Metella beim Konstanzer Konzil 1418

29.9.2020. Zum fünfzigsten Geburtag standen wichtige Entscheidungen an. Außerdem durfte ich mir ein Reiseziel ausuchen. Diesmal war es eine Rundfahrt mit dem Auto um den ganzen Bodensee, von Meersburg nach Sankt Gallen in der Schweiz und wieder zurück, übr Bregenz. Da schloss sich ein Kreis in Süddeutschland, der vorher noch nie betreten wurde. Der Kreis ist die einzige geometrische Form ohne Ecken und Kanten. Deshalb gilt er als Zeichen der Vollkommenheit. Auch ein runder Geburtstag passt dazu.

Das Schloss Meerburg war der letzte Wohnort der westfälischen Dichterin Anette von Droste-Hülshoff, kurz „Anette“ genannt. Ihre Fenster lagen hoch über dem Wasser des großen Sees. In Sankt Gallen ist die alte Universität auch heute noch ein wichtiges Wirtschaftszentrum. Konstanz liegt auf der Mitte der ganzen Strecke.am Westufer. Dazu gehört die Blumeninsel Mainau, die im Sommer übervoll mit leuchtenden, blühenden Pflanzenanlagen ist. Am Hafen stht immer noch das Versammlungsgebäude, in dem im April 1418 die katholische Kirchenführung zusammentraf, auf Einladung des deutschen Kaisers Sigismund. Direkt neben dem Konzilsbau sieht man bei der Ankunft eine große Statue, mit erhobener rechter Hand, wie die amerikanische Freiheitssatue. Das ist Metella, eine vornehme Römerin. Sie war die Schwiegertochter von Marcus Crassus, der an der Ermordung von Julius Cäsar (100 – 15.3.44 v. Chr.) beteiligt war, der seinen besten Freunden zu mächtig wude, weil er als alleinherrschender Diktator die demokratischen Regeln der Republik beseitigen wollte. Das große Grabmal der angesehenen Cecilia Metella steht in Rom dort, wo die alte Heeres-Straße Via Appia beginnt, auf der sich die Soldaten versammelten, bevor sie ihre Eroberungsmärsche durch ganz Europa begannen, oft nur bewaffnet mit einem kurzen Schwert (Gladio). In der Arena ddes Colosseums kämpften Gladiatoren (Schwertkämpfer) gegeneinander, um dem vom Wein aufgeheizen Publikum eine aufregende Unterhaltung zu bieten. Aber die jahrhundertelange, militärishe Erweiterung des riesigen römischen Weltreichs (Imperium Romanum) war kein Freizeitvergnügen.

In Konstanz wurde auch Weltpolitik gemacht. Aufsehen erregte die Verhaftung des Ketzers Jan Hus. Kaiser Sigismund hatte ihm freies Geleit zugesichert. Aber die Kirchenfürsten überredeten ihn, dass sein Wort gegenüber einem Ketzer, einem Kirchenkritiker, nicht gilt. Also wurde er auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Danach brachen „Hussitenkriege“ aus, in denen seine Anhänger sich blutig rächten. Hundert Jahre später, 1521, widersprach der Mönch Martin Luther (1483 -1516) mutig dem Befehl von Kaiser Karl V. , vor dem Reichstag in Worms, seine Ketzer-Lehre nicht mehr zu verbreiten. Auch er wurde zum Tode verurteilt, versteckte sich aber auf der Wartburg im thüringischen Eisenach. Schon sein Zeitgenosse Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543) dachte nicht daran, seine Erkenntnisse zu widerrufen. Demnach dreht sich nicht die Sonne um die Erde, sondern umgekehrt. Die universale Macht der Sonnen-Energie traf mitten in das katholische Dogma, dass die Erde der einzige, entscheidende MIttelpunkt der Welt ist. Galileo Galilei (1564 – 1642 ) gehorchte zwar noch, widerrief aber nur deshalb, weil die römishe Inquiition ihn massiv mi demFeuertod auf dem Scheiterhaufen bedrohte.

Die Religion beharrt nicht auf widerlegbaren Fakten, Fehlern und Vermutungen, sondern ihr unzerstörbares Zentrum ist niht das materielle Wissen, sondern der usichtbare Glaube. Gott lässt sich nicht nachweisen, sondern sendet nur Zeichen, an denen der Mensch ihn erkennen kann. Die Ziffern der Numerologie sind genau so. Die Zahl Drei steht fü die dreifache Kraft der Trinitas. Das ist der allmächtige Vater, sein sterblicher Menschensohn Christus und die universale Energie des Geistes, der die ganze Welt erschaffen hat und immer noch weiter fortentwickelt, in jedem einzelnen Menschen, der guten Wllens ist. Die anderen landen in der Hölle. die gegen Gottes Zehn Gebote verstoßen haben, zum Beispiel Diebstahl. Lügen. Verleumdungen (falsche Zeugnissse)und Mord.

Blutige Glaubenskriege gab es immer, auch heute noch. Sie stehen für Gewalt, für Machtansprüche auf Kosten Anderer und auf deen Zerstörung als geplantes Projekt. Aber sie bremsen den Fortschritt.

Die Weltreligionen haben zwar unterschiedliche Organisationen und Regeln. Aber sie stehen unter einem einzigen Dach. Die Araber verehren den Islam, Die Christen den unsichtbaren Allmächtigen. Buddhisten glauben an die kosmische Energie, die mehrfach Wiedergeburten auslöst, bis zur vollständigen Reinigung der Gedanken und der endgültigen Auflösung im Nirwana, der Vereinigung mit dem Weltall. Die Jakobsleiter ist ein hebräishes Zeichen für den Ausftieg in das Paradies. Der schwarze Stein der Kaaba stammt von einem Meteoriten aus dem Weltall. Die Muslims verehren ihn in Mekka, Saudi-Arabien. Der silberne Schlot eines Kaminfeuers zeigt bei der Wahl eines neuen Papstes im Vatikan, mit den schwarzen oder weißen Rauchzeichen die Entscheidung an.

Nicht nur die dei großen Weltreligionen, alle Verbindungen zum „Allmächtigen Baumeister aller Welten“ (JHWE) sind das innere Zentrum der Freimaurer. Der Leiter einer Loge ist der Meister vom Stuhl, der den Thron Gottes symbolisiert. Bei der Aufnahme eines neuen Mitglieds wird eine numerologische Ziffer verteilt, von Eins bis Dreiunddreißig. Sie zeigt den persönlichen Rang als Lehrling, Geselle oder Meister. Die letzte Ziffer 33 ist die höchste, vergleichbar der Krone Gottes, ganz oben am Baum der Erkenntnis, der aus zehn Zweigen (Sephirot) wie eine Pyramide in die Höhe wächst. Das hat mit den Zehn Geboten zu tun.

Die zehn Hauptwerke Richard Wagners sind voll solcher versteckter Symbole. Sie werden in zahlreichen anderen Artikeln erklärt, zu finden in der Themen-Übersicht auf dieser Seite, rechts unten.

Der Inhalt der 33 Freimaurer-Grade ist nicht geheim, sondern auch in vielen alten Veröffentlichungen, für Jeden im Detail nachzulesen. Aber die Freimaurer sind da besonders empfinflich, denn sie fürchten zu Recht falsche Deutungen, Missverständnisse und Gerüchte. Adolf Hiler ließ sie deshalb völig verbieten. In seinemgeplanten Tausendjährigen Reich war kein PLatz dafür, aber es endete schon nach zwölf Jahren in der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs.

Die fetgelegten Freimaurer-Grade beziehen sich auf historische und altbiblische Ereignissse. Die Gründe sind nicht sofort erkennbar, aber man kann sich gründlich damit beschäftigen. Das Ergebnis hängt auch ab von den Kenntnissen in der mächtigen Bildersprache der Symbolik.

Bei Richard Wagner ist der wichtigste Begriff ein goldener Ring, der Macht über die ganze Welt verleiht, aber nicht missbraucht werden darf. Diesem komplexen Thema hat Wagner vier lange Abende seines „Nibelungenrings“ gewidmet. Sie erklären Alles, wie eine Weltformel.

Der wegen seine sangeblichen Antisemitismus viele Jahre, bis heute falsch beurteilte Komponist, bestand bei der Uraufführung seines letzten Werks „Parsifal“ unbeiirrt darauf, dass der jüdische Dirigent Hermann Levi die musikalische Leitng übernehmen sollte. Zwar versuchten Richard und Cosima gemeinsam, vorher den Übertritt von Levi zum christllichen Glauben durchzusetzen, aber der lehnte das ab, obwohl Wagner sogar beim gemeinsamen Abendessen in Wahnfried einen anonymen, antisemitischen Brief mit scharfen Vorwürfen laut vorlas. Levi stand schweigend auf und ging. Aber die Uraufführung hat er weiter geprobt und durchgeführt. Nur in den letzten fünfzehn Minuten tauchte Wagner wortlos, selbst neben ihm auf, ließ sich den Dirigentenstab schweigend überreichen und führte sein „Weltabschiedswerk“ selbst bis zum Ende. Sein gutes Recht.

Der goße Gralschor singt dazu, „Erlösung dem Erlöser“ Nietzsche, mittlerweile ein erbitterter Todfeind, spottete, „Erlösung VOM Erlöser.“ Später wurde er wahnsinnig.

Die große Kunst gehört der ganzen Welt. Die Möglichkeiten dafür zu verbessern, ist auch eine Aufgabe der Technik. Die Fortschritte sind jeden Tag erkennbar. Jeder kann dabei mitmachen.

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