Nymphenburger Gespräche

21.1.2016. Auf Schloss Nymphenburg wurde Märchenkönig Ludwig II.geboren. Ganz in der Nähe starb vor ein paar Tagen, hoch betagt mit 92 Jahren, die Schauspielerin Ruth Leuwerik. Schon vor sechzig Jahren konnte man sie in einem farbenglühenden Kinofilm über Ludwig II. sehen, als seine Seelenfreundin Sissi, Kaiserin Elisabeth von Österreich.

Hier kann man eine Szene aus diesem Film sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=hSw_5VjGEVw

Im Bereich des nördlichen Auffahrt-Kanals zum Schloss  gibt es ein altes Wirtshaus mit Wintergarten, der wie ein Festsaal eingerichtet ist, mit Kronlieuchtern aus Altgold, drei Glastüren in Bogenform und Ölgemälden mit weißen Schwänen, dieder König so liebte.

Das Gespräch dort gestern entsprach dem  Niveau der Umgebung. Aber es streifte auch aktuelle Themen. Zum Beispiel die neue Fernsehstaffel vom „Dschungelcamp“. Dort lassen sich sogenannte Prominente vor laufender Kamera demütigen und mit Methoden des Psychoterrors öffentlich vorführen. Ausgewählt werden die Kandidaten, nach dem Auskundschaften ihrer persönlichen Schwächen: Alkohol, Finanzprobleme, Herzattackern, Skandale, Streitsucht und so weiter. Dann werden sie aufeinander losgelassen. Psychofolter,von Sadisten für Sadisten.

Der Kontrast dazu war gestern klar erkennbar. Der stilvolle Wintergarten mit den großen Glasscheiben zum wolkenlosen, tiefblau leuchtenden Gimmel und den weißen Schneeflächen draußen. In der Ferne das Schloss mit einem riesigen Park, Apollotempel, Amalienburg, Brunnen und mythologischen Statuen.

Aus solchen Traumwelten heraus schuf Ludwig II. seine weltberühmten Märchenschlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee. Heute sind sie eine millionenschwere Goldgrube für die bayerischen Staatsfinanzen. Doch die Bauten waren nicht billig. Deshalb ließ die bayerische Staatsregierung den König für verrückt erklären, mit einem bezahlten Falschgutachten des Psychiaters Bernhard Gudden. Mit ihm ging Ludwig II. noch einmal am Ufer des Starnberger Sees spazieren und lief dann ins Wasser. Gudden hinterher. Aber der bärenstarke König drückte ihn unter die Oberfläche des Sees. Dann bekam er einen Herzinfarkt und ertrank dort, wo das Wasser nicht einmal besonders tief war.

Und wie der „Zufall“ es will, saß gestern im Wintergarten nur noch ein einzelner weiterer Gast, der aufmerksam das Gespräch mit meinem Begleiter verfolgte. Wir sprachen ihn an, und siehe da: Es war ein pensionierter Psychiater. Ich habe ihn auf die Problemfälle seines Berufsstandes hingewiesen, auf den Fall des Märchenkönigs und auf meine Abrechnung mit Falschgutachtern in diesem Blog. Er will sich das anschauen:

„Der Bayreuther Fall Mollath“

http://luft.mind-panorama.de/category/fall-mollath/

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Schloss Nymphenburg

Ludwig II. war keineswegs ein begeisterter Musikexperte, aber er liebte die verzauberten Klangwelten von Richard Wagner, die eine Goldene Brücke zum Kosmos herstellen, zu den unendlichen Dimensionen des Universums.

Sandor Konya singt Lohengrins Gralserzählung:

https://www.youtube.com/watch?v=tB9TjEjiszM

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