Ahrweiler, ein Jahr später

15.7.2022. Die zentrale Trauerfeier zur  Flutkatastrophe, vor einem Jahr in Ahrweiler, zeigte die Betroffenheit der Anwesenden. Gleichzeitig riefen Zeitzeugen nach den Fehlern der Vergangeheit. „Wir schauen in die Zukunft“ Aber das wird nicht ausreichen. Wer nicht genau genug hingeschaut hat, bevor die Wassermassen kamen, wird viele Fragen beantworten müssen und vermutlich, in begründeten Einzelfällen, vor Gericht landen. Die Haftung bei grober Fahrlässigkeit hat nur eine Grenze: Die Armutsregeln der Sozialhilfe. Außerdem wurde nur angedeutet, was  alles verschlafen wurde statt rechtzeitig für Vorsorge sich einzusetzen, technisch und vom  persönlichen Erkenntnisstand her. Dafür gibt es hochbezahlte Spezialisten. Die gleichen Fragen findet man hier, in allen 46 Kapiteln.

Die wichtigsten Antworten kommen noch in diesem Jahr, weil das Internet einige  Verarbeitungsmethoden ändert. Nebensachen verschwinden in Seitenspeichern. Vergleicht man die Hauptsachen, reichen zwei Messpunkte in der Vergangenheit und Gegenwart. Die Verbindungslinie zeigt noch unten oder nach oben, das ist die Zukunft, die sich beeinflussen lässt, wenn man die Gegenwart verändert.

Nutzlos sind dabei Rache-Phantasien. Jede Einzelperson steckt in einem großen Netzwerk und muss so lange dabei mitspielen, bis unsere Gesetze Alarm schlagen. Wer absichtlich weitermacht, bekommt die Folgen zu spüren, die anderen müssen sich an neue Denkmethoden gewöhnen. Am Beispiel Ahrweiler wird man ganz genau überprüfen können, was sich verbessert hat. Ein Landrat sagte: „So wie vorher, wird es niemals mehr sein.“ Und das ist gut so.

Wenn man das Einzelbeispiel erweitert, ist derart viel noch zu erledigen, dass auch dabei Einzelpersonen keine Chance haben. Sondern Netzwerke, die es nicht vehindern können, dass sie genau durchleuchtet werden. Insgesamt ist das nicht zu viel, weil die wirtschaftliche Logik immer der Regel gehorcht, dass der größt mögliche Erfolg mit einem möglichst niedrigem Aufwand erreicht werden muss. Seit 1971 habe ich, auf unterschiedlichen Arbeitsplätzen, das Gegenteil erlebt. Es war oft schwierig, aber noch zu schaffen, wenn die Kollegen dabei mitmachten. Die schlimmsten Führungskräfte hatten Mitarbeiter, die logen und betrogen, um Geld einzustecken, aber mussten auch mit starken Gegenkräften rechnen, selbst wenn das erfolglos blieb. Alle Grenzen sprengte das Internet ab September 2000, als die schlimmsten Hass-Kommentare sich gegenseitig aufheizten. Der Wilde Westen ist Vergangenheit, wenn  die Pistolen abgeliefert werden müssen. Wer dabei nicht mitmacht, muss jederzeit mit  Überraschungen rechnen.

Am heutigen Freitag beginnt das Wochende, die meisten haben auch Zeit zum Lesen. Oder für andere Informationsquellen. 1987, vor 35 Jahren, waren das die Altstadt-Lokale. Nach 22.00 Uhr tobte der Bär, die meisten Spaziergängen wollten nicht allein bleiben. Ich hatte damals viele Bekannte, die wie die besten Freunde auftraten. Das musste durch einen großen Filter gehen, und wenn das heiße Wasser verbraucht war, wurde auch die Luft sauberer. Trotzdem bleiben diese Jahre unvergesslich und haben ihren eigenen Wert, der sich hier in 306 Artikeln spiegelt: „München ab 1987“. Eine reiche Ernte, und über die letzte Weinernte liest man in der Bibel: „Die schlechten  Früchte werden weg geworfen.“  Es reicht auch  aus, ihre Nähe zu vermeiden, sonst greifen andere Mächte ein. „Die stärkste Energie“ ist auch ein Kapitel, unter diesem Text.

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