Googles neue Schatzkammer

2.11.2019. Google vergrößert zur Zeit mit Höchstggeschwindigkeit seine Münchner Zentrale. Nicht weit vom Hauptbahnhof, also in bester Lage werden jetzt Räume für 1.500 Mitarbeiter hergerichtet. Nebenan arbeiten bereits 1.000 Experten für den Weltkonzern. Sie befinden sich direkt neben dem alten Biergarten Arnulfkeller, wo man die früheren Nutzer fast nie traf, weil sie während der Arbeitszeit nicht aus den umliegenden Fenstern von Kollegen beobachtet werden wollten. Nachbarn am anderen Ende des Geländes sind die Münchner Finanzämter Mit denen hat Google nie ein Problem gehabt, denn die Steuern werden selbstverständlich mit hauseigener Software überkorrekt gemeldet.

Probleme hat Google aber mit anderen Kunden, die sich zum Beispiel über mächtige Neugier ärgern oder unerwünschte Werbepost bekommen.

Dafür gibt es jedoch ganz andere, einfache und sichere Lösungen: Bei jedem Kauf eines neuen Computers müsste Google nur auf unerwünschte Programmapplikationen vollständig verzichten oder sie den Kunden zur Auswahl vorlegen.

Das ist möglich sofort bei der Anmeldung, mit Fragen, die Jeder nur mit Ja beantworten kann. Macht er das nicht oder überspringt er dieses Menü, dann werden die unerwünschte Teile auch nicht freigeschaltet.

Will der Nutzer sich aber selbst anschauen, was ihm da entgeht, dann muss man ihm eine Liste mit vollständigen kritischen Wahlmöglichkeiten anzeigen. Auf Mausklick werden bei jedem Stichwort leicht verständliche Erläuterungen eingeblendet. Und dann kann er mit „Ja“ bestätigen, dass ihm die ganze Welt vom privaten Monitor aus in das Wohnzimmer schauen darf. Zur Erläuterung gehören dann auch die Vorteile und Nachteile. Zum Beispiel: Ich möchte gern, dass Jeder, rund um die Uhr mir beim Frühstücken, Kochen und Im Badezimmer zuschauen kann. Nachteil: Die Aufzeichnungen können über das Internet an einen unbegrenzten Empfängerkreis weitergesandt werden, auch zur Familie Hintermoser, die über mich gar nichts wissen soll. “ Wird hier jedoch nicht die Ja-Taste gedrückt, dann wird auch die gesamte Funktion nicht aktiviert, Google bestätigt das mit dem Angebot an junge und alte Kunden, eine Million Euro Belohnung zu zahlen, wenn trotzdem Einer nur eine einzige Sicherheitslücke entdeckt. Außerdem gilt immer das Versprechen, dass keine derartigen Geheimfunktionen existieren, also auch nicht ausgenutzt werden.

Die 1.500 neuen Arbeitsplätze an der Hackerbrücke sind nuatürlich ein Beitrag zur Entlastung des angespannten Arbeitsmarktes. Aber die Plätze müssen nicht notwendigerweise in Gebäuden installiert werden. Von einer gesicherten Direktverbindung zum häuslichen Arbeitsplatz haben Alle etwas. Der Mitarbeiter kann mitwirken, wann es ihm passt, außer bei wichtigen Geschäftsterminen. Die Firma bezahlt sowieso nur den Wert der feststellbaren Leistung. Wer faul ist, verdient gar nichts und bekommt eine Empfehlung, woanders sein Glück zu versuchen.

Da ich vor dreißig Jahren mit dem neuen Google-Gelände beruflich zu tun hatte, kenne ich die damalige Nutzung der Räume. Google selbst weiß genau, was es zu tun hat und braucht keine Belehrungen. Aber manchmal sind auch Informationen interessant. Und der Austausch von Daten ist bekanntlich das weltweite Zentralthema aller Internetfirmen. Da braucht sich Niemand einzumischen, wenn er nicht gefragt wird.