Andechs und Benediktbeuern

10.7.2021. Das Klosten Andechs ist 9 Kilometer von Herrsching am Ammersee entfernt. Zu Fuß eine abwechslungsreiche Naturwanderung. Am Ziel ein Biergarten mit großer Besucherterrasse, dazu ein Kloster mit Wallfahrtskirche. Drinnen ist das Grab von Carl Orff, der die Carmina Burana (Bauernlieder) komponierte, nach mittelalterlichen Texten, die 1803  am Alpenrand gefunden wurden, in Benediktbeuern. Als Besucher in Andechs ist man weit weg vom Großstadtrummel, selbst, wenn der Ort gut besucht ist. Die Lage auf dem Heiligen Berg ergibt einen weiten Ausblick auf die ländliche Umgebung. Die wenigen Gebäude erhöhen die nachdenkliche Stimmung. Friedlich ging es hier auch nicht immer zu. Am 14.2.2015 schrieb ich: „Anselm Bilgri hat viele Jahre als Cellerar das Kloster wirtschaftlich geleitet und für zusätzliche Einnahmen gesorgt. Doch als der alte Abt Odilo Lechner in den Ruhestand ging, wählten die Mönche nicht  Bilgrim zu seinem Nachfolger, sondern den jungen Johannes Eckert. Interne Streitigkeiten folgten, teilweise sogar vor einem weltlichen Gericht. Am Ende zog der gute Pater Anselm von dannen und arbeitete ab 2003 als Wirtschaftsberater in München, immer im Einklang mit seiner geistlichen Herkunft.“

45 Kilometer von Andechs entfernt ist Benediktbeuern. Dort werden im Kloster die Originale der am Anfang erwähnten Carmina Burana (Bauernlieder) aufbewahr. Von dort ist es nicht mehr weit zum Hochgebirge der Alpen und zum Walchensee, mit dem bekannten Ausflugsziel „Herzogstand“. Dazu gibt es hier auch schon Beiträge:

https://luft.mind-panorama.de/?s=herzogstand+&x=13&y=7 

All das ist aus Büchern und Filmen gut bekannt. Trotzdem ist der persönliche Eindruck vor Ort, nicht zu übertreffen, auch nicht die Menge an Einzelheiten. Je mehr man sieht, desto mehr Wissenslücken öffnen sich. Eine Aufgabe, die niemals ein Ende findet, dazu die Farben, Ziele und der Gedankenaustausch. Den findet man zwar überall, aber nicht in einer derart starken Größenordnung. Die Beschränkung auf eine Auswahl ist unvermeidlich, aber dann kann sie auch gezielt sein und Hauptsachen hervorheben. Daraus ergeben sich Regeln und Erkenntnisse. Nur Geschichten zu hören, kann ermüdend sein. Wenn aber starke Außenbilder sich im Inneren spiegeln, während man sie anschaut, landen sie im Gedächntnis oder sinken noch tiefer hinab, in das Unterbewusstsein. Dort schlafen sie nur, werden aber durch die richtigen Signale aktiv, in der Steuerzentrale der Alltagshandlungen.

Die großen Denker und die Phantasie der Künstler schaffen eigene Welten, die nur ein Ausschnitt der Realität sind. Verbindet sich Beides, dann kann ein neues Universum entstehen. Nicht im Weltraum, aber in den Gedanken. Verwerten lässt sich davon nicht Alles, aber viel mehr als bisher.

Ein hervorragendes Beispiel dafür ist die Verfilmung der „Carmina Burana“.  Regisseur Jean-Pierre Ponnelle gelang damit 1975 ein großes Panorama des Alltagslebens im Mittelalter (63 Minuten) :

https://www.youtube.com/watch?v=Gj-tBVq61as

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