Die Harmonie der Welt

12.6.2017. Heute war zunächst ein Tag mit kühlen Regenschauern. Dann folgte  wolkenlose Hitze. Drinnen in einem anderen Haus murmeln  nur wenige Stimmen, die an gekühlten Speisetheken halblaut sich dämpfen und verkleinern. Freie Fahrt Fahrt für viele Assoziationen.

Dann eine kleine Außenterrasse. Auch dort ist der Schauplatz zunächst gesichtslos, anonym. Doch schon seit Jahren gut bekannt. Mit anderen Leuten, die sich gegenseitig kennen. Der Eine lacht und macht deutliche Bewegungen. Der Andere ist eifersüchtig und beleidigt. Auch da genügen   ein paar  Zeichen, rasche Handbewegungen, als freundliche Signale und ein Lächeln, dass die ganze Lage rasch  entspannt. Und dann erscheinen zwei bekannte Gesichter, die im Gespräch sich selbst genug sind. Was ist das? Die Harmonie der Welt, in allen Rissen, Sprüngen, trotzdem leicht erkennbar.

Gestern vor einem Eiscafé am Laimer Platz. Da blitzte Sonne durch das dichte Laub Und ganz ernste Töne klangen an. Zerreden kann man das gar nicht.

So ist es, wenn man nachdenkt. Da rollen ständig Bildergalerien vorbei, die Niemand ordnet. Doch sie sind den anderen Dimensionen ganz nah.

Arnold Schönberg (1874 – 1951 hat mit seiner streng kalkulierten Zwölftonmusik versucht, die Grenzen aller vorherigen Regeln der Musik zu sprengen. Vorher hat er sich an die Grenzen gewagt, in den „Gurreliedern“, mit folgendem Text:

„Es ist Mitternachtszeit. Und unselige Geschlechter stehen auf aus vergessnen, eingesunknen Gräbern. Und sie blicken mit Sehnsucht nach den Kerzen der Burg und der Hütte Licht.

Und der Wind schüttelt spottend nieder auf sie: Harfenschlag und Becherklang und Liebeslieder. Und sie schwinden und seufzen: „Unsre Zeit ist um“.

Mein Haupt wiegt sich auf lebenden Wogen, Meine Hand vernimmt eines Herzens Schlag, Und meine Lippe jubelt: „Jetzt ist meine Zeit!“

Daniel Kirch singt: „Es ist Mitternachtszeit“

https://www.youtube.com/watch?v=EFJRH2NHFIw