Islands alte Gesichter

28.7.2020. Island (Eisland) ist kalt. Nur wenige Gebiete sind besiedelt. Aber auf der überschaubaren Insel im Norden findet man konzentriert die vier Ur-Elemente: Feuer. Wasser. Erde. Luft. Sie reichten aus, um Leben entstehen zu lassen. Feuervulkane heizten das Wasser von stillen Seen. Die Erde war das Fundament aller Pflanzen und Tiere. Die Luft war zum Atmen notwendig. Der Wind bewegte die Schiffe zum Fischfang und zu Raubzügen auf dem Festland. Außerdem endete der Bereich des Sauerstoffs über dem Wolkenhimmel, dessen wechselnde Farbe sich in den Ozeanen spiegelte. Über dem Himmel vermutete man den Wohnsitz allmächtiger Götter. Vom gesamten Universum wusste man damals kaum etwas.

Weil man derartige Rätsel nicht lösen konnte, entdeckten die Bewohner übernatürliche, magische Antriebskräfte in sämtlichen Ur-Elementen. Sogar in stummen Pflanzen und in leblosen Steinen, deren unsichtbare Benutzer sich überall einmischten und das Schicksal beeinflussten. Glück und Unglück.

Später entwickelten sich auf dem ganzen Festland mächtige politische Ordnungen. Die überlieferten alten Sagen der Edda erzählen davon, von ewigen Gesetzen, grausamen Kriegen verfeindeter Sippen, Streit der Herrscher und spannenden Abenteuern in einer riesigen Bandbreite. So etwas gab es zwar auf allen Kontinenten, aber hier hatte es ganz eigene Farben, Methoden und unantastbare, heilige Traditionen.

Mit jeder elektronischen Suchmaschine kann man auf Entdeckungsreisen gehen und erlebt Überraschungen. Die genaue Schreibweise meines Familiennamens findet man in Deutschland kaum, aber sie ist sehr stark in Dänemark vertreten, teilweise auch in Holland, dann aber kaum noch. Vielleicht waren die alten skandinavischen Wikinger dort unterwegs und haben siegreiche Eroberungen gemacht, fremdes Land geraubt und Schätze fortgeschleppt. Übersetzt man den gefundenen Namen, bedeutet er wörtlich „Adler und Sohn“. Ein Hinweis darauf, dass ganze Familien ihre Beute vererbten.

Der Adler ist im Tierreich der mächtigste Raubvogel. In einigen Ländern dominiert er das nationale Staatswappen, in Österreich, Russland, den Vereinigten Staaten (USA) und auch im Berliner Bundestag. Vorher, im deutschen Kaiserreich und im Dritten Reich war das Bild des Adlers sogar sehr mächtig und naturgetreu, jetzt sieht man es in einer abgemilderten, freundlich stilisierten Form, die der ganzen Welt zeigt, dass Deutschland nur noch an Frieden, Versöhnung und Hilfe für Flüchtlinge denkt.

Warum machen die anderen Länder das nicht nach? Weil sie ihre Stärke und ihr Selbstbewusstsein aus ganz anderen Quellen bekommen. Der Blick in die Vergangenheit findet rasch große Erfolge, bei überragenden Leistungen in der Kultur, der Volkswirtschaft, dem technischen Fortschritt. Realisiert und anerkannt hat das die aktive, bewegliche Kraft der Staats-Gemeinschaft. Die umwälzenden Ideen kamen dabei oft von Einzelnen. Aber Einzelkämpfer mit hartem Überlebenstraining sind keine Zauberer. Nur wenn sie ständig ihre Fähigkeiten verbessern, ihr Wissen erweitern, nutzen sie auch dem Rest der Welt. Ganz vergessen wird dabei oft der Charakter. Er ändert sich nie. Ein Betrüger bleibt immer ein Betrüger. Nur seine Täuschungsmanöver werden raffinierter. Die Schauspielerei. Das Aufspüren von Schätzen, die Anderen gehören. Schminke und falsche Perücken. Am Ende Bestrafung und Verachtung.

Riesige Bibliotheken sind voll mit diesem Thema. Es existiert in der wisenschaftlichen Forschung, bei den Arbeitsabläufen großer Firmen. Bei Freunden und Verwandten. Überall. Doch warum bleibt das so?

Weil die Auswertung Lücken hat, falsche Methoden anwendet, auf ausgetüftelte Vertuschungsmanöver hereinfällt. Die Methoden der Forensik sind wissenschaftlich weit fortgeschritten, aber ein unbekannter Kontinent, ein rätselhaftes Neuland für Schmalspur-Experten, die irgendetwas aus dem großen Gesamtbereich studiert haben, aber allein mit dem Begriff „Neutralität“ nicht umgehen können, sondern Verdächtigungen als wichtiges Spurenelement falsch einschätzen.

Die Kunst hat eigene Erkennungszeichen. In der vierteiligen Fassung einer alten isländischen Sage sind derart viele Hinweise auf Lüge und Betrug enthalten, sogar verschlüsselt, dass dabei mehrere Ebenen der Wahrheit erkennbar werden. Das Wunderwerk erstaunt immer wieder. Es beginnt mit einem einzigen Instrument und einem dunklen Ur-Ton , dessen Melodie minutenlang wiederholt wird, bis das Orchester mit sämtlichen Instrumenten den ersten, frühen Beginn der Welt spiegelt.Im Rauschen eines reißenden Flusses. Dessen schwere Felsen tragen und schützen das „Rhein-Gold“, das wertvollste Naturmetall im Urzustand, das anschließend missbraucht wird für Weltmacht-Phantasien, nicht bezahlte Bauten, also für Luftschlösser, mit Hilfe von Verrat, Machtmissbrauch, Mordserien und einer Katastrophe nach der anderen. Genau wie in den alten isländischen Sagen endet das abgründige Spiel im Weltuntergang, dem „Ragnarök“. Die stolze Götterburg Walhall geht in Flammen auf. Der Rhein tritt über die Ufer und verschlingt den verfluchten goldenen Ring. Selbst der oberste Gott, Wotan, kann das nicht verhindern, denn er hat gegen kosmische Gesetze verstoßen, die älter und stärker sind als er selbst.

Hier hört man das krachende und donnernde Finale. In die letzten Augenblicke mischt sich allerdings eine hymnische Hoffnungs-Musik, die Utopie einer gereinigten Welt, die Melodie von der „Allmacht der Liebe“ und der Wiedergeburt . Eine buddhistische Idee :

https://www.youtube.com/watch?v=hjVbF62fSKk

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