Greensleeves

22.6.2016. „Jetzt ist der Winter unseres Missvergnügens ein großer Sommer.“ Das klingt freundlich und passt  zum heutigem, erstmals heißen Sommertag in diesem Jahr. Aber mit diesen Worten beginnt auch William Shakespeares düsteres Königsdrama „Richard III“, über einen historisch  tatsächlich existierenden englischen König (1452  -1485). Der böse König Richard bringt alle um, die ihm in die Quere kommmen, und Shakespeares Phantasie hat das auführlich und breit ausgewalzt, in einer Sprache, die starke musikalische Elemente enthält, im Sprachklang, Rhythmus und gedanklichen Anspielungen.

In seiner Komödie „Die lustigen Weiber von Windsor“ aus dem Jahr 1602 hat Shakespeare bereits das berühmte  Volkslied „Greensleeves“ erwähnt. Hier kann man es hören:

https://www.youtube.com/watch?v=Ak85S5KZoKE

Aber das war nicht alles. Shakespeare hat das ganze weite Panorama der menschlichen Wahrnehmung gekannt und beherrscht. Im romantisch verträumten „Sommernachtstraum“. In den düsteren Mordphantasien der schottischen „Lady Macbeth“. Im philosophisch hoch aufgeheizten „Hamlet“. Und im Eifersuchtsdrama von „Othello“,dessen große Liebesszene Giuseppe Verdi in seiner gleichnamigen, vorletzten  Oper mit ausgiebigen musikalischen Zitaten aus Richard Wagners „Tristan“ ausgeschmückt hat. Hier kann man das anschauen, mit Lisa Della Casa (Desdemona) und Bayreuths unvergessenem Superstar Wolfgang Windgassen (1914 – 1974) :

https://www.youtube.com/watch?v=eGlIckiMH78

Shakespeare hat mit einer Überfülle von Ideen und ganzen Heerscharen von  handelnden Personen ein  Universum der menschlichen Persönlichkeit entfaltet. Eines der Hauptthemen: Der Charakter ändert sich nicht. Ein Betrüger bleibt immer ein Betrüger, auch wenn er sich noch so schlau tarnt. Etwas Anderes ist die mögliche Veränderbarkeit von schlechten Gewohnheiten durch Erfahrungen und durch Gesetze, die für Alle gelten.

Manche verstehen das nicht, weil sie vorübergehend Erfolg haben mit ihren Verbrechen. Doch selbst die raffiniertesten Shakespeare-Schurken werden am Schluss seiner Dramen von ihren Untaten eingeholt und auch nach langen Jahren bestraft von der „göttlichen Gerechtigkeit“.

Sehr eindrucksvoll und aufwändig hat Regisseur Franco Zeffirelli für das Kino Shakespeares „Romeo und Julia“ verfilmt. Ein Lied darin hat der Komponist Nino Rota (1911 – 1979) einfühlsam in der Atmosphäre der Renaissance-Zeit im 17. Jahrhunderts,  nachempfunden. Text: „Eine Rose blüht. Dann  verwelkt sie. So ist die Jugend. Und auch die Schönheit.“

„A rose will bloom,
It then will fade
So does a youth.
So does the fairest maid.“

Hier kann man das Lied aus dem Film hören und sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=zCQMlyXMRJE

.