Der Petersburger Winterpalast am 25.10.1917

16.9.2020. Der Petersburger Winterpalast war für Zar Peter den Goßen, der die ganze Stadt in einem schwierigen Sumpfgebiet errichten ließ, das persönliche Lebenszenrum. Er ließ es von italienischen Baumeistern errichten, deren reich verzierte barocke Fassaden sofort auf ihr Herkunftsland hinwiesen und gleichzeitig typische slawische Elemente wie die bunten Zwiebeltürme enthielten.

Am 25.10.1917 wurde im Winterpalast die bisherige russische Regierung von den kommunistischen Bolschewiki verhaftet. In der Oktoberrevolution wurde das ganze Land auf den Kopf gestellt. Der Zar wurde mit seiner ganzen Familie später verhaftet und in Jekaterinburg erschossen. Ohne die Genehmigung des Revolutionsführers Lenin wäre das nicht möglich gewesen. Lenin war energisch und willensstark. In den Jahren vorher schrieb er im Münchner Exil zahlreiche politische Kampfschriften. „Was tun?“ war das starke Signal vor dem ganz großen Aufstand. Lenin erdachte die gesamten theoretischen Fundamente des neuen Staats und realisierte sie.

Nach ihm kam der Georgier Josef Stalin (18.12.1878 – 5.3.1953), vor dessen Gewalttätigkeit Lenin gewarnt hatte. Stalin vernichtete sogar alte Kampfgenossen in politischen Schauprozesssen, wo sie sich selbst schwer beschuldigen mussten. Die reichen Goßgrundbesitzer (Kulaken) jagte er, indem er ständig ihre Steuern erhöhen ließ, bis sie aufgaben und einfache Arbeiter in Gemeinschaftsfabriken wurden. Nach Stalin folgten Chruschtschow, Breschnew und viele andere Sowjetführer. Zeitweise war sogar der KGB-Spionagechef Andropow an der Spitze der Macht.

Sie konnten nicht verhindern, dass auch die fest verbündeten osteuropäischen Satellitenstaaten wie Bulgarien und Rumänien immer schwächer und immer mehr innerlich ausgehöhlt wurden, weil die lebensnotwendige Landwirtschaft und die finanzielle Gewinne schaffende Industrie einseitig vernachlässigt wurden, dafür das Militär und der Geheimdienst KGB gestärkt wurden und immer höhere Kosten auslösten.

Dann kam im März 1985 Michail Gorbatschow. Er setzte zahlreiche, wirkungsvolle Reformen durch. Ab März 1990 war er der neue Staatspräsident in Moskau. Seine wichtigsten Stichworte waren „Perestroika“ (Fortschritt) und „Glasnost“ (Transparenz).

Dann brach die ostdeutsche DDR zusammen. Am 9.11.1989 wurde das Gefängnis, die Berliner Mauer geöffnet, die vorher jeden Bewohner am freien Verlassen des Landes hinderte, mit Waffengewalt und Schießbefehl.

Danach vereinigte sich das östliche Deutschland ohne Gewalt mit dem vorherigen westlichen Todfeind. Der gesamte Ostblock löste sich immer rascher auf.

Gorbatschow wurde dann durch Boris Jelzin abgelöst. Seit August 1999 ist Wladimir Putin der russische Ministerpräsident.

Er engagierte sich sofort für eine verbesserte Zusammenarbeit in ganz Europa. Dabei wurde er nicht immer gut behandelt. Er denkt wie ein Manager, ein wichtiger Geschäftsmann. Das Land hat ganze Regionen verloren wie die frühere „Kornkammer“ Ukraine. Trotzdem ist es immer noch der größte Flächenstaat auf der Erde. Wegen des strengen Dauerfrosts können zahlreiche Gebiete keinen Abbau der wertvollen Bodenschätze vorantreiben oder dort große, produktive Städte mit Fabriken neu errichten, auch keine zusätzliche Landwirtschaft aufbauen.

Möglichkeiten dafür wurden hier, bereits oft in der Vergangenheit beschrieben.

Hier hört man Mussorgskys „Morgendämmerung an der Moskwa.“ Das ist der Fluss neben dem Roten Platz in Moskau, der Machtzentrale. Die Musik dringt tief ein in die Mentalität der russischen Psyche:

https://www.youtube.com/watch?v=fGcFpiObnKI

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