Forever Young

2.3.2016.  In Gesprächen, Texten, Nachrichten tauchen Stichwörter auf, die wie ein Assoziations-Feuerwerk wirken, sich verknüpfen und auf ganz andere Themen verweisen. Der astronomische Frühlingsanfang ist am 20. März 2016, aber gestern war schon zu hören, dass es jetzt soweit ist. Dabei war morgens alles dick verschneit und frostig kalt. Der März gilt einfach als Frühlingsmonat. In einem Mail las ich kürzlich das Stichwort „Forever Young“. Das ist ein Lied der deutschen Rockgruppe „Alphaville“ aus Münster in Westfalen, mit dem sie im Jahr 1984 international berühmt wurde. Der Text:

„Some are like water, some are like the heat
Some are a melody and some are the beat
Sooner or later they all will be gone
Why don’t they stay young?“
Alphaville singt hier  „Forever Young“ :

https://www.youtube.com/watch?v=IGAVwQAmAHs

„Forever Young“ – das ist die uralte Sehnsucht nach ewiger Jugend, nach Unsterblichkeit. Für den Körper ist das unmöglich, aber die Kunst hat schon vor zweitausend Jahren eine Statue des römischen Kaiser Augustus (63 v.Chr. – 14 n.Chr.)  geschaffen, die bis ins Detail sehr lebensecht wirkt:

http://www.livius.org/a/1/emperors/augustus_primaporta.JPG

Auch die Ideen großer Denker sind unsterblich. In unserer Zeit gibt es dabei völlig  neue Herausforderungen. Das Internet schafft ganze Armeen im Schatten, deren Bewegungen immer stärker sichtbar werden, aber nicht beherrschbarer, weil unendlich viele Quellen die Auslöser sein können. Ein Verwirrspiel mit einer Fülle veränderlicher Elemente, deren Wechselwirkung nicht voraussehbar ist.

Bilder zeigen eine Oberfläche, hinter der sich ganz andere Dimensionen verbergen können. Das abstrakte Denken kann sie formulieren, aber in der fernen Frühzeit der ersten Hochkulturen gelang das noch nicht. Deshalb gab man den sichtbaren Naturerscheinungen eine Bedeutung, die bei den vier Urelementen folgende Bereiche kennzeichnete: Luft = Geist. Feuer = Energie. Erdboden =  Fundament. Wasser = Lebensquelle. Aus diesen einfachen Stichwörtern entstanden  in Millionen Jahren gewaltige Gedankengebirge.

Dabei wurde das abstrakte Denken immer wichtiger, weil es Formeln, Gesetze, Methoden und Regeln darstellen kann. Vernachlässigt hat man dabei die Macht der Bilder, die in der Realität allgegenwärtig sind. Bilder lassen sich technisch manipulieren und fälschen, aber auch kritisch untersuchen, wenn Details nicht zueinanderpassen. Dahinter verbirgt sich eine Super-Realität, die mit Messinstrumenten nur teilweise erfasst werden kann. Weitere Einblicke kommen aus Bereichen, die bisher nicht so beachtet wurden wie sie es verdienen: Der Instinkt, der reflexartig Signale aussendet. Die Emotionen, die mit einer vielfältigen Farbenpalette auf Eindrücke reagieren. Und Anderes, das aus Platzgründen hier den Rahmen dieses Artikels sprengt. Zum Beispiel die Möglichkeit, in einem Text zwischen den Zeilen zu lesen und aus Wortwahl, Sprachfehlern, Wiederholungen Rückschlüsse zu ziehen.

Immanuel Kant (1724 – 18.04) formulierte den „moralischen Imperativ“: „Handle stets so, dass dein Willen die Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung werden könnte.“ Über den Nachthimmel schrieb er, sinngemäß: „Zwei Dinge erfüllen mein Denken mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, der Sternenhimmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“

Zarah Leander sang im Jahr 1938 „Drei Sterne sah ich scheinen“ :

https://www.youtube.com/watch?v=vJycB5XJy0Q

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