Peter Sadlo

4.7.2016. Den Schlagzeuger Peter Sadlo, Jahrgang 1962, habe ich vor vielen Jahren in einem Klassischen Sinfoniekonzert erlebt. Er beherrscht meisterhaft die Nuancen eines Instruments, das allgemein nicht besonders wichtig genommen wird. Vor allem zaubert er mit dem Nachhall, wenn ein lauter Ton langsam verklingt. Der Nachhall ist in mittelalterlichen Kathedralen ein wichtiges musikalisches Element, um Orgelklänge ins Monumentale zu vergrößern. Übertreiben darf man das nicht, denn sonst entsteht ein undefinierbarer Klangbrei, wie eine fette Sauce.

Den Nachhall kann man auch im Hochgebirge studieren, als natürliches Echo, wenn an den Felsmonumenten Schallwellen so verzögert werden, dass sie wie ein eigenes Klangerlebnis wirken.

Den Nachhall gibt es auf allen Gebieten, politisch, beruflich und privat. Wenn einer auf die Pauke haut, bekommt er  ein Echo. Nicht unbedingt das Geplante, sondern sogar das Gegenteil. . Selbst Prognosen von Computerprogrammen liefern falsche Ergebnisse, wenn sie nicht die Elemente verarbeiten, die sich ständig verändern. Beim Wetter ist das der Luftdruck, Temperatur, Windgeschwindigkeit, Luftfeuchtigkeit.

Im Internet ist der Nachhall am stärksten. Digitale Spuren erzeugen ein Echo, nicht nur bei den bösartigen Schimpfkanonen in den sozialen Netzwerken wie Facebook. Die Justiz benimmt sich dabei, als wäre sie von der Überfülle der Entgleisungen überfordert. Aber man muss nur einen einzigen Einzelfall als Musterverfahren konsequent durchziehen, die geltenden Gesetze für massive Beleidigungen oder andere kriminelle Attacken anwenden. Und dann weiß  Jeder, was Sache ist. Informationen dazu hat das weltweite Netz in Überfülle.

Aber nicht nur Schwarze Seiten. Jedes Instrument lässt sich missbrauchen. Als Idee  ist der grenzenlose Informationsaustausch ein Wunderwerk.

Noch wichtiger ist das Abschalten, um die Realität direkt wahrzunehmen. Jeder Mensch ist ein eigener Kontinent, voller Geheimnisse. Manchmal gelingt das – ein Gedankenaustausch, der am frühen Nachmittag beginnt, und dann beschleunigt sich die  Zeit.  Man schaut auf die Uhr und denkt, zehn Minuten sind vorbei. Doch das Ziffernblatt hat viel mehr registriert. Fünf Stunden. Die Mittagshitze weicht bereits der milden Abenddämmerung. Ringsum sind viele andere Menschen, ganz andere als vorher. Doch man hat sie nicht richtig beachtet, weil fast  allen Stichworten im Gespräch  ein Nachhall folgte. Ein Echo. Schlüssel für viele Türen  Das passiert nicht immer, aber auch nicht selten. Manchmal ist es der Gleichklang von verwandten Seelen. Und dann antwortet die Körpersprache. Ein Lächeln. Staunen. Manchmal nur für begrenzte Zeit. Oder als Enttäuschung nach vielen Jahren. Was bleibt, sind andere Dimensionen und Erkenntnisse..

André Previn  dirigiert die „Alpensinfonie“:

https://www.youtube.com/watch?v=DJYMdiB6fME

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