Risse im eisernen Vorhang

26.7.2020. Eiserne Vorhänge haben keine Risse, sind aber beweglich. Bei Brandgefahr in Theatern trennen sie blitzschnell die gesamte Bühne und den Zuschauerraum. Im politischen Bereich gab es von 1949 bis 1989 einen scharf getrennten westlichen und östlichen Teil mit extremen staatlichen Gegensätzen, der sich bis an die Zähne bewaffnet, mit Panzern und Raketen, dazu mit ständigen Drohgebärden feindselig gegenüberstand und dessen scharf bewachte Grenze stahlhart mitten durch Deutschland verlief. Das ist Vergangenheit.

Solche Methoden sind auch deshalb sinnlos, weil zu den elementaren Rechten und Grundbedürfnissen des Menschen auch der aufmerksame Dialog, Kontakt und der Gedankenaustausch gehören. Alles Andere und sonstige künstlichen Bremsen kosten Milliarden, viel wertvolles Geld, das dann im ganzen Land fehlt. Am wachsenden Geldmangel für die wichtigsten Aufgaben und an versteinerter Unbeweglichkeit ist dann auch die DDR innerlich zerfressen und ausgehöhlt worden, bis zum unvermeidlichen Zusammenbruch. Alfred Hitchcock hat 1966 den „Zerrissenen Vorhang“ zwischen Ost und West sogar zum Titel eines trickreichen Gruselfilms gemacht, den er persönlich mit kalifornischer Starbesetzung in Berlin drehte. Auch die jetzige Corona-Krise mit ihren verordneten Kontaktstörungen hat seit Ende März viele Spekulationen über geplante Laborversuche und politische Verschwörungstheorien gegen Freiheitsrechte ausgelöst.

Eiserne Vorhänge sind Barrieren, hinter denen sich schweres Unrecht versteckt. Unbelehrbarkeit. Anmaßende Gewalt in einem entfesselten Machtrausch, der außer Kontrolle gerät.

Möglich ist das auch, wenn Unfähigkeit und Schlamperei in einem Staat die Spitzenpositionen an sich reißen. Nicht nur in fernen Bananerepubliken, sondern auch in Europa. Es reichen ein paar Überreste aus früheren Zeiten, die sich von Hand zu Hand weiter vererbt haben, aus alter Freundschaft und einer Dankbarkeit, die gar nicht aufhören will.

Früher schickte man Kritiker nach Sibirien, damit sie weit weg von der Hauptstadt Moskau waren. Im Fall von Josef Stalin (1878 – 1953) hat das gar nichts genützt. Als Revolutionär und erbitterter Feind des Zaren Nikolaus wurde er schon 1903 nach Sibirien verbannt. Aber er flüchtete und setzte seine Aktivitäten einfach fort, auch im Streit mit alten Kampfgefährten. Ab 1927 war er absoluter Alleinherrscher bis zu seinem Tod.

Die Realität feuert auch die Phantasie an. Aber gute Horrorfilme sind selten geworden.

1972 drehte Eugenio Martin den Schocker „Horror Express“, mit Christopher Lee, Peter Cushing und Telly Savalas. Hier stimmt Alles. im nächtlichen Transsibirien-Express von Peking nach Moskau lauert in einer Transportkiste ein gesichtsloses Wesen aus dem Weltraum. Es kann in seine Opfer eindringen, die Macht übernehmen und ihnen alle Farbe aus den Augen saugen, natürlich nicht mit alten Kontaktlinsen aus den Filmstudios, sondern täuschend echt. Hinter jeder Tür lauert das Grauen. Sogar erfahrene Wissenschaftler wollen den Fall lösen, aber auch ihnen bleibt nur das Entsetzen, das in abgehobenen Gesellschaftskreisen immer zum erlernten Handwerk gehört. Jeder akademische Hörsaal kennt solche Professoren. Aber hier im filmischen „Horror-Express“ bewegt sich das aufgeregte Personal in einer eigenen Welt, die zwar ständig Schrecken auslöst, doch dabei sehr logisch und glaubwürdig auf die alte Kinoleinwand gezaubert wurde.

Hier kann man das in voller Länge sehen (88 Minuten) : t

https://www.youtube.com/watch?v=CmH45fBpPDg

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