Die Säulen der Gerechtigkeit

1.8.2015. Die gelben Farben der Natursteine spiegeln am Gebäude der jüdischen Synagoge die Farbe der nordafrikanischen Wüsten. Dort liegen die Ursprünge von drei großen Weltreligionen, also die sichtbaren Zeichen der mystischen Transzendenz, die die Grenzen der Realität überschreitet. Im Altertum glaubte man, dass die langsam kreisenden Planeten himmlische Musik erzeugen, die Sphärenklänge. Ein Ausdruck der Vollkommenheit, nach der sich viele Denker sehnten, die nie erreichbar, doch immer anzustreben ist.

Zwei Säulen standen am Eingang zum Tempel des weisen Königs Salomo: Boaz und Jaquin. Sie deuteten hin auf das universale Dualitätsprinzip von Recht und Unrecht, Licht und Schatten. Wenn eine Waagschale sich einseitig senkt, zeigt sie ein falsches Gewicht an. Erst im Gleichgewicht, auf gleicher Höhe, ist das richtige Maß erkennbar.

Schon immer, noch bevor die ersten Gesetze aufgeschrieben wurden, galten sie und wirkten. Auch die archaischen Schiefertafeln von Moses mit den Zehn Geboten dokumentieren nur, was auch den Mächtigsten  die Grenzen zeigt, von Anfang an. Denn Gesetze gelten auch in der Biologie, Physik, Chemie, in Großkonzernen. Wer sie verletzt, richtet Schaden an und spürt die Folgen von Unglaubwürdigkeit, zerstörtem Vertrauen – bis zum Konkurs und dem Verlust ergaunerter Privilegien.

So lassen sich selbst die ungeheuren Massen der Computerdateien reduzieren auf das Prinzip der Ziffern Null und Eins. Selektoren filtern aus Datengebirgen gezielt Informationen heraus. Das funktioniert nicht nur einseitig. Was im Schatten bleiben will, dringt an das helle Licht. Wer überwacht, wird selbst ausspioniert, aus unbekannten Richtungen. Die feinsten Spuren sind auch viele Jahre später noch erkennbar und zu deuten.

Was zählt, ist die Absicht, das Motiv. Raffgier, Machthunger, Größenwahn bekämpfen die Menschenrechte, die Verfassungen . Doch am Ende wartet die Gerechtigkeit. Das Regelwerk der kleinsten Teile duldet nicht die rücksichtslosen Schadenstifter, denn sonst zerstört es sich selbst. So wie ein Orchester nur dann Wirkung hat, wenn alle Mitwirkenden die Noten beachten.

Melancholie über die Brüche  und Risse der Welt regt an zu neuen Gedanken. Naturbilder beruhigen und beleben. Viele Stimmen schallen jeden Tag. Ein großer, farbenreicher Chor, der das Bewusstsein vertieft und erweitert.  Aus dem kühlenden Schatten der Laubbäume, im gleißenden Sonnenlicht, wird auch die Lüge erkennbar und das ferne Licht der Wahrheit, das immer heller wird,

Vier Ur-Elemente beherrschen die Welt. Das Feuer ist auch das Zeichen lebhafter Gedanken. Die Luft steht für die übergeordnete Dimension des Geistes und der Weisheit. Die Erde  ist das Fundament der Pflanzen und aller Lebewesen. Im Wasser der Ozeane entstanden die ersten Tiere, die sich nach den Regeln der Evolution in  unterschiedlichen Arten  fortentwickelten, bis hin zu den vielen Erscheinungsformen des Menschen. Der mittelalterliche Dichter Wolfram von Eschenbach schrieb dazu in seinem Hauptwerk „Parzival“:

„Vom Wasser kommt der Bäume Saft. Befruchtend, gibt das Wasser Kraft aller Kreatur der Welt. Vom Wasser wird das Auge erhellt. Wasser wäscht das Auge rein, dass kein Engel möge lichter sein.“

Hier erfährt man noch mehr über

„Die Gesetze des Universums“

http://luft.mind-panorama.de/die-gesetze-des-Universums/