Erhellung

3.11.2016. Namen bedeuten immer etwas. Das klingt banal. Belanglos. Aber das ganze Universum ist davon durchdrungen. Sogar im Selbstverständlichen. Die Bierstadt München hat eine Marke „Edelstoff“, die etwas Besonderes verspricht und auch hält. Vor kurzem hat ein alter Freund das genossen und wurde dabei immer gesprächiger und lebhafter. Noch wirkungsvoller ist die Marke „Erhellung“, die gedankliche Bereiche anrührt wie Erkenntnis, Erleuchtung, Weisheit.

Ernst nehmen muss man das nicht, aber die Namensgeber haben sich etwas dabei gedacht. Im zuletzt genannten Beispiel wirkt es sogar. Denn die Erhellung brauen die Spezalisten in großen Metallkesseln, im eigenen Wirtshaus, und das amgrenzende rustikale Bräustüberl ist abends meist ausgebucht, obwohl es nicht besonders gemütlich ist, aber einfache, delikate Spazialitäten bietet, wie ein Brotzeitbrettl oder einen fetten Obatzden. Das ist ein kräftig gewürzter Camembert.

Nicht nur an den Holztischen, links und rechts an der Theke stehen Gäste, die gern zu Gesprächen bereit sind. Und dann wird es oft sehr spät. Warum? Weil das Bewusstsein sich öffnet. Wenn man es nicht übertreibt.

Jeden Tag rauschen Menschenmassen vorbei. Die Details nimmt man nicht wahr, denn der Verstand ordnet und trennt Wichtiges von Unwichtigem. Dabei werden Ähnlichkeiten sichtbar. Automatische Systeme. die man zwar willkürlich verändern kann, die dann aber ihre langsam gewachsene, gereifte Energie verlieren.

Komplizierte Räderwerke müssen zusammen passen, genauso wie die kleinen Mosaiksteine eines großen Bildes, das in alten Kathedralen beim Sonnenaufgang, in der Morgendämmerung immer heller leuchtet.

Wird das gestört, gibt es keine Rezeptbücher. Das Grobe passt, aber die feinsten Instrumente wirken gar nicht. Nur die Summe aus tausenden, gut verbundenen Einzelteilen: Wissen und Erfahrungen in Grenzbereichen. Physik, Chemie und noch Viel mehr. Nur keine groben, plumpen Finger.

Dann öffnet sich das „Buch der Wunder“. So nannte Marco Polo (1254 – 1324) den Bericht über seine Reise in das damals fast unbekannte China. . Ein anderer Entdecker, Kolumbus (1451 – 1506) suchte Indien und fand Amerika. Ganz andere, unsichtbare Dimensionen fanden Albert Einstein und Sigmund Freud.

Und es gibt immer unbekannte Geister, die im Dunkeln träumen, warten, denken. Auf was? Auf das, was Georg Friedrich Händel (1685 – 1795) nannte, in einem seiner Lieder: „Die ewige Quelle des göttlichen Lichts“. Hier kann man es hören:

„Eternal source of light divine“

https://www.youtube.com/watch?v=HDtJoaii0NI

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