Phönix aus der Asche – die Gasteig-Sanierung

27.11.2015. Den Kulturbunker am Gasteig habe ich viele Jahre lang gemieden, weil er überall architektonisch besonders  hässlich ist, und  sogar der staubtrockene Klang der riesigen Philharmonie abschreckt. Die aktuelle Bücherschau gab jedoch die zeitliche Gelegenheit, sich einmal gründlicher umzuschauen.

Abweisend und ungemütlich sind vor allem die monströsen Wände, drinnen und draußen sieht man unverputzte rote Ziegelstein-Mauern, die an einen halb abgebauten Steinbruch erinnern. Dazu kommt  ein verwirrende Labyrinth unterschiedlicher Bereiche, die wahllos ineinander übergehen.

Beschlossen ist bereits die überfällige haustechnische Gebäudesanierung. Wenn man sich endlich tatsächlich daran macht, kann man auch die öden Rohbau-Wände verputzen und gestalten, mit der üblichen weißen Wandfarbe, die aber die einzelnen Berieche farblich klar voneinander trennt und schon außen dem Besucher  das rasche Zurechtfinden erleichtert, durch große Hinweistafeln.

Gestern erlebte ich ein Meisterkonzert von Musikstudenten im Kleinen Konzertsaal. Sie gehörten zur Münchner „Hochschule für Musik und Theater“. Also auch Theater!

Wer braucht so viele begabte Nachwwuchskünstler, wenn nur eine überschaubare Minderheit später einen festen Arbeitsplatz bekommt?  Schon bei der Anmeldung müsste man den hoffnungsvollen jungen Leuten das klar machen. Denn sonst verschwenden sie die besten Jahre ihres Lebens, nur um dann ein Stück Papier, ein Abschlussdiplom, in der Hand zu halten, das den Meisten beruflich nichts hilft. Stattdessen könnten sie sich frühzeitig, gleich nach dem Abitur, einen Arbeitsplatz mit langfristiger Zukunftsperspektive suchen.

Auch das ist heutzuitage sehr schwer. Gerade in den Kultur-Großstädten sind auch alle beliebten Jobs  und Modeberufe hoffnungslos überbelegt, zum Beispiel in der Film- und Medienbranche, wo die attraktivsten und schönsten Prinzessinnen und Jünglinge Schlange stehen.

1972 habe ich nach einem Semester mein Studium abgebrochgen, weil schon damals die Hörsäle überfüllt und die Zukunftsaussichten mager waren, aber man in anderen Branchen dringend Abiturienten suchte. Das ist längst vorbei!

Der Arbeitsmarkt wird mittlerweile überflutet auf allen Ebenen, sowieso im Bereich der finanzkräftigen Hochverdiener. Noch bedenklicher: Die riesigen Flüchtlingsströme haben sich auf Deutschland konzentriert und werden vor allem im Niedriglohn-Bereich noch ein Riesenproblem.

Die Gasteig-Sanierung könnte jetzt ein Musterbeispiel für alle großen Bauvorhaben werden. Welcher Raumbedarf ist tatsächlich realistisch, und wo gibt es bereits gewaltige Überkapazitäten. die täglich Geld verschlingen?

In überschüssige Räumen könnten noch andere kulturelle Institutionen einziehen, die jetzt schon händeringend nach Platz suchen.

Der riesige Kulturbunker selbst könnte optisch leich verbessert und attraktiver worden, ohne dass man irgendetwas abreißt. Zum Beispiel durch die bereits erwähnte Gestaltung der Innen- und Auißenwände, wenn man  farblich und mit attraktiven Großplakaten auf die konkrete  Nutzung hinweisen. Drinnen könnte man die Mauern mit heller Wandfarbe verputzen und dann mit Bildern, Plakaten, Fotos und vielen anderen optischen Signalen so klar erkennbar machen, dass sie schon von weitem  für die Kundschaft leicht einzuordnen sind.

Zur Zeit sind beispielsweise die Hinweise auf die drei ( ! )  täglich wechselnden Programme der Musikhochschule in halbdunklen Glasvitrinen versteckt und wegen der kleinen Buchstaben auch noch schwer zu entziffern. Darum ist viel weniger Publikum bei bisher freiem Eintritt  da, als es möglich wäre. Und die gleichzeitig fehlenden Einnahmen in  akzeptabler Höhe könnten bei einer stark verbesserten Präsentation  des Programmangebots den gewaltigen Subventionsbedarf aus Steuergeldern drastisch senken..

In den Münchner Lokalzeitungen entdecke ich in letzter Zeit deutliche Verbindungen zu diesem Blog, der aber überhaupt  nicht erwähnt wird.

Nachweislich lesen die Redaktionen von Abendzeitung und tz hier mit. Zum Beispiel: Die Abendzeitung erfreute ihre Leser vor zwei Wochen mit der Überschrift „Im Schatten der Flüchtlingskrise“, die ich zwei Tage vorher mir selbst ausgedacht hatte. Die „tz“ berichtete empört über die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen beim „Gespräch mit Salman Rusdie“, die ich ebenfalls zwei Tage vorher durchleuchtet habe.

Nichts dagegen – aber zum seriösen Zitat oder Verweis auf fremde Texte gehörte immer die direkte Angabe der Quelle, zum Beispiel ein verlinkter Hinweis auf meinen Blog!

Die Berufsjournalisten verdienen damit ihr Gehalt. Aber der Ideengeber hat das Urheberrecht. Ihn glatt zu verschweigen, ist nun einmal ein Rechtsbruch. Ich habe schon einen kleinen Stapel mit solchen Griffen aus dem Dunkeln. Die Redaktionen müssten eigentlich die Rechtslage kennen. Oder sie sollten ihre Hausjuristen befragen. In diesem Sinn: Fairness und Verzicht auf Ideenklau gehören auch zum Tagegeschäft der Publizisten!

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