Gethsemane

6.6.2016. Statt sich mit der Lösung der großen aktuellen Probleme zu beschäftigen, hat der Deutsche Bundestag vor ein paar Tagen abgestimmt über das Thema „Völkermord“. Der ausgiebig durchdiskutierte Krieg im fernen Armenien war schon vor hundert Jahren. Die Bewertung ist nur noch Sache der Historiker. Für alle vorhersehbar, hat der türkische Präsident Erdogan wütend reagiert und sogar die türkischstämmigen Bundestagsabgeordneten.als Terroristen bezeichnet, Dieses Stichwort wird mittlerweile als Allzweckwaffe gegen Andersdenkende und eigenständige Meinungen verwendet, auch gegen Journalisten. Zu bedenken ist auch, dass angebliche Beweise manipuliert und gefälscht sein können, mit Computerprogrammen ein Kinderspiel.

Vorletzte Woche gab es im „Spiegel“ ein Porträt des sechzigjährigen John Crane., seit 25 Jahren leitender Mitarbeiter im amerikanischen Verteidigungsministerium (Pentagon). Er war Generalinspekteur für Whistleblower, also Insider, die Straftaten in der eigenen Firma aufdecken. John Crane bemerkte, dass selbst seine Vorgesetzten Regeln und Gesetze brachen, beschwerte sich erfolglos. Im Jahr 2013 wurde er fristlos entlassen, als Teil einer „systematischen Kampagne“ (Crane) von Vergeltungsmaßnahmen. Sein Fall wird zur Zeit vom amerikanischen Justizministerium überprüft.

Der Dreißigjährige Krieg in Europa von 1618 bis 1648 endete nur deshalb, weil alle beteiligten Staaten kein Geld mehr hatten, keine Soldaten und die Länder mit ihrer Landwirtschaft und anderen wichtigen Elementen nichts mehr produzieren konnten.

Die meisten Kriege sind überflüssig und nützen nur denen, die daran verdienen. Im Beruf sind das die Schleimer und Intriganten, die sich beim Chef beliebt mit Verleumdungen machen, dafür belohnt und befördert werden, während andere die Arbeit machen. Zwangsläufig ergibt sich daraus ein schlechtes Betriebsklima, und überall in das laufende Räderwerk wird Sand gestreut, bis es immer langsamer wird und der ganze Verein schließlich Pleite geht. Trotzdem erstaunlich, welche Summen die Tagespresse in den letzten Tagen bei Sepp Blatters Weltfußballverband FIFA genannt hat, wo Bestechungslohn  in privaten Taschen spurlos verschwunden ist.

In den Hexenprozessen vor fünfhundert Jahren gab es überhaupt keine Schuldigen, aber Tausende wurden trotzdem auf Scheiterhaufen verbrannt. Im fränkischen Bamberg wurde sogar der gesamte Stadtrat angeklagt. Die Chronisten der damaligen Vorfälle vermerken, dass erstaunlich viele Denunzianten, Verräter, Nachbarn, vermeintliche Freunde aktiv wurden, um ihre Mitbürger um die Existenz zu bringen. Aber auch der Spuk war eines Tages vorbei.

Andrew Lloyd Webber hat vor vierzig Jahren  mit „Jesus Christ Superstar“ kein Musical komponiert, sondern eine  Rock-Oper ohne gesprochene Dialoge. Einer der dramatischen und musikalischen Höhepunkte ist „Gethsemane“, ein nächtlicher Monolog, der mit dem Auftauchen römischer Soldaten und dem Verrat durch den falschen Jünger Judas endet. Dazu die Worte des Verratenen: „Judas, must you betray me – with a kiss?“

Hier sieht man diese Szene aus der Kinoververflmung von 1973:

„Gethsemane“

https://www.youtube.com/watch?v=I3mFBh2z9sc

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