Abenteuer im Königsschloss

14.3.2021. Man braucht nicht einmal dort hinreisen, um Alles ganz genau mitzubekommen. Vor einer Woche kam das Interview des Londoner Prinzen Harry und seiner Ehefrau Meg aus Kalifornien. Das Thema ist dort alltäglich: Eheprobleme. Meg bekam sofort ein paar Filmangebote. Doch das Paar verdient vorerst an dem, was sie schreiben oder erzählen. Am heftigsten war die Wirkung in London. Schockwellen. Die Königin äußerte sich. Gerüchte kochten über. Die Meinungsumfragen ergaben abstürzende Sympathiewerte für das Paar. Und noch schlimmer: Die Welt erfuhr privateste Einzelheiten. Wer sich im Palast nicht leiden kann und was da Alles schon abgelaufen ist. Unvermeidlich kam auch die Zukunftsfrage. Elizabeth II. war immer sehr beliebt, aber wer mag noch die Familie? Harry erinnerte an das traurige Schicksal seiner Mutter Diana (1961 – 1997). Damals war auch die königliche Familie zum Thema geworden, und Premierminister Tony Blair brachte sogar das Parlament ins Spiel, das auch über die Existenz der Monarchie frei entscheiden kann.

Das wird wohl ergebnislos im Sande verlaufen. England hat viel größere Probleme. Den Austitt aus der Europäschen Gemeinshaft. Deren Mängel führen schon seit vielen Jahren zu großer Unzufriedenheit, und England will zwar die weitere Zusammenarbeit, aber dort kein Vereinsmitglied mehr sein. Das heißt: Entscheidungen in Brüssel müssen nicht befolgt werden, sondern an der Themse als eigene Gesetze behandelt oder abgelehnt werden. In jedem Verein, auch in privaten Kreisen bedeutet das die Existenzfrage. Andere Länder können auch Nein sagen und austreten. Zwang dagegen ist ausgeschlossen. Im schlimmsten Fall bricht das gemeinsame Europa völlig auseinander. Unvorstellbar, aber möglich.

In den Vereinigten Staaten von Nordamerika funktioniert das. Seit dem 17.9.1787 gilt dort eine gemeinsame Verfassung für die fünfzig Einzelstaaten, deren viele Freiheitsrechte für die Bürger, von Anfang an, auch Massen von europäischen Einwanderern ins Land brachten. Die aktuelle Situation dort ist gar nicht vergleichbar mit England, das nur noch weg will aus der EU. Das ist auch sehr schwierig, weil unterwegs, überall Hindernisse aufgebaut sind. Juristische und vor Allem wirtschaftliche, die direkte Folgen auf die sozialen Ungerechtigkeiten haben. Die gibt es nicht nur in Britannien, sondern auch in Südeuropa. Dort gibt es nur gedämpfte Erfolgszahlen, trotz aller Milliarden-Subventionen aus Brüssel, bei denen es auch zu großen Übertreibungen und unzulässigen Umleitungen gab. An den prall gefüllten Schatzkisten haben sich Viele bedient, bei denen Euro-Münzen in beiden Augen flimmerten und das Papiergeld leise raschelte, bevor es unterwegs verschwand.

Solche deutlichen Spuren sind schon seit Jahrzehnten bekannt, weil alle Finanzströme auch eine Menge Abfälle und Hinweise hinterlassen, dazu viele Mitwisser haben. Gar nicht neu ist dabei der Banken-Skandal „Open Lux“, der zwar erst seit dem letzten Jahreswechsel bekannt ist, aber alten Hasen wie kalter Kaffee erscheint. Das Stichwort findet man mit jeder Suchmaschine. Kürzlich erzählte mir ein alter Bekannter ganz aufgeregt, was für Sauereien mit Geld in Europa passieren, ohne dass die Verursacher bestraft werden. Aber das Stichwort „Open Lux“ kannte er noch gar nicht. Am 9.2.21 habe ich dazu einen Artikel geschrieben:

https://luft.mind-panorama.de/open-lux/

Kriminalfilme sind immer noch sehr beliebt, weil sie Sensationen bieten. Nervenkitzel. Gewalt. Aber das wiederholt sich. Die Fälle mit den vornehmen schwarzen Anzügen und den teuren Reisegeschenken richten viel mehr Schaden an., sind aber nicht so leicht zu durchschauen. Doch es bleibt dabei:

Lottospiele ergeben keine sicheren Gewinne, sondern machen nur die Spieler immer ärmer. Jeder kann sich die Gewinnchancen selbst ausrechnen, sie sind sehr niedrig. Wer das privat, trotzdem will, weiß das auch, aber es ist wie ein Hobby, ein Glücksreiz, der für freudige Erwartung sorgt. Und Privatsache bleibt. Bei der Verwaltung von ganzen Staaten sind solche Spielereien verboten. Trotzdem passieren sie, gar nicht selten, sind aber immer schneller erkennbar. Auch in autoritären Diktaturen, wo Militär, Justiz und Polizei dabei gemeinsame Sache machen. Auf Dauer geht das nicht gut. Denn es gibt zu viele Zuschauer, die die Regeln ganz genau kennen. Trotzdem bleibt das Erstaunen, wenn man im Berufsleben solche Fälle erlebt oder sie längst Thema sind, beim gemeinsamen Kaffee in der Kantine. Da schmilzt selbst das härteste Eis. Manchmal verteilen Führungskräfte wertvolle Aufträge an ihre Mitarbeiter, nur hinter deren verschlossenen Bürotüren. Einige Fälle landeten sogar in den großen Schlagzeilen, aber verurteilt wurden nur die Mitarbeiter. Mehr war nicht nachweisbar.

Aber das bleibt nicht so. Im Gegenteil. Die Methoden werden immer zuverlässiger durchschaubar. Dann müssten sie, eigentlich auch keine neuen Entdeckungen bringen. Aber genau das passiert ständig.

Dagegen hilft auch Nachdenken. Meditieren. Ottorino Respighis (1824 – 1889) „Kirchenfenster“ (Vetrate di Chiesa“) laden dazu ein:

https://www.youtube.com/watch?v=2cPqxY0Bs58

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