Marlene singt ein Wiener Lied

11.7.2017. Eine  Biermarke mit dem ungewöhnklichen Namen „Erhellung“ deutet darauf hin, dass der Inhaber nicht nur an seine Waren denkt, sondern an die geistige Dimension des Wissens und alter Erkenntnisse, deren höchste Stufe die Erleuchtung ist, der Einblick in Zusammenhänge, die das logische Denken überschreiten. Obwohl man das nicht durcheinander wirbeln soll, sondern nur die Wirkung von Querverbindungen, Verknüpfungen entdecken kann.

Die gerade erwähnte kleine Hausbrauerei, die das Bier „Erhellung“ in eigenen Räumen herstellt, hat ganz oben eine breite Theke, an der sich auch leicht Zufallstreffen ergeben und Ideen. Je nach Uhrzeit kann das lange dauern. Vor allem in der Abenddämmerung, auf der schattigen Außenterrasse, mit einem Blick auf die alten Bäume am Isar-Ufer oder gegenüber, auf die ziegelrote, gewaltige neugotische Kathedrale von 1886. Wer sich das Alles ausgedacht hat, ist in den vielen Einzelheiten eine Doktorarbeit wert. Nichts kümmert das die Einwohner ringsum, die in der Abenddämmerung noch lang verweilen.

Und nicht nur hier. Die lang vermiedene Innenstadt mit den anschwellenden Touristenmassen hat versteckte, malerische Winkel wie vor hundert Jahren. Die Reichenbachstraße ist voller Studentenlokale mit Theken aus den Fünfziger Jahren und kostenlosen Zeitungen, zum Beispiel der „Trachtenvogl“..

Dort steigert sich das Wissen, nicht so sehr mit Internet und Smartphones, sondern durch persönliche Kontakte. Der „menschliche Faktor“ ist dabei immer  unsichtbar, aber unverzichtbar.

Zu diesem Thema sang Marlene Dietrich im Jahr 1952 das eindringliche Wiener

„Hobellied“ von Ferdienand Raimund (1790 – 1836). Alle Worte sind glasklar zu verstehen, bleiben aber geheimnisvoll wie jede Art von Philosophie

https://www.youtube.com/watch?v=hxN-YqguUR8 

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