Alter Käse

27.1.2021. Alter Käse schmeckt manchmal besonders gut, wenn er richtig gelagert wurde. Auch alter Wein. Alte Filme, sogar selbst gedrehte Erinnerungen, steigern sich im Wert, wenn die Details nicht unwichtig sind. Manchmal staunt man auch. Schaut man sich hier die Artikel an, die immer noch gern gelesen werden, weiß man eigentlich nicht, warum. Denn inhaltlich werden bekannte Themen abgehandelt. Die Auswahl eines Titels kann auch ein Zufall sein. Oder er rührt, wie ein Signal, an ganz andere Themen.

Dafür drei Beispiele: 23.7.2017 „Sommerbilder am Odeonsplatz“

https://luft.mind-panorama.de/russische-sommerbilder-am-odeonsplatz/

15.2.2016 „Die Schlangenbeschwörerin“

https://luft.mind-panorama.de/die-schlangenbeschwoererin/

7.1.20 „Licht aus der Nacht“

https://luft.mind-panorama.de/licht-aus-der-nacht/

Da die Zahl der Leser sich täglich hier ändert, kann man die Gründe nur vermuten. Das ist langweilig, aber man kann jetzt ergänzen, was für Ideen dabei auftauchen. Auch nur in Kurzform, aber daraus ergeben sich manchmal Assoziationen. Gedankenbrücken. Beispiel 1: Im Sommer finden am Münchner Odeonsplatz klassische Konzerte statt, in der offenen, überdachten Feldherrnhalle. Der gesamte Platz hat dann tragbare Holzstühle und ist meistens ausverkauft. Am 23.7.17 spielte der russische Dirigent Valery Gergiev Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung.“ Dieser Komponist liegt ihm besonders gut, er lässt dann eine Atmosphäre vom alten Russland lebendig werden. Beispiel 2: „Die Schlangbeschwörerin“ ist ein exotisches, surrealistisches Traum-Bild von Henri Rousseau, in dem Phantasien lebendig werden. Beispiel 3: „Licht aus der Nacht“ erklärt die Erkenntnismöglichkeiten elektronischer Netzwerke. Das ist hier ein Dauerthema, aber vielleicht hat der Titel ein paar Leser neugierig gemacht, die auf Überraschungen hoffen. Sensationen gibt es hier aber nicht, sondern versteckte Möglichkeiten, im Internet Methoden und Spuren zu finden, die auch realistische Folgen haben.

Zu einer Fundgrube gehören auch die Finder. Wenn sie nichts damit anfangen können, gehen sie weiter. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Kürzlich sprach ich mit einem Einwanderer, der auf seinem Gebiet sehr fleißig ist. Andere Traditionen seiner Heimat interessieren ihn aber gar nicht. Schade, wenn er dabei etwas Gutes verpasst, aber so ist sein Leben.

Nicht gut ist es, wenn wichtige Führungsplätze von dominierenden Signalfiguren, knurrenden Leitwölfen mit sehr begrenzten Kenntnissen versperrt werden. Dann liegen krumme Dinger griffbereit, die in die Mottenkisten gehören.

Und die Welt hat noch viel mehr zu bieten, aus den unterschiedlichsten Perspektiven und Denkmethoden. Da gibt es ganz andere Schatzkammern, die noch Niemand auf der ganzen Welt kennt. Oft lohnt sich das auch gar nicht oder bringt viele Dummheiten zum Vorschein. Aber auch im Sport ist das Beste nur eine Zwischenstation, auf der es weitergehen kann.

Puccinis „Butterfly“ gehört zu den alten Kassenschlagern, aber man kann auch daraus etwas Neues machen. Eine spanische Produktion bietet gute Sänger, und statt der Dekorationen werden bühnenfüllende Projektionen verwendet. An sich ist das keine große Leistung, aber es kommt dabei auf die Auswahl an. Handlung: Der amerikanische Marine-Kapitän Pinkerton, vom Kriegsschiff „Lincoln“, besorgt sich auf dem Heiratsmarkt in Nagasaki eine Ehefrau, der er auch vorsingt: „Auf der ganzen Welt sind die Yankees unterwegs.“ Sie heiratet ihn sofort, aber er bleibt nur eine einzige Nacht, heiratet dann im fernen Amerika und kommt erst Jahre später kurz zurück, mit seiner neuen Ehefrau. Butterfly hat trotzdem auf ihn gewartet, aber vergeblich. Sie hat sich einfach darauf verlassen, aber das war von Anfang an falsch, eine Machtphantasie vom Anklammern und Festhalten und bringt kein Glück. Doch der erste Akt endet noch mit einer traditionellen Hochzeit, feiernden Gästen und einem großen Liebes-Duett, das vom „weiten Weltall“ handelt. Eine buddhistische Idee von der endgültigen Auflösung im Universum. Dazu verändert sich das gesamte Hintergrundbild. Aus einem rosarot blühenden japanischen Kirschgarten werden die steilen Gipfel eines vorbeiziehenden Hochgebirges. Und dann geht es noch höher hinauf. Mitten in eine sternenfunkelnde Galaxie. Musik und Bilder passen gut zusammen und vertiefen sich.

Hier kann man das anschauen (150 Minuten) :

https://www.youtube.com/watch?v=IYrbdiee9SU

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