Die finanzielle Rettung Italiens

24.5.2019. Gestern gab es eine Sendung über die Finanzprobleme Europas, auch mit einem kurzen Beitrag über Italien. Es war wie eine konzentrierte Darstellung der Gesamtsituation und ihrer Lösungsmöglichkeiten.

Zunächst erlebte man Palermos langjährigen Bürgermeister Leoluca Orlando, der entspannt durch die Stadt spazierte, nur von zwei jungen Leibwächtern in Zivil begleitet.

Dann kamen Schuhputzer. Einer erledigte seine Arbeit auf der Straße, für nur zehn Euro pro Person. Er trug ein weißes Hemd und erklärte, er habe zwar früher im Büro gearbeitet, sei aber aus Kostengründen wegrationalisiert worden. Auch eine Dame trat auf, Bevor sie mit dem Schuheputzen anfing, arbeitete sie in einer kleinen Schuhfabrik. Dann besuchte sie gutgelaunt ihre früheren Kollegen, etwa zehn Frauen. Viel zu viele für diese kleine Fabrik.

Der Kommentator meinte, früher habe Italien mit handgefertigten Schuhen Rekordgewinne erzielt. Doch die wachsende Konkurrenz auf dem Weltmarkt habe das drastisch geändert. Die erwähnten Filmaufnahmen waren aktuell. Unglaublich. Gibt es im Land keine Wirtschaftsexperten, keine Beratungsfirmen (Consulting) ? Doch. Sehr Viele sogar. Und sehr teure. Aber sie bewirken bei diesen Problemen gar nichts.

Unter den Ministerpräsidenten Andreotti und Berlusconi hat sich die Situation sogar noch verschärft. Die Italiener haben das Sytem der Bankhäuser vor vielen Jahren erfunden. Von dort stammt auch der jetzige Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Mario Monti hat jedoch dafür gesorgt, dass die fleißigen Sparer in seinem Machtbereich keine Zinsen mehr bekommen, nicht nur in seinem eigenen Land. Den Namen des jetzigen italienischen Finanzministers will ich gar nicht wissen, weil er zur Problemlösung bisher nichts Erkennbares beigetragen hat

Was ist da schief gelaufen, und wie kann man das möglichst schnell ändern? Die Antwort ist gar nicht so schwer. Zunächst die Ursachen: Fehlende Aktualisierung der Gesetze. Duldung von ehrenwerten Vereinen oder schwatzenden Parteien. Nichtbeachtung lägst vorhandener Gesetze. Ahnungslosigkeit beim Verwalten der Staatsgelder. Fehlende Ideen bei den Gutwilligen. Und. Und. Und.

Die Lösung: Erst einmal die Verhinderung der im letzten Absatz genannten Probleme. Durch eine Abwahl der Verantwortlichen bei der Europawahl. Übermorgen. Wählt nicht die bekannten Gesichter ! Wer trifft jetzt den richtigen Ton und weckt Vertrauen? Jetzt, in der Gegenwart. Dann ist schon das Wichtigste getan.

2. Die Überwachung aller öffentlich geförderten Projekte in Süditalien durch anerkannte, neutrale Experten. Im Internet müssen laufend die genauen Erfolgszahlen veröffentlicht werden. Also Transparenz. Nicht Kungeleien in verschlossenen Hinterzimmern. Das kennt man schon aus dem Kino! Hier geht es nur um die Realität.

3. Laufend Schlagzeilen und Hintergrundberichte in den Medien, in leicht verständlicher Form, so dass man sie auch ohne akademisches Studium verstehen kann. Bei Fehlschlägen in einzelnen Aufgaben oder schleppender Erledigung sofort eine Feststellung der Ursachen und der Verantwortlichen. Wählt sie jetzt ab ! Drängt sie zum Rücktritt.

4. Aktivierung einer zentralen Meldestelle mit einer landesweiten, kostenlosen Telefonnummer, über deren Arbeit laufend beichtet wird.

5, Die Gesetze der Ökonomie stehen nicht nur in Büchern. Entwickelt wurden sie im Lauf von Millionen Jahren, durch die Beobachtung und Veränderung der Realität. Für alle Gesetz gilt, dass die Nichtbeachtung wichtiger Regeln drastische Nachteile zur Folge hat. Innenminister Salvini: „Die Italiener sind fleißige und ehrliche Menschen.“ Die Mehrheit mit Sicherheit. Aber ausgerechnet sie muss die Schlampereien und den Klüngel einer Minderheit ausbaden. Vitamin B, also die Ausnutzung persönlicher Be – ziehungen gehören nicht in eine saubere Politik.

6. Verbreitet den Inhalt dieses Artikels, auch im Ausland. Der Hinweis auf das Urheberrecht liegt nur an schlechten Erfahrungen, Denn mit guten Ideem kann man viel Geld machen, wenn man den Erfinder verschweigt. Selbstverständlich sind das in der europaweiten Notsituation keine finanziellen Forderungen, sondern nur das Recht auf deutliche Angabe eines einfachen Crosslinks zu diesem Text.

Nach der Europawahl wird die Situation neu kommentiert.