Goldschätze unter dem Kopfkissen. Guter Rat ist teuer. Oder auch nicht.

19.6.2019. In einer Zeit der Null-Zinsen, stagnierender Gehälter und wachsender Inflation suchen Viele nach wertbeständigen Anlageformen. Gold ist dabei immer noch die Nummer 1, auch für kleinere Einkommen. In Form von Münzen oder Barren ist dabei egal. Aber wenn man Niemand mehr traut, wo soll man es im Haus verstecken? Unter dem Kopfkissen, im Wäscheschrank oder Keller? Erzählt man überhaupt davon, bekommt man überraschend neue Freunde, die sich gern zum Kaffee einladen oder die Wohnung zeigen lassen und sich schon mal umschauen.

Der gute Rat lautet hier: Alles bei der Bank deponieren und genaue Quittungen sammeln, mit mindestens vier Unterschriften auf jeder Seite und der Verfügung, dass nur der Inhaber selbst nachschauen darf.

Dieser Rat ist kostenlos, wird aber nicht immer befolgt. Von Beratung lebt eine ganze Branche: Das Consulting. Das ist aber überhaupt nicht billig, sondern kassiert Provisionen, gemessen am Gesamtwert des verwalteten Vermögens.

Peinlich ist es auch, wenn Investmentbanker, deren Hauptaufgabe die Vermögensberatung ist, von der Sache nicht viel verstehen und nur auf ihr eigenes Einkommen schielen. Dabei sind auch schon große Firmen Pleite gegangen. Wenn es keine Haftungsklausel gibt, kassiert der Ratgeber trotzdem. Oder Wirtschaftsberatungsunternehmen retten das, was für sie selbst noch herauszuholen ist. Gerichte sind mit der Prüfung gelegentlich überfordert, beauftragen dann teure Gutachter und berufen sich auf deren Weisheit.

Wie lässt sich eine Fehlentwicklung rechtzeitig erkennen ? Durch die Prüfung der Kennzahlen. Das sind die Ergebnisse, die in einer Bilanz enthalten sind und außerdem in der dazu gehörigen Gewinn-und Verlustrechnung. Die Werte für sich bedeuten gar nichts. Erst ihr Vergleich mit früheren Kassenabschlüssen zeigt positive oder negative Tendenzen, also Fehlentwicklungen, die an die Substanz gehen. Zwischendurch ist das auch nicht so wichtig. Aber wenn in mehreren Folgejahren die bedrohlichen Zeichen sich nicht verbessern, dann kann man nicht mehr tatenlos die Hände in den Schoß legen.

In einigen Vorstandsetagen berühmter deutscher Autokonzerne hat man das offenbar ganz anders verstanden. Wenn Abgasmessungen, die der Reinhaltung der Luft diesen sollen und von normalen Menschen gar nicht überprüft werden können, vorsätzlich gefälscht werden, indem man die Computerprogramme manipuliert, kann das nicht ewig gut gehen. Die Fälle sind immer noch im Stadium der Ermittlungen und Aufklärung. Aber schon zeigen alle Presseveröffentlichungen, dass Milliardenzahlungen an Entschädigungen fällig werden und Klagen der geschädigten Autofahrer zweifelsfrei erfolgsversprechend sind. Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeiten zahlen die Haftpflichtversicherungen für Manager gar nichts, und Jeder haftet mit seinem Privatvermögen. Das dürfte auch für Multimillionäre eng werden.

Sie haben gedacht, das Ganze kommt nie heraus. Denn sie waren aufgrund anderer Leistungen hoch angesehen, hatten beste politische Beziehungen, viel Geld und Macht. Aber sie waren nicht allmächtig. Auch das „Sommermärchen“ der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland platzte wie eine Seifenblase, als bekannt wurde, dass die wichtige Entscheidung, die Vergabe durch den Weltfussballverband FIFA, mit Bestechungszahlungen gefördert wurde. So konnten erst einmal Alle verdienen. Aber die Schlussrechnungen werden ganz anders sein. Die Aufmarksamkeit der Fußballfreunde und ihr Interesse daran werden sich noch steigern. Ein paar Prominente, die früher gern Interviews gaben, sind plötzlich schweigsam geworden. Jeder weiß, warum.

Dazu passt die „Symphonie Phantastique“ von Hector Berlioz, dirigiert vom unvergessenen Leopold Stokowski. Die Titel der einzelnen Sätze lauten: Träumereien. Ein festlicher Ball. Idylle auf dem Land. Der Marsch zum Schafott. Hexensabbat.

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