Reale Träume

30.12.2019. „Jetzt werden Träume wahr!“ In diesem Tonfall eroberte die Werbung der Sechziger Jahre das große Publikum und damit viele neue Kunden. Dahinter steckten Reisen, die schnell zu Ende gingen. Anschaffungen, für die Kredite aufgenommen und zurückgezahlt werden mussten. Das machte Nichts, wenn wenigstens der Kauf schöne Erinnerungen hinterließ. Manchmal waren es aber auch Überflüssigkeiten, die Niemand brauchte, aber durch traumhafte Werbung Berge von Geld in Bewegung setzten. Das zu beurteilen, ist oft erst Jahre später möglich, wenn man Vergleiche zieht zwischen dem, was auf dem Dachboden unbeachtet herumliegt und den Dingen, über die man sich täglich neu freut. Das kostet nichts, spart aber nach einiger Übung viel Geld.

Träume sind keine Voraussagen der Zukunft. In seinem Jahrtausendwerk „Die Traumdeutung“ beginnt Sigmund Freud mit all den Methoden, die schon in der Antike verwendet wurden, um aus Träumen kommende Ereignisse zu erkennen. Er hält nichts davon.

Träume sind Bildsignale aus der Psyche, die auch im Schlaf noch arbeitet. Sie verknüpft alte Erinnerungen, Entäuschungen, ungelöste Probleme mit aktuellen Ereignissen und verarbeitet sie. Alpträume haben sogar den Sinn, dass sie Angstvorstellungen verringern, und sie sorgen beim Aufwachen für ein angenehmes Gefühl, weil sie aus dem Bewusstsein verschwinden und Platz machen für neue Energien.

Reale Träume sind Möglichkeiten, die zunächst nur in der Phantasie existieren, sich aber durch laufende Gedankenarbeit und viel Geduld auch verwirklichen lassen. In der Kultur sowieso, auch in der Politik und in der Ökonomie, die über den Wohlstand und die Zufriedenheit ganzer Nationen entscheidet. Hier gelten Gesetze, deren Missachtung schwere Schäden auslösen kann, die sich aber auch so gestalten lassen, dass keine fehlerfreie Perfektion entsteht, aber eine klare, nachprüfbare Annäherung daran möglich ist.

Viele Träume werden niemals Realität. Dann darf man sich nicht daran festklammern, sondernmuss andere Wege suchen, auch mit anderen Menschen, die sich in unzähligen Büchern und Dokumenten der Vergangenheit unvergesslich gemacht haben und immer noch die Gegenwart bewegen. „Wir stehen auf den Schultern von Riesen, die vor uns waren.“ (Albert Einstein) Denkt man daran, kann man sinnlosen Streit vermeiden und auch verschwendete Zeit vermeiden, die keine Freude bringt, sondern nur von einer Enttäuschung zur nächsten führt.

„Träume “ heißt das letzte Thema der fünf Wesendonck-Lieder und ist auch Leitmotiv für den ganzen Zyklus. Tiana Lemnitz singt das hier:

https://www.youtube.com/watch?v=F4WuIiq8xlA