Kriegsende in Potsdam

6.9.2020. Noch vor dem Kriegsende im April 1945 trafen sich die Präsidenten der drei Siegermächte in Potsdam, nicht weit von der Hauptstadt Berlin. Der Russe Josef Stalin. Der Amerikaner Theodor Roosevelt. Der Engländer Winston Churchill. Deutschland wurde in drei Verwaltungszonen aufgeteilt, aber vorher zerstörten die Kriegsflugzeuge des englischen Generals Robert Harris („Bomber-Harris“) noch die großen deutschen Städte, obwohl die Flugzeuge des Feindes längst zertrümmert waren. Zum Beispiel Dresden, obwohl dort kaum noch Soldaten waren, sondern Vor Allem Flüchtlinge aus dem bereits überrollten Ostpreußen. Verschont wurde der Kölner Dom, obwohl das mächtige Gebäude, direkt am Rhein, weithin sichtbar war.

Verschont wurde auch das Bayreuther Festspielhaus, obohl es, auf der Spitze des Grünen Hügels, schon von weitem gut sichtbar ist. Nach dem Kriebeginn 1939 hat Stammgast Adolf Hitler dort keine einzige Vorstellung mehr besucht.

Wagners Privatwohnung, das Haus Wahnfried, hat einen östlichen Anbau, den „Siegfried-Bau.“ Dort wohnten nicht nur Sohn Siegfried und seine Mutter Winifred., die damalige Festspielleiterin. Sie stellte die Räume im Erdgechoss persönlich dem „Führer“ als Ferienwohnung zur Verfügung.

Vor fünf Jahren hat man dort eine Dauerausstellung geöffnet, die leider nach Presseberichten Wünsche offen lässt. Bei dem schwierigen Thema ist es verständlich, das man dort kein neues Reiseziel für „alte Kameraden“ will. Aber das Problem lässt sich schnell beseitigen. Neben den notwendigen Fotos von den Besuchen des Diktators kann man als Kontrast auch noch mehr Dokumente seiner politischen Aktivitäten im ganzen Staat zeigen: Die Verwüstungen des Zweiten Weltkriegs. Die Einschüchterung der Bevölkerung. Später die britische Bombardierung des fränkischen Stadtzentrums.

Mit den heutigen audiovisuellen Möglichkeiten lässt sich das sehr spannnend gestalten. Die nicht erwünschten Besucher werden das Haus vermeiden. Dafür gibt es eine neue Sehenswürdigkeit, die auch im Winter angenehme, zahlende Gäste aus aller Welt anlockt. Die von Arno Breker gestaltete, zähnefletschende Wagner-Büste gehört genau dort hin, nicht wie bisher neben das Festspielhaus.

Weitere Möglichkeiten zur Aufwertung der gesamten Altstadt, davon nur eine begrenzte Auswahl, habe ich bereits hier ausführlich bechrieben:

„Bayreuths unsichtbare Weltuhr“ :

http://luft.mind-panorama.de/category/1-a-bayreuths-unsichtbare-weltuhr/

Aufgrund schlechter Erfahrungen hier noch einmal der Hinweis auf das Urheberrecht. Jedem Erfinder und jedem Berater steht ein marktübliches Beratungshonorar gesetzlich zu. in diesem Fall würde ich es nicht in die eigene Tasche stecken, sondern sofort als Spende für dieses Museum zur Verfügung stellen.

Die Frage nach Leben oder Tod im Krieg findet eine interessante Antwort in Carl Maria von Webers Oper „Oberon“. Dort erzählt der Held Hüon: „Von Jugend auf in dem Kampfgebiet ! Sein ohne Liebe – welch bitter trauriger Ton. Doch Sein ohne Ehre ? Den Tod zöge ich vor!“

Aufregend ist dabei die musikalische Gestaltung. Trompeten und großes Orchester. Das ganze Arrangement und die zündenden Meloden – wie aus Wagners Lohengrin !. Beide Komponisten stammten aus Leipzig. Wagner hat den alten Weber noch selbst gesehen und bewunderte vor Allem seinen „Freischütz“, aus dem er viele Anregungen nahm. Das Kampflied aus „Oberon“ hat den ganzen „Lohengrin“ unüberhörbar stark beeinflusst, die Auswahl der Instrumente, die Gestaltung der Melodien.

Die beste Aufzeichnung stammt von Nicolai Gedda, der auch den kräftigen Text sehr klar verständlich singt und die musikalische Mischung zwischen tiefer Empfindsamkeit und kämpferischem Mut genau trifft.

Hier kann man das hören:

https://www.youtube.com/watch?v=lP6y9Ybgy3w

Das Thema „Mut oder Feigheit“ dominiert auch im Filmklassiker von 1952, „Zwölf Uhr mittags“ (High Noon). Jeder Mittag ist auch die Uhrzeit für den höchsten Stand der Sonne und ihr stärkstes Licht. Aber in dem Film ist es die Ankunftzeit eines Zugs, mit dem ein frisch entlassener Schwerverbrecher, Frank Miller, eine Kleinstadt besucht, um mit zwei Komplizen den Sheriff Will Kane (Gary Coooper) zu ermorden, der ihn hinter Gitter gebracht hat. Die Nachricht erreicht den Sheriff direkt nach seiner Hochzeit mit Amy Fowler (Grace Kelly), als er die Stadt für immer verlassen will. Jetzt bleibt er und sucht Unterstützer. Doch sämtliche Ortsbewohner weigern sich und verstecken sich aus Angst in ihren Häusern.

Die vergebliche Suche des Sheriffs hat Regisseur Fred Zinnemann in unvergessliche Bilder eingebrannt. Entsetzte, schweigende, tatenlose Gesichter und der besorgte Ortspolizist, im aufrechten Gang. Als er die Gangster trotzdem besiegt hat, strömen plötzlich Alle aus ihren Häusern und umringen ihn. Da greift er nach dem fünfzackigen Metallstern am Hemd Das ist ein Pentagramm, ein altes Zeichen, das ihn beschützen und ihm Respekt verschaffen sollte und schmeißt das verächtlich in den Staub, lässt sidie Feiglinge wortlos stehen. Beim Vorspann, in den ersten Minuten des Films, hört man ein berühmtes Lied, mit dem Text, „Verlass mich nicht, Geliebte, an unserem Hochzeitstag. Wenn ich vor Frank Miller weglaufe, bin ich ein fauler Feigling.“ Das Lied singt Tex Ritter, ohne jede Sentimentalität. Dazu bewundert man die chronologisch ablaufenden Filmfotos. Ohne große weitere Erklärungen kann man das sofort verstehen. Man muss sich nur knapp drei Minuten Zeit dafür nehmen:

https://www.youtube.com/watch?v=A4a_1UhwgFU

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