Die Gesetze des Universums

21.7.2015. „Was bekommst du, junger Mann?“, fragt die Wirtin mit dem schwarzen Cowboyhut. Die Tischnachbarn staunen, „Junger Mann?“ Ich sage, „Sie meint es als Kompliment.“ Da sitzen hemdsärmelige Arbeiter, schlau und klug auf ihre Art. Sie schimpfen mit deftigen Ausdrücken über die verkorkste Berliner Regierung, die verworrenen Griechenland-Krise. Sie haben ein Gespür für Machenschaften, den faulen Zauber in der Machtzentrale, Verpulverung von Staatsgeldern, ziellose Flüchtlingsströme ohne Unterbringung, ohne Arbeitsplatz. Das Ausspionieren der Bevölkerung im Internet, auch wenn die Tischnachbarn nicht wissen, dass es schwere Straftaten sind, Verletzungen der Verfassung, durch die diejenigen an den Schalthebeln, die ihren Amtseid auf das Grundgesetz öffentlich geschworen haben.

Mittags bei Kay, dessen Prominentenlokal am Viktualienmarkt berühmt war und jetzt ein kleines Bistro mit sechs Barhockern ist. An der Wand in Prunkrahmen die Bilder der Stars aus Goldenen Zeiten. Sophia Loren, Gina Lollobrigida kannte er persönlich. Wir sprechen über Edith Piafs Aufstieg und Absturz. Doch sein illustres Publikum von damals ist ihm nicht zu Kopf gestiegen. „Einen guten Tag noch,“ ruft er mir hinterher.

Im Gärtnerplatzviertel sind viele Besucher aus Berlin. Sie lieben München, lassen aber auf ihre eigene chaotische Stadt nichts kommen.

Da rauscht auch manches Gesicht von früher vorbei. Was man für Freundschaft hielt, wurde zum Verrat. Ein schlohweißer Vollbart schaut herüber. Das war einmal, vor achtundzwanzig Jahren. Vier Faschingsnächte, durchgefeiert ohne Pause. Und ein paar Wochen später schon – vorbei, wie vieles anderes auch. Sogar vermeintlich gute Freunde sind manchmal bestechlich, werden zu Verrätern und rasten aus, wenn man sie ganz durchschaut,

Die allgemeine Forschung schreitet unaufhaltsam weiter. Der tiefe Hall des Universums, wird immer deutlicher, bis zu Entfernungen von Milliarden Lichtjahren: Spiralnebel, Planeten. Unbekannte Galaxien. Farbenprächtig, detailscharf ist der Blick der Weltraumteleskope. Sie finden die Gesetze, die Sterne wachsen und verglühen lassen. Sogar die Schwarzen Löcher, die alles Licht verschlingen, werden geprüft und aus verschiedenen Perspektiven klarer erkennbar. Ein Mysterium, ein magisches Geheimnis, gibt seine letzten Rätsel niemals preis. Doch vieles andere schon, nach den Regeln der Astrophysik, Chemie, Mathematik. Sie öffnen weit die Tore zu den Höhen und den Tiefen der Erkenntnis.

Auch die Gesichter aus der Nähe, vertraut seit vielen Jahren. Der starke Sportler, jetzt im Rollstuhl, gewinnt an neuer Kraft. Und ein Zufallstreffen, ein spontanes  Gespräch.auf einer Terrasse, mit einem achtzehnjährigen Abiturienten aus Mühldorf, der nicht studiert und keine Arbeit findet, nur Gelegenheitsjobs.

Sie vereint der Lebenswille, die Hoffnung und Kraft, sich nicht passiv zu ducken. Sie sind nicht Teil der angepassten, dumpfen Masse, die sich fernsteuern und dirigieren lässt von skrupellosen, unsichtbaren Marionettenspielern, die im Schatten ihre Fäden ziehen, gesetzlos, rücksichtslos.

Die Schicksalsmühlen drehen sich langsam, aber sicher. Sie schasufeln aus dem Schatten die Betrüger. Sie heben die Gerechten an das Licht. Vor zweitausend Jahren schon schrieben die Propheten über den Charakter der Menschen, „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Und das wird immer bleiben, weil alle Daten sichtbar werden, rekonstruierbar sind, die Spuren der Opfer und die Spuren der Täter. Das dreht sich immer schneller, und über allem herrschen, unsichtbar, die ewigen Gesetze des Universums.

Hier findet man mehr über

„Die magische Welt der Symbolik“ :

http://luft.mind-panorama.de/category/6-die-magische-welt-der-Symbolik/