Falsche Gutachten, Justizskandale

30.11.2015. Hitchcocks erster Hollywood-Film „Rebecca“ handelt von einer bösartigen Haushälterin, die mit Psychoterror die zweite Frau ihres reichen Chefs tyrannisiert. Ingrid Bergman spielt in dem Film „Das Haus der Lyady Alquist“ eine reiche Villenbesitzerin, die ahnungslos einen Verbrecher heiratet. Wenn er mit ihr durch das Haus geht, flackert plötzlich das Licht, und er will ihr einreden, sie leide unter Wahnvorstellungen. In dem Film „Mitternachtsspitzen“  hört Doris  Day eine unheimlich kreischende Stimme im Nebel, während  ihr Ehemann behauptet, sie bilde sich das ein, um sie in den Wahnsinn zu treiben. In einer Folge der britischen Krimiserie „Inspektor Barnaby“ installiert ein  krimineller Nachbar im Schlafzimmer-Radio einer Frau Abhörmikrofone und  Lautsprecher, um sie zu erschrecken, auszuspionieren und ihr den Mord an zwei Besuchern in die Schuhe zu schieben.

Diese Handlungen sind zwar frei erfinden, aber durchaus auch in der Realität möglich. Gestern traf ich einen alten Freund und sprach mit ihm über das Thema. Er fragte dann, „Wie eerkennt man eine psychische Erkrankung?“ Die Antwort findet man hier, aber in einer negativen Veriante:

Mein Gesprächspartner ist völlig normal, hat eine längere Krise gut überstanden und kleine Fehler, wie jeder andere auch. Jetzt werde ich anhand realer Details in einem absichtlich gefälschten Gutachten beschreiben, wie man ihm trotzdem eine schwere Störung anhängen kann:

  1. Er verspätete sich um fünf Minuten; Bewertung: Gedächtnislücken, Realitätsverlust.
  2. Er schaute während des Gesprächs andere Lokalbesucher an. Bewertung: Konzentrationsstörungen. Gehirnschwäche.
  3. Er lenkte auf andere Themen ab. Bewertung: Wahrnehmungsverlust.
  4. Bei der Frage nach dem aktuellen Tagesdatum musste er 30 Sekunden lang nachdenken. Bewertung: Demenz.
  5. Die Frage, „Wie ist das Wetter?“ beantwortete er mit, “ Es ist kalt“, obwohl er eine dicke Winterjacke trug. Bewertung: Orientierungsverlust. Halluzinationen.

Dieses „Gutachten“ ist natürlich nur ein Scherz. Aber die eingangs genannten Kinofilme zeigen, dass man psychische Störungen auch künstlich erzeugen kann, um Menschen zu schaden.

Wenn dabei bezahlte Gerichtsgutachter  im Einsatz sind, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, dass sie Aufträge von Richtern bekommen, die einen Fall nicht selbst beurteilen können, kommt es immer wieder zu Katastrophen.

Eine davon wird hier im Detail beschrieben:

„Der Bayreuther Fall Mollath“

http://luft.mind-panorama.de/category/fall-mollath/.