Große Freiheit Nr. 7

17.9.2020. Kurz vor dem Kriegsende entstand 1944 „Große Freiheit Nr. 7“, ein Kinofilm mit Hans Albers über die Reeperbahn, das Hafen- und Amüsierviertel am Hamburger Hafen. Während der Dreharbeiten wurde die Stadt ständig von englischen Militärflugzeugen mit Bomben angegriffen. Dann unterbrach man die laufenden Aufnahmen des farbigen Tonfilms, bis wieder Ruhe war. Helmut Käutner schuf eine melancholische Komödie um den Seemann Hannes Kröger (Hans Albers) und seine untreue Freundin Gisa Häuptlein (Ilse Werner). Albers durfte bekannte Seemannslieder wie „La Paloma“ singen. Käutner trat in einer Nebenrolle als Seemann selbst auf. Eine Komödie in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs! Propagandaminister Joseph Gobbels verbot den Streifen sofort, aber ein paar Monate später war er selbst weg. Das Hamburger Melodrama wurde ein großer Publikumserfolg.

Wieder hatte Helmut Käutner (1908 – 1980) seine Vielseitigkeit bewiesen. Später schuf er auch: „König Ludwig II.“ über den bayerischen Märchenkönig, „Der Hauptmann von Köpenick“ mit Heinz Rühmann und „Die Lausbubengeschichten“, nach Kindheitserinnerungen des streitbaren Ludwig Thoma. Jedesmal fand er eine wirkungsvolle Umsetzung der unterschiedlichen Themen. Auch die Musik spielte dabei eine markante Rolle.

Das Hamburger Hafenviertel ist nicht ganz so romantisch. Während meiner Militärzeit von Juli 1969 bis Dezember 1970 ging es aus der Kaserne in Bad Segeberg jeden freien Samstag frühmorgens mit dem Zug nach Hamburg, und dann kreuz und quer durch die Innenstadt. Abends konnten Soldaten für ermäßigte acht Mark in die Staatsoper. Das gehörte damals oft dazu, zum ersten Mal überhaupt. Sonst mussten in der abgelegenen westfälischen Provinz Radioübertragungen und Bücher dafür reichen.

Wollte man tagsüber den Hafen sehen und den großen Ozeanschiffen bei ihrer Abfahrt und Ankunft zuschauen, musste man in den Stadtteil St. Pauli. Dort war das weltweit bekannte Ausgeh- und Vergnügungsviertel. Die nur kurz verweilenden Matrosen hatten auf ihren langen Fahrten nur die Kollegen als Gesellschaft. In Hambug konnten sie Dampf ablassen. Direkt neben der Polizeistation „Davidswache“ standen an der belebten Straße die Frauen mit schwarzen Miniröcken, tief ausgeschnittenen Blusen, hohen Stöckelschuhen und schrill gefärbten Frisuren, Tag und Nacht warteten einige einschlägige Stundenhotels und viele Bierlokale, vor denen Türsteher die Passanten laut mit derben, anfeuernden Lockrufen vorbeigehen ließen.

An der Reeperbahn war kein Sperrbezirk, der die käufliche Liebe verbietet. Das geht sowieso nicht, es ist das älteste Gewerbe der Welt. Aber damit kein Chaos entsteht und die braven Kinder nicht erschrecken, hat man das Treiben in allen Großstädten auf ganz genau markierte Straßen beschränkt. Wer trotzdem im Internet Reklame für sich macht, muss irgendwann damit rechnen, dass böse Zungen oder neugierige Neidhammel herumplaudern. Dann kommt von der Polizei eine Strafanzeige, genauso wie bei erhöhter Geschwindigkeit. Die Autofahrer verlieren ihren Führerschein, wenn sie es übertreiben. Und wenn an dem Lappen auch noch das berufliche Gehalt hängt, wird es bitter.

Lachen kann man über die Münchner Spider Murphy Gang. „Rosi“ ist in München auch ein Spitzname für Männer, die Filme drehen. Aber „Skandal um Rosi“ meint eindeutig eine Frau, wenn es im Text heißt: „Rosi hat ein Telefon. Auch ich habe ihre Nummer schon. Und draußen – vor der großen Stadt, stehen die Nutten sich die Füße platt.“ Weil sie dort kein Telefon haben. Hier ist das ganze Lied:

https://www.youtube.com/watch?v=oESfa8jt0p8

Helmut Käutners berühmter Film über die Reeperbahn, das Hamburger Hafenviertel, ist hier vollständig zu sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=wnJj-XIQfak

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