Italien wackelt

16.1.2015. Italien, das alte Sehnsuchtsland der Nachkriegsdeutschen, hat immer noch seine Traumlandschaften und die zweitausend Jahre alten Weltstädte aus der Antike. Der Tourismus brummt. Industriegiganten wie Ferrari, Fiat, Ferrero sind weltberühmt. Leckerbissen wie Wein, Oliven und Zitronen gehen in alle Kontinente.

Doch vielen Bewohnern ist längst das Lachen vergangen. Die kleinen Leuten und der Mittelstand, also die Mehrheit, fürchten die Zukunft.

Für einen Freund habe ich vor zwei Jahren folgende Artikel geschrieben:

„Magic Italy“

http://magicitaly.jimdo.com/

Die Reichtümer Italiens sind unterschiedlich verteilt. Im Norden geht mittlerweile sogar die traditionelle Industrie auf leisen Pfoten. Im Süden schuften die Bauern körperlich hart für schwache Gewinne. Viele wandern aus.

Das Durcheinander kommt von der Politik. Andreotti und Berlusconi haben für ihre Freunde gewirtschaftet, der Rest war egal.

Sogar im Vatikan herrschte Chaos. Roberto Calvi, der „Bankier Gottes“, unterschlug Gelder. Er musste dafür büßen.

Der römische Journalist Gianluigi Gelmetti schrieb Bücher über die finanziellen Machenschaften hinter den Mauern der Kirchenzentrale

Dann begann der jetzige Papst Franziskus mit den Aufräumarbeiten. Die Überprüfung der Kassenbücher hatte personelle Folgen. Leitende Würdenträge wurden abgelöst. Und schon kurz  nach seinem Amtsantritt hatte der Papst verkündet, „So können wir nicht weitermachen.“

Ein Mann, ein Wort. Auch Ministerpräsident Matteo Renzi kämpft für Reformen, aber er stößt auf viel mächtigere Widerstände.

Die „Mafia Capitale“ in Rom sorgte erst kürzlich für Schlagzeilen. Dort knüpfte ein Netzwerk hochrangiger Seilschaften die  unbezahlbaren Verbindungen zu Spitzenbehörden und anderen zentralen Institutionen.

Mit Bestechung und anderen Varianten der Korruption wurden Entscheidungen beeinflusst, die der Allgemeinheit schadeten.

Die “ZEIT” berichtete darüber am 25.12.2014.

Zitat: “Die Mafia von Rom hat wenig gemein mit der Organisierten Kriminalität Süditaliens. Ihre Bosse handelten offensichtlich nicht mit Drogen, nur mit Aufträgen der öffentlichen Hand. Sie haben keine Dealer und keine Killer auf der Gehaltsliste, sondern leitende Angestellte, Assessoren und Polizisten. Fast alles Leute übrigens, die ausgesprochen billig zu haben waren, die sich verkauften für ein zusätzliches “Monatsgehalt” von 5000 Euro. Es ging nicht um das ganz große Geschäft – um Milliardenaufträge wie in Mailand, wo die kalabrische ’Ndrangheta die Baustellen der Weltausstellung Expo 2015 beherrscht hatte, oder wie in Venedig, wo sich rechte wie linke Politiker am Hochwasserschutz bereicherten. In der hoch verschuldeten Kapitale ging es um die letzten Krümel jenes gewaltigen Kuchens, den sich korrupte Politiker und Unternehmer bereits in früheren Jahrzehnten einverleibt hatten.”

http://www.zeit.de/2014/51/mafia-skandal-rom

Alle Sünden werden bestraft von universalen Mächjten:

„Die Gesetze der Ökonomie“

http://luft.mind-panorama.de/die-gesetze-der-oekonomie/