The Beyondness of Things

30.8.2020. John Barry (1933 – 2011) steht ganz oben auf der Treppe der wichtigsten Filmkomponisten. „The Beyondness of Things“ (Die Jenseitigkeit der Dinge) hat er jedoch nur für Hörer geschaffen. Im Aufnahmestudio, mit großem Sinfonieorchester und persönlichen Elementen, die man sofort als seine Handschrift erkennt: Ozeanische Streicherteppiche, romantische Waldhörner und schwere Posaunen des Jüngsten Gerichts. Feierliche Klarinetten und melancholische Oboen. Insgesamt ein Vielklang von Melodien mit Tiefenwirkung, die sich sofort im Gedächtnis ausbreiten und dort Signale auslösen, die man auch aus seiner Filmarbeit kennt. Berühmt wurde er mit den ersten James-Bond-Abenteuern. Die hämmernde Stahlgitarre und kreischende Trompeten machten sofort klar, dass der britische Agent alle Finsterlinge jagte, die ihre Krallen nach der Weltherrschaft ausstreckten.

Doch Barrys Bandbreite war noch viel größer. „Jenseits von Afrika“ beschwor eine paradiesische Atmosphäre von Afrika herauf, die auch noch weiter entfernt war: Jenseits der wirklichen Dinge. Ein Gipfelpunkt entstand 1991 „Der mit dem Wolf tanzt“. Die Umsetzung von Naturstimmungen in weiten Landschaften bekam hier schon eine religöse Wucht, vor Allem mit den feierlichen Chorälen der Posaunen.

Barry schob sich nie aufdringlich vor die Filmhandlung, sonder war ein aufmerksamer Begleiter, der das optische Wahrnehmungsvermögen vertiefte und erweiterte.

Er störte nie durch elektronische Krachmacher, sondern kannte die Eigenarten, den Charakter und die empfindliche Seele der klassischen Instrumente ganz genau. Er hatte sich auf die wechselnden Szenen vorbereitet und hatte die Aunahmebegabung, daraus plastische Klangbilder zu schaffen, die den Gesamteindruck zu einer lebendigen Einheit machten.

Die sichtbare Dimension des Materiellen war für ihn keine Endstation. Der „Tanz mit dem Wolf“ zeigt in einer Szene, wie der amerikanische Soldat gemeinsam mit dem wissenden Indianer, der die Kunst der Heilkräuter beherrscht, vor einem riesigen Naturpanorama steht und etwas über die Heiligkeit der alten Orte hört. das allein ist ein großes Thema für sich, für die Zukunft unserer Gegenwart.

Hier hört man John Barrys „The Beyondness of Things“ (Die Jenseitigkeit der Dinge). Klänge aus dem Mittelpunkt seiner Gedankenwelt :

https://www.youtube.com/watch?v=67tN6ShNhiY

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