Die drei Magier

2.12.2019. Die drei Weisen aus dem Morgenland sind aus der Weihnachtsgeschichte bekannt. Dort heißt es, dass sie von einem Stern genau zu der Stelle geleitet wurden, wo Christus in einer Hütte in Bethlehem gerade das Licht der Welt erblickt hatte.

Genauer ist die Bezeichnung „Magier“ für die drei Boten. Das ist eine uralte Bezeichnung für nicht alltägliche Menschen, die über Zauberkräfte verfügen und ihre Befehle aus dem Universum bekommen, das sich hinter dem nächtlichen Sternenhimmel verbirgt. In späteren Märchenspielen trugen Magier einen schwarzblauen Mantel mit Sternen, der ihre Herkunft verrät und einen genauso aussehenden kegelförmigen Hut, dessen Spitze, wie bei einer Pyramide, zum Himmel zeigt. Dahinter breitet sich der Kosmos aus. Das Universum, in dem alle Planeten entstanden und, als Sonderfall, auch die Erde.

Welche Macht regiert das Universum? Ganz genau wird sich das nie feststellen lassen.Es bleibt ein Mysterium. Ein Geheimnis, das auch durch moderne Messmethoden nicht vollständig erfasst werdenkann, aber Signale aussendet und Wirkungen erzeugt, die Jeder zu spüren bekommt. Naturereignisse wie die vier Elemente Wasser, Erde,Feuer, Luft. Im Wasser entstanden vor Millionen Jahren die ersten Lebewesen, entwickelten sich immer weiter in lang dauernden Zeitaltern, bis zur Gegenwart.

Trotzdem hat man immer wieder versucht, die allmächtige Energiequelle all dieser Erscheinungen zu finden und ihr einen Namenzu geben. Jede Weltreligion hat dafür ihren eigenen Begriff und auch unterschiedliche Eigenschaften. Aber sie laufen immer auf den Kern des Phänomens hinaus, das unsichtbar bleibt, doch ungeheure Wirkungen entfaltet.

Eine große Idee ist es, von denjenigen Zeichen Gottes zu sprechen, die für den begrenzten Wahrnehmungsapparat des Menschen erkennbar sind. Die Vereinigung beider Dimensionen ist die Unio Mystica. Sie beschreibt die höchste Stufe der Erkenntnis: Die Erleuchtung. Das ist eine Bewusstseinsform, die sehr stark ist.

Die Magier der Frühzeit besaßen diese Denkmethode. Einerseits durch erlerntes Wissen, andererseits durch eine natürliche Begabung. Wenn „die drei Weisen“ aus dem Morgenland nach Bethlehem durch einen Stern an ihr Ziel geführt werden, dann brauchten sie dafür keine moderne Navigationstechnik, die es heute in jedem Auto gibt. Sie wussten genau, wo sie hingehen sollten. Und dieses Wissen ist nicht ausgestorben. Man findet es in vielen Büchern. Auch klassische Kinofilme sind davon durchdrungen.

Das Faszinierende am Universum ist es, dass es trotz seiner gewaltigen Größe einige feste Regeln hat, deren Nichtbeachtung Katastophen oder Kriege auslösen. Im vierteiligen Musikdrama vom „Nibelungenring“ wird die Erde beherrscht von der heiligen Weltesche, die gleichzeitig wächst und alles Leben schützt. Als der mächtigste der skandinavischen Götterwelt, Wotan, einen einzelnen Zweig dieser Weltesche abschneidet, um daraus für sich selbst einen Speer der eigenen Macht zu erschaffen, gelingt ihm von diesem frevelhaften Augeblick an gar nichts mehr. Alle Pläne und Wünsche bleiben erfolglos, denn er hatte aus Machtgier ein Zeichen beschädigt, das mächtiger war als er selbst

Eine starke Verbindung zwischen Klassischer und sogenannter Leichter Musik enthält das berühmte Lied „I believe in Father Christmas“. Der Komponist und Sänger Greg Lake beginnt das Lied mit Erinnerungen an die frühe eigene Kindheit, nur von einer Gitarre begleitet. Dann setzt ein großes klassisches Orchester ein, mit Bach-Trompeten, Pauken und einem mächtigen Chor. Auch das ist eine Form der Magie, und hier kann man das erleben: