Der Titusbogen in Rom

5.11.2019. Der Titusbogen In Rom befindet sich in der Nähe des Colosseums. Nicht weit davon beginnt die Via Appia Nuova, die stets von Autoverkehr überflutet wird. Dann,am Grabmal der Cecilia Metella, beginnt die Via Appia Antiqua. Dort darf kein Auto mehr fahren. Es sieht dort aus wie vor zweitausend Jahren, als von dieser Straße des Römischen Weltreichs die Soldaten zu langen Feldzügen aufbrachen, um fast ganz Nordeuropa zu erobern.

Kaiser Titus (39 – 81 n-Chr.) bekam den gleichnamigen Triumphbogen auch als Dank für seine Eroberung Jerusalems im Jahr 70 n.Chr.

Immer in der Nähe des Kaisers war der jüdische Historiker Flavius Josephus, dem Titus vertraute. Josephus beschrieb den Untergang Jerusalems ganz genau, ohne einseitig Partei für eine Seite zu nehmen. Von ihm wissen wir auch, das Titus mehrere Friedensangebote an die belagerte Stadt machte. Am Ende war es nur eine kleine Gruppe von Rebellen, die diese Lösung unerbittlich verhinderte. Dann verlor Titus die Geduld. Er ließ die gesamte Stadt zerstören, auch den Tempel. Die religiösen Kostbarkeiten ließ er nach Rom transportieren. Der Titusbogen bildet in genauen Reliefbildern die Rückkehr des Heeres ab. Man sieht, wie römische Soldaten den heiligen siebenarmigen Leuchter transportieren. Die Zahl Sieben entstspricht den Schöpfungstagen in der alttestamentarischen Genesis und bedeutet die Vollendung des Werks der Erschaffung der Erde und ihrer Bewohner.

Eine ganz kleine Gruppe hat das gnadenlose Zerstörungswerk verursacht, weil sie die große Mehrheit der Stadtbewohner einschüchterte. Eigentlich undenkbar. Aber auch heute ist es noch so, dass in autoritären Diktaturen kleine Cliquen das Elend und die Unzufriedenheit der Mehrheit fest im Griff haben. Allein im Internet kann man genau nachlesen, wo es gerade auf der Welt einen Druck gibt, der auf Dauer gar nicht zu Verbesserungen führt.

Die vielfältigen Ursachen für die spätere Judenverfolgung können hier nicht nebenbei erklärt werden. Aber es gibt ein gutes Beispiel für Dummheit und Verleumdungen, das immer noch aktuell ist.

Der kosmoplitische Richard Wagner wird immer noch, völlig zu Unrecht, als böser Antisemit durch die Berichterstattung gehetzt. In meinem Musikunterricht spielte der Lehrer keine einzige Note von Wagner, mit der Bemerkung: „Das war ein Verbrecherkomponist.“ Doch Hitler kam erst fünfzig Jahre nach Wagners Tod an die Macht. Telepathische Gedankenübertragung gibt es nicht.

Wagner war Zeit seines Lebens mit vielen Juden eng befreundet. Schon in seinen frühen Pariser Hungerjahren half ihm der prominente Komponist Giacomo Meyerbeer auch finanziell sehr großzügig. Vom Dicher Heinrich Heine stammen die Hauptmotive des Texts im Tannhäuser. Und die Uraufführung des letzten Werks „Parsifal“ wurde von Hermann Levi geleitet. Gegen Wagners Willen war das gar nicht möglich. Er hat damit einen Wunsch erfült, aber sich dazu auch schriftlich nie geäußert. Es ergibt sich aus seiner Biographie und vor allem aus seinen Wegbegleitern. Da er dazu geschwiegen hat, gilt das auch für Jeden, der sich zu den vielen Geheimnissen in seinen Werken äußert. Also auch für mich. Aber es ist kein Hindernis, um über die Mysterien zu schreiben, die er selbst in seinen Werken versteckt hat. Er würde sich freuen, wenn er endlich auch da besser verstanden wird. Und darum ist das keine unendliche Geschichte, aber die Fortsetzung folgt.

Die beste Parsifal-Aufzeichnung entstand 1951, als der geniale Regisseur Wieland Wagner das „Neue Bayreuth“ mit einem optischen Paukenschlugb aus dem Nichts wieder auferstehen ließ. Hier kann man die vollständige Gesamtaufnahme hören:

https://www.youtube.com/watch?v=EWXNUADhMzo