Der weiße Winterschnee

17.1.2016. Der weiße Winterschnee ist da. Monatelang hat er sich versteckt, doch dann verbanden sich die physikalischen Elemente aus Kälte, Wasser, Luft, in einer Kombination, die niemand voraussehen kann. Doch wer gibt das Zeichen, dass es gerade jetzt geschieht?

Impulse aus dem Weltall durchdringen alle Galaxien, seit dem Urknall, der die Erde schuf. In ihrem Inneren gibt es weitere starke Energien. Die Gravitationskraft hält alles fest auf der sich drehenden Erdoberfläche, was sonst in das dunkle Weltall hinausgeschleudert würde, ohne Spuren zu hinterlassen. Dort draußen gibt es auch die Schwarzen Löcher, die sogar das Licht auffressen. Sie sind noch unerforscht, doch das kommt auch noch.

Das Wissen regiert die Welt. Einerseits die überschäumende Flut elektronischer Daten, aber mehr noch deren sinnvolle Verknüpfung, die Trennung von Wichtigem und Unwichtigen. Die Nutzung der gedanklichen Energie, nicht nur in abstrakten theoretischen Modellen, sondern durch positive Wirkungen und Problemlösungen.

Welche Kräfte regieren den Kosmos? Nicht nur physikalische. In einem Gespräch gestern war auch die Rede von Magie. Das heißt: Alles, was auf dem Planeten Erde geschieht, gehorcht einerseits den Gesetzen der mit Messinstrumenten nachprüfbaren Naturwissenschaften. Doch dahinter regiert eine andere Dimension.

Spricht man mit aggressiven oder gewalttätigen Menschen, in einem öffentlich zugänglichen Bistro oder Wirtshaus, dann sind sie offen und freundlich, wenn man sie respektvoll und aufmerksam behandelt. Entscheidend sind die Hintergrund-Impulse. Die Signale, die sie empfangen. Dann kann man mit ihnen reden. Sonst nicht. Jeder Lebenslauf hat seine eigenen Farben, Risse und Entwicklungen. Hirnströme reagieren auf Signale aus der Außenwelt, verwandeln sie in Gedanken und Bilder.

Am 30. Dezember sah ich eine überraschende Inszenierung. An der Fischtheke eines Münchner Kaufhauses setzten sich fünf Italiener neben mich, Nichts Ungewöhnliches an sich. Aber ihre Kleidung hatte offensichtlich ein professioneller Kostümbildner kombiniert. Eine Frau war ganz in unauffälligem Schwarz gekleidet, mit einem roten Schal. Das ist auch meine Alltags-Farbkombination. Allerdings nicht der luxuriöse Fotoapparat mit großem Objektiv, den sie für belanglose Nahaufnahmen ihrer Begleiter benutzte. Die zweite Frau trug ein Allerwelts-T-Shirt. Vorn sah man eine Zeichnung von Mickey Mouse. Auf dem Rücken standen Sprüche wie „Hug me, Kiss me, Make me happy“. Das Besondere auch hier war nur ein Detail: Sie trug eine aufwändig gearbeitete goldene Armbanduhr mit fein ausgearbeiteten Elementen. Die dritte Frau fiel nur auf durch ihre kostbare, königsblaue Seidenbluse. Was diese Farbe bedeutet, habe ich auf der Startseite dieses Blogs „Der königsblaue See“ erklärt. Ihr Begleiter trug zur diskreten  schwarzen Kleidung eine silbergraue Weste aus Wolfsfell, das allerdings nicht echt, sondern aus Kunststoff war. Trotz winterlicher Außentemperaturen trug er keine Strümpfe, sondern teure, handgefertigte dunkelrote Lederschuhe der oberen Luxusklasse. Der zweite Herr, in einem durchschnittlichen blauen Jeans-Anzug, zeigte  überhaupt keine optischen Auffälligkeiten, sondern eine hohe Denkerstirn, mit großer Stirnglatze. Anscheinend der Denker, der Chef, der keine Äußerlichkeiten braucht, um zu wirken.

Das Entziffern solcher Bilder kann auch Irrtümer auslösen, aber im Zusammenhang war es ziemlich eindeutig. Die Gruppe hatte ein Symbolist gestaltet. Menschen mit Problemen benutzen Freunde als Blitzableiter. Psychische Belastungen verdrehen Fakten, phantasieren künstliche Probleme, steigern sich in eine eigene, irreale  Welt. Finanzieller Druck kann anständige Menschen in Lügner verwandeln. Dann verwischen sich die Maßstäbe, und Recht wird zu Unrecht.

Deshalb hat auch das Projekt „Big Data“ seine Grenzen. Den restlos gläsernen Menschen, über den ständig Informationen gesammelt werden, nicht nur im Internet, kann man zwar äußerlich beherrschen. Aber dann fehlen die wichtigsten Elemente: Die eigenen Ideen, die den Horizont erweitern und Voraussetzung sind für jeden Fortschritt.

Walther von der Vogelweide war einer der bedeutendsten mittelalterlichen Liederdichter. Ein halbes Jahrhundert später huldigte ihm Richard Wagner, ein Meister des Universums, der seine genialen Impulse in Wörter und Klänge verwandelte, mit einem Lied:

„Am stillen Herd in Winterszeit,
als Burg und Hof mir eingeschneit,
ein altes Buch, vom Ahn vermacht,
gab das mir oft zu lesen:
Herr Walther von der Vogelweid‘,
der ist mein Meister gewesen.“

Hier singt  Peter Anders dieses Winterlied::

https://www.youtube.com/watch?v=kCARB4ghwgI

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