Sommersonnenwende am 21. Juni

22.6.2019. Gestern war es wieder so weit. Der längste Tag des Jahres zog vorbei, und im Kalender ist es gleichzeitig der Sommerbeginn. Während das wechselnde Alltagswetter sich gar nicht genau voraussagen lässt, sieht die Sache hier ganz anders aus. Der Sternenhimmel und der tägliche Sonnenstand wurden schon in der Steinzeit genau gemessen. Das Ergebnis stimmt noch immer. Ab heute werden die Tage ganz langsam kürzer, bis zur Wintersonnenwende am 21. Dezember, die dunkelste Jahreszeit, wenn drei Tage später – nicht zufällig – das Lichtfest der Weihnachtsfeiertage beginnt.

Man brauchte solche Messungen, um planen zu können. Die Nahrung kam meistens von der Landwirtschaft, und mit dem Sommerbeginn reiften die Felder und das Getreide. Man wusste: Als Nächstes kommt der Herbst und die Zeit der Ernte.

Nur wer plant und nicht einfach bequem in den Tag hineinlebt, kann das Ziel seiner Handlungen bestimmen und den richtigen Zeitpunkt. Für Unternehmungen jeder Art. Private Reisen oder geschäftliche Erfolge. Das Manches dabei unberechenbar bleibt, lässt sic schon bei der Planung einkalkulieren. Natürlich auch Ersatzmöglichkeiten. Strategiwechsel. Beendigung eines nutzlosen Projekts und Beginn eines ganz neuen. Sonst drohen Misserfolge. Enttäuschungen. Oder das Scheitern ganzer Lebensentwürfe.

Darum hat man die Veränderungen in der Natur und ihre Wiederholung immer aufmerksam beobachtet. Heute sind wir davon nicht mehr so bedingungslos abhängig. Die Technik und die Erforschung anderer Wissensgebiete hat Fortschritte gebracht, die in der grauen Vorzeit gar nicht denkbar waren. Aber wichtige Regeln sind zeitlos, gelten für alle Bereiche, damals wie heute. Auch wenn sie nicht schriftlich aufgezeichnet wurden, wirken sie trotzdem und bestrafen alle Verstöße.

Die Jahresmitte ist wie die Lebensmitte auch eine Möglichkeit zur Rückschau. Viele Fehler werden im Lauf der Jahre zwangsläufig gemacht. Aber sie machen den Weg frei für eine Zukunft, die nicht so überfüllt ist mit Nebensachen und Menschen, die eine nähere Aufmerksamkeit nur mit Enttäuschungen, Illusionen oder Lügen beantworten. Verschwinden werden sie nie, aber schon im Berufsleben sucht man sich die schlechten Kollegen nicht selbst aus, so dass man ihnen aus dem Weg geht oder andere Möglichkeiten der Arbeitserledigung entdeckt.

Der unveränderliche Wechsel der Jahreszeiten hat auch die magische Welt der Symbolik immer wieder neu belebt. Die Wiedergeburt der Natur nach der eisigen Stille des Jahreswechsels hat die Idee der Auferstehung entstehen lassen. „Samsara“ nennen die Buddhisten den Kreislauf menschlicher Lebensläufe, der erst mit dem höchsten Stadium der Erkenntnis endet. Andere Weltanschauungen fanden ihr Zentrum im Bau gewaltiger Gebäude, deren Details voller Symbolbilder sind. Auch die so einfach wirkenden ägyptischen Pyramiden der Pharaonenzeit haben vier Punkte als Ecken des Fundaments, und der fünfte Punkt ist die Spitze, die zum Sternenhimmel zeigt. Das Alles kann man gründlicher erklären, aber nicht in hastigen Kurzfassungen, sondern in eigenen Artikeln, die noch folgen.

Warum nicht im Hochsommer an den Winter denken? Antonio Vivaldi fand dazu eine Orchestermelodie, deren Gefühlstiefe selbst aus seinen zahlreichen anderen Werken herausragt :

https://www.youtube.com/watch?v=xc_yKk0k5XE