Neuschwanstein – der zerstörte Traum

5.11.2015. „Das Ziel des Kriegs ist nicht der Sieg, sondern der Friede.“ Das notierte vor zweitausend Jahren der chinesische Genaral. Sun Zu in seinem berühmten Werk „Die Kunst des Krieges.“. Vor ein paar Tagen schrieb ich hier einen Artikel über „Die Kunst der Spurenauswertung – Forensik.“

Einige meiner Leser sind professionelle Forensiker oder Kryptologen. Sie können verschlüsselte Texte entziffern und zwischen den Zeilen lesen. Zunächst eine klare Botschaft: Wer gegen Gesetze verstößt, muss bestraft werden, ohne Ansehen der Person. Es gibt aber auch die Möglichkeit eines außergerichtlichen Vergleichs. Das Opfer wird dann nicht mehr belästigt und ausspioniert, sondern bekommt eine angemessene Entschädigung und wird – genau so wie bisher – Niemanden bloß stellen, keine Namen nennen außer bei Fällen, die sowieso jeder in der Presse lesen kann. Zum Beispiel beim Bestechungsskandal des Weltfussballvereins FIFA und der manipulierten Software des Volkswagen-Konzerns beim Treibstoffverbrauch und bei den Abgaswerten.

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Vor vier Tagen war der Geburtstagswunsch eines alten Freundes, das Märchenschloss Neuschwanstein zu besuchen. Nach zwanzig Jahren gab  es tatsächlich ein starkes Wiedersehen. Strahlendes, wolkenloses Herbstwetter. Das Laub glühte unterwegs in allen Varianten von Braun und Gold. Zunächst ein Mittagessen in Hohenschwangau, dann mit dem Bus hoch zum Traumbild, das König Ludwig II. nach seinen persönlichen Ideen gestalten und ausstatten ließ.

Der König war bei der Münchner  Staatsregierung verhasst, weil er keine Lust zum Regieren hatte und seine Prunkschlössen Unsuzmmen an Geld verschlangen. Heute verdient der Staat Millionen mit den Eintrittsgeldern der Besucher aus aller Welt.

Den letzten bayerischen König, Ludwig III., haben Arbeiter-Revolutionäre einfach abgesetzt. Diesen Mut hatte man 1886 noch nicht.

Also suchte man sich einen gefügigen Psychiater aus. Dr. Bernhard von Gudden sprach nicht persönlich mit dem König, sondern verließ sich auf Aussagen missgünstiger Höflinge, anderer Neider und Verleumder. Angesichts seiner Situation lockte Ludwig II. den skrupellosen Seelenklempner auf einen letzten Spaziergang am Ufer des Starnberger Sees.Dort sprang er ins Wasser. Gudden eilte hinterher, um ihn aufzuhalten. Beim folgenden Zweikampf ertranken beide im See.

Ludwig II. war keineswegs geisteskrank, sondern lediglich aufgrund seiner unterückten Homosexualität – damals ein absolutes Tabuthema – zum Sonderling geworden, der aber keinem anderen Menschen etwas zu Leide tat. Er verehrte den drei Jahre vorher verstorbenen Komponisten Richard Wagner über alle Maßen und besuchte ihn in Bayreuth, spendete eine hohe Summe für den Bau des dortigen Festspielhauses..

Doch was ist aus Bayreuth geworden ! Genaueres dazu, auch über gewissenlose Psychiater und bezahlte Gerichtsgutachter in der heutigen Wagnerstadt, erfährt man hier.

„Der Bayreuther Fall Mollath“

http://luft.mind-panorama.de/category/fall-mollath/

Ludwig II. liebte vor allem Richard Wagners „Lohengrin“. Einer der Höhepunkte ist die Gralserzählung:

„In fernem Land, unnahbar euren Schritten,
liegt eine Burg, die Monsalvat genannt;
ein lichter Tempel stehet dort inmitten,
so kostbar als auf Erden nichts bekannt;

Nun hört, wie ich verbot’ner Frage lohne:
Vom Gral ward ich zu euch daher gesandt:
Mein Vater Parzival trägt seine Krone,
Sein Ritter ich – bin Lohengrin genannt.“

Sandor Kony singt das Lied vom Märchenschloss aus Richard Wagners „Lohengrin“::

https://www.youtube.com/watch?v=tB9TjEjiszM

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Hohenschwangau

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Neuschwanstein

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