Der Spielautomat

13.7.2016. Da ist ein Spielautomat. Das Computerprogramm spuckt kleine Gewinne aus, rafft aber letztlich das Geld der Benutzer. Denn sonst würde der Besitzer gar nichts verdienen. Die Maschinen haben große, bunte Monitore. Sie zeigen ein anregendes Lichtgeqewitter, Glücks-Symbole, hohe Geldbeträge. Das löst Reflexe aus. Stundenlang werfen Unglücksvögel ihre Silbermünzen ein. Akzeptiert werden längst auch Geldscheine. Das bringt noch mehr.

Eine Straße am frühen Sommermorgen. Gedämpftes, geheimnisvolles Licht aus matten Laternen. Unruhige Nachtschwärmer ziehen vorbei. Doch ein Gesicht, vor ein paar Minuten angekündigt, ist nicht dabei. Erst sieben Tage später, gleich drei Tage lang. Doch Alles ist vergänglich und verweht wie ein Flügelschlag.

Die Ziffer Sieben ist in der Genesis, der Schöpfungsgeschichte, das Zeichen des vollendeten Werks, als in sieben Tagen der Planet Erde erschaffen wurde, mit Wasser, Feuer, Licht.

Die Numerologie entschlüsselt alle Ziffern, nutzt zur Erkenntnis die auftretenden Wiederholungen. Das kann ein Zufall sein oder ein geordnetes Regelwerk. Wenn darin kleinste Teile nicht zusammenpassen, dann wehrt sich die Maschine, bleibt stehen oder liefert falsche Ergebnisse..

Die Ziffer Sieben ist das Vorzeichen des Weltuntergangs, der mit der Öffnungs des Siebten Siegels beginnt, des letzten Geheimnisses. Vor fünfhundert Jahren hat Martin Luther den Text der biblischen Apokalypse ins Deutsche übersetzt. Seine Übersetzung habe ich nicht verändert, sondern nur an unseren heutigen Sprachgebrauch angepasst. Auszug: „Und bei der Öffnung des Siebten Siegels entstand eine Stille im Himmel, etwa eine halbe Stunde lang. Dann öffnete ER den Brunnen des Abgrunds, und dort stieg  ein Rauch auf, wie aus einem großen Ofen. Sonne und Luft verfinsterten sich. Der  Himmel öffnete sich, und ein weißes Pferd näherte sich. Die Augen des Reiters loderten wie  Feuerflammen. Und ein Engel stand in der Sonne. Er  ergriff den Drachen und fesselte ihn für tausend Jahre. Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde.  Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu !“ Hier ist der ausführlichere Text:

https://btpersp.wordpress.com/2011/01/18/einen-saal-seh-ich-heller-als-die-sonne/

Veränderungen bedeuten also nicht zwangsläufig.Katastrophen, sondern einen Neu-Anfang.

Die Außenterrasse. Heute ist sie leer, weil es regnet, aber sonst überfüllt. Wenn man dann nur hinschaut, sieht man Fassaden. Oberflächen. Dahinter leuchten im Gespräch ganz eigene Welten auf, Ein riesiger Bilderbogen voller Farben, Schatten, Klänge und Erinnerungen.

„Herzog Blaubarts Burg“ ist eine Oper von Béla Bartok (1881 – 1945).  Nicht nur die Wikipedia schreibt über die Handlung. Und in verkürzter Form geht das so: In Blaubarts Burg gibt es sieben verschlossene Türen. Dahinter breitet sich sein Innenleben aus. Hinter den ersten zwei Türen sind ein Gefängnis und die Waffenkammer.  Die weiteren Türen zeigen die Schatzkammer, den verwunschenen Garten und Blaubarts reichen Grundbesitz. Ein Tränensee erscheint hinter der sechsten Tür, und dort zeigen sich die drei früheren Liebesbeziehungen von Blaubart als Verkörperungen der Tageszeiten Morgen, Mittag und Abend.“

Das gibt es auch in der Wirklichkeit. Vor vielen Jahren, in der Jugend, zogen viele Gesichter vorbei, die aus Unwissenheit und Unerfahrenheit ein Rätsel blieben. Manchmal wiederholt sich das Ganze, auf einer anderen Ebene des Bewusstseins. Und dann muss man die Schlüssel nicht mehr suchen.

Hier hört man Béla Bertoks Meisterwerk, das“Konzert für Orchester“ :

https://www.youtube.com/watch?v=C68SkzGb6Ww

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