Die Gebirge der Vergangenheit

7.6.2017. Wahrnehmung täuscht, ist aber der erste Schritt zu jeder Kontaktaufnahme. Danach folgen Irrtümer, Missverständnisse. Oder auch ein Blick in das Innerste der Dinge.

Banalitäten sind oft gar keine Belanglosigkeiten. Kürzlich, ausgerechnet in einem Schnellimbiss, winkte ein älterer Herr im schwarzen Anzug herüber. Erst dann erkannte ich ihn. Als Stammgast einer „Boazn“, eines kleinen, nicht mehr so beliebten Bierlokals, das zur Zeit in Turbulenzen auf die falschen Karten setzt, auf unmögliche Mitarbeiter, die man meidet, weil sie alles ruinieren.

Doch dieses Zufallstreffen rief bessere Zeiten zurück. Und wurde fortgesetzt an einem anderen Ort, mit einem großem, fast leeren Gastraum, wo mittags nichts stört. Dieses  Mal erfreuten alte Möbel aus den Fünfziger Jahren. Draußen der kleine Garten mit blühenden Weinrauben wie im alten Wien, in Grinzing.

Dort sprach ein kluger Oberfranke, siebzig Jahre alt, der immer wieder über überrascht war, wie gut ich seine Heimat kenne. Fast drei Stunden haben wir uns ausgetauscht. Dann reichte es. Für heute.

Jedes Stichwort weckt schlafende Gebirge der Vergangenheit. Das bewirken gemeinsam der Verstand und die Phantasie, wenn man die passenden Regeln kennt.. Sie erzeugen angenehme Wirkungen.

Auch das ist  nur ein Beispiel. An einem anderen Ort begrüßt eine jüngere Generation ganz familiär, als „Bello“ (Schöner Mensch). Solche märchenhaften Zeiten sind real schon längst vorbei, aber als Stichworte bleiben sie Zeichen, durch Reflexe der Sympathie. Oder deuten auf Anderes hin. Denn Zeichen werden gesehen. Und Andere reagieren darauf. Heute war das nur eine kleine Gruppe. Persönlich spielen sie in diesem Beitrag keine Rolle. Doch als Prinzip. als Regelwerk sind sie noch nicht erkannt.

Was das bedeutet, versteht man nur in einer ganz anderen Sprache. Alex North, der Filmkomponst des Monumentalklassikers „Cleopatra“ mit Elizabeth Taylor, komponierte im Jahr 1955, die

„Unchained Melody“, die „entfesselte Melodie“. Ein guter Text, der aber von der Musik in eine gewaltige Dimension erhoben wird.

Das Original singt Bobby Hatfield von den Righteous Brothers.

https://www.youtube.com/watch?v=zrK5u5W8afc

Und hier ohne Gesang, nur mit Naturbildern:

https://www.youtube.com/watch?v=gDWyPcTplrw

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