Erkennbare Traumspuren

12.7.2020. Träume hinterlassen oft keine Spuren. Sie blitzen vorbei. Wird man wach, sind nur noch ein paar fjüchtige Bruchstücke da. Andere sind so stark, dass sie fotorealistische Filmausschnitte erzeugen, die auch noch nach Jahren glasklar in der Einnerung gespeichert sind. Das muss Gründe haben.

Wer die Ursachen ausgräbt, trifft auf einen alten Spruch: Nur wer gegen den Strom schwimmt, kommt an die Quelle. Also an den Anfang. Die Ursachen.

Das ist die Basis der wissenschaftlichen Traumforschung, die oft als Hokuspokus missverstanden und nicht beachtet wird. Eine Ursache für Irrtümer und Falschbewertungen, gerade in empfindlichen Bereichen, die als Spielwiese für arrogante Kapazitäten und Autoritäten mit überlangem akademischen Studium und abgehobenem Geschwätz das Publikum zum Staunen bringen. Sogar Gerichte und Behörden fallen darauf herein.

Das könnte man sich alles sparen, wenn es verbindliche Beurteilungsmaßstäbe gäbe. Aber ein Professorentitel und schwer verständliche Artikel in Fachzeitschriften erzeugen immer noch unterwürfige Reflexe.

Logische Lücken, falsch verstandene Fachausdrücke, einseitige Kenntnisse mit begrenzten Perspektiven und unpassenden Voraussetzungen können keine richtigen Auswertungen erzeugen.

Für den damit angerichteten Gesamtschaden, dessen finanzielle und menschliche Folgen gibt es nicht einmal ernstzunehmende Statistiken. Riesige Datenspeicher versperren den Durchblick, wenn sie nicht nach einfachen Merkmalen geordnet sind.

Dabei hat selbst der Traum eine erlernbare Grammatik. Man findet sie ausführlich in Sigmund Freuds Jahrtausenwerk „Die Traumdeutung“ aus dem Jahr 1900. Leider werden die über zweihundert Jahre alten Erkenntnisse oft nur in den auserwählten Zirkeln der Psychoanalyse besprochen und zerredet. Aber sie lassen sich auch umsetzen bei politischen Planungen und beim Aufbau großer wirtschaftlicher Organisationen, natürlich nur mit Rücksicht auf deren eigene Notwendigkeiten.

Träume sind zunächst Spielereien. Signale aus dem Gedächtnis, die auf Lücken in der Realiät hinweisen. Ein ewiges Motiv für Künstler, deren Gemälde oder Romane eine eigene Wirklichkeit verschlüsseln.

Oder Auslöser für tief sitzende Verhaltensstörungen, mit denen Fälscher und Betrüger den Rest der Welt täuschen, bis ihnen Jemand auf die Schliche kommt. Eine solche Entlarvung und Tatüberführung dauert oft viel zu lange, obwohl es viele Mitwisser gibt.

Ein genialer Träumer, der sonst fast nur eigene Texte in Klänge verwandelte, komponierte zum Schluss der fünf Gedichte von Mathilde Wesendonck: „Sag, welch wunderbare Träume halten meinen Sinn umfangen.“ Tiana Lemnitz sang das im Jahr 1944:

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