Die Digitalisierung der Landwirtschaft

9.1.2020. Die Motorisierung der Landwirtchaft ist längst abgeschlossen und hat viele Arbeitsabläufe vereinfacht, die früher mühsam von Hand, mit körperlichem Aufwand zu leisten waren. Die Digitalisierung geht darüber hinaus. Sie erfasst sämtliche Details eines Agrarbetriebs und speichert sie in Computerprogrammen, die allerdings keine Datensammelanlage sind, sondern für eine Verarbeitung und Verknüpfung von Fakten sorgen, deren Möglichkeiten längst noch nicht ausgeschöpft sind.

Kürzlich gab es dazu im Fernsehen einen ganzen Nachmittag, dessen Fortsetzung weitere wertvolle Aktivitäten ermöglicht. In Kurzfassung: Zunächst ging es um Roboter, die auf dem Erdboden herumfahren, Proben entnehmen und auch Dünger zuführen können, jeweils in exakt dosierer Menge und Zusammensetzung. Als Zweites erlebte man fliegende, unbemannte Drohnen, die ferngesteuert aus der Luft Aufnahmen machen können über die Lage, Beschaffenheit und Umgebung des Ackers. Die Informationen wurden direkt auf den Monitor eines Laptops gesendet und konnten vom Landwirt sofort ausgewertet werden, mit Hilfe ausgeklügelter Programme. Im Film fuhr er dabei mit einem Traktor über sein Grundstück, aber noch kostensparender ist es, wenn er das zu Hause von seiner Wohnzimmercouch aus macht.

Agrarprodukte warfen bisher viel geringere Gewinne ab als technische Erzeugnisse wie Autos oder Stahl. Weltweit ist die Konkurrenz sehr groß und drückt die Herstellerpreise, so dass man in Nordeuropa Waren wie Zitronen oder Bananen vergleichsweise billig bekommt. Das hat Folgen für die Löhne und das gesamte Betriebsergebnis.

Ändern kann man das nur, wenn verstärkt konkurrenzfähige Sorten angebaut werden und auf zu hohe Mengen im Wettbewerb verzichtet wird. Das geht noch längst nicht überall, aber es müssen Alternativen her oder Ergänzungen. Sie können durch eine gereglte Umsiedlung von Produktionsstätten in Regionen geschehen, die vom geographischen Standort unabhängig sind, zum Beispiel alle Betriebe, die Elektronik herstellen oder überwiegend damit arbeiten. Fabriken und Verkaufsstellen und eine Logistik, deren Chancen vorher untersucht wurden.

Hier kann nur der Staat große Stukturen schaffen, die sich nicht auf ein paar Ballungsräume beschränken, sondern landesweit gleichmäßig verteilt sind. Das funktioniert nicht mit Zwangsmaßnahmen, sondern durch steuerliche Anreize, europaweite Subventionen und mit Unterstützung von Finanzinvestoren, die zur Recht einen Anspruch auf eine marktübliche Verzinsung ihres Kapitels haben und nicht in Luftnummern oder Seifenblasen ihr Geld stecken.

In unregelmäßigen Abständen folgen dazu noch konkrete Informationen.