. Die Einrichtung einer Hitler-Ausstellung im Siegfried-Anbau.

Der Hinweis auf das gesetzliche Urheberrecht geschieht nicht aus finanzieller Gier, sondern nur der Forderung nach Ehrlichkeit. Die mögliche Durchsetzung eines Rückbaus der nicht genehmigten Schwarzbauten wäre reine Wichtigtuerei. Aber die qualitative Verbesserung der jetzigen Exponate über die dunklen Jahre wäre leicht möglich. Es gibt genug davon. Und eine parallele Präsentation der Jubeljahre und der späteren Schreckenszeit würde auch solche Besucher fernhalten, vor denen man sich anscheinend immer noch fürchtet und sie am Liebsten aus dem Gedächtnis vertreiben will. Das ist aber längst nicht mehr möglich.

Das Parsifal-Vorspiel eröffnet nicht nur das letzte Meisterwerk, sondern allein der Klang spiegelt Alles, was damals, kurz vor Richards Tod, überhaupt musikalisch möglich war. Hier hört man die Gesamtaufnahme von 1951, mit der die Festspiele einen revolutionären Neu-Anfang begannen, mit den auch heute noch überwältigenden visuellen Ideen von Wieland Wagner:

https://www.youtube.com/watch?v=EWXNUADhMzo