Aprilscherze

1.4.2021. Manche Traditionen verschwinden einfach. Zum Beispiel der Aprilscherz. Am Ersten dieses Monats musste Jeder damit rechnen, Gegenstand eines Streichs zu werden. Harmlose Scherze. Besuche wurden angekündigt, die nie eintrafen. Geschichten erzählt, hinter denen Nichts steckte. Das gibt es kaum noch, weil die Auswahl viel größer geworden ist und das ganze Jahr stattfindet. Natürlich mit englischen Stichwörtern: Fakes oder Hoaxes. Die sind gar nicht lustig gemeint, sondern geistern elektronisch durch die Welt, sollen Ärger auslösen oder Krisen anheizen. Aber die Technik ist auch bekannt, also kann man den Verursachern auf die Spur kommen. Meistens lohnt sich das gar nicht, weil es Dummheiten sind. Nicht nur junge Leute können das, aber die älteren sehen es als Zeitverschwendung. Wer damit auffällt und Schaden angerichtet hat, muss dafür zahlen und saftige Strafen zahlen. Und schon ist man mittendrin im Riesenland der Computerkriminalität.

Fälle dafür kennt Jeder. Andere kann man sich denken. Und wenn es ganz ernst ist, greift Europol ein. Oder Interpol. Früher kommunizierten die mit Telefonen und Papierbriefen. Das ist längst vorbei. Die Technik hat ganz neue Welten geschaffen, aber sie ist immer noch nicht genau und schnell genug. Hier werden oft Beispiele dafür genannt, aber keine persönlichen Namen, wegen des Datenschutzes und der garantierten Privatsphäre. Aber sämtliche Informations-Medien sind voll davon., von den Zeitungen bis zu den Sozialen Netzwerken, deren bösartige Nebenwirkungen erstaunlicherweise unterschätzt werden. Wer zur Verschlüsselung der eigenen Person das Programmm Tor benutzt, verschwindet tatsächlich hinter Tausenden von Computern, die ständig ihren Absender wechseln, die IP-Nummer. Technisch wurde das bisher noch nie geknackt. Und darauf sind Viele hereingefallen. Wer solche Programme benutzt, hinterlässt auch andere Spuren. Sie verraten seine Interessen, seine privaten Bekannten. Aus dem Inhalt der Aktivitäten lassen sich Rüvkschlüsse ziehen auf den geographischnen Standort, auf Lieblingsthemen und angebotene Geldmengen oder Waren. Es gibt noch viel mehr Wegweiser und Alarmsignale. Wenn man Jemand damit genau identifiziert hat, bricht manchmal Panik aus. Oder Aggressionen. Je mehr Gründe dafür existieren, umso kräftiger wird dieses Echo. Die Methode funktioniert auch ohne Technik. Zur Zeit kann man sie nicht in öffentlichen Wirtshäusern benutzen, aber die sind am besten dafür geeignet. Wortfetzen, kleine Stichworte lösen Gespräche aus, und dann läuft die Maschine vollautomatisch. Das ist längst kein Geheimnis mehr. Aber erstaunlicherweise noch, für viele Profis, die ungelöste Fälle aufklären sollen. Und sogar für die Verursacher.

Das kann man zwar gut finden, aber die Nachteile sind größer. Die Verdunkelungsrate steigt, die Aufkläungsquote stürzt ab. Es kostet viel Zeit und Geld, das zu ändern, aber auf den gewaltigen Kosten bleiben am Ende die Verursacher hängen. Das sollte auch Jeder wissen. Um konkrete Fakten zu erfahren, reichen allgemein zugängliche Suchmaschinen, zum Beispiel mit den Stichwörtern „Wirecard“ und „Open Lux“. Sehr beliebt ist seit zwei Wochen der „Masken-Skandal“. Dabei wurden medizinische Masken von bekannten Politikern an Ministerien vermitteln die dafür zahlten. Die Fakten sind bekannt, aber interessant ist der Mechanismus, der hier funktionierte. Wiederholen muss man das nicht, aber es hat geklappt.

Und damit öffnet sich ein Riesentor. Ein tiefer Abgrund. Jeder kann hineinschauen. Solche Vulkankrater können geschlossen werden. Die peinlichen Mienen der Beteiligten und ihre Ausreden beweisen das. Denn noch mehr Aufsehen will Keiner. Immerhin ist es die soziale Creme de la Creme, die vornehmste Spitze der Gesellschaft, die besonders diskret arbeitet und auf keinen Fall im hellen Licht da stehen will. Scheinwerfer entwickeln heutzutagen nicht mehr so viel Hitze, aber können äußerst unerwünscht sein, bei denen, die sonst jeden Tag, im hellen Licht, sich mit weit offenen Armen, geschwätzig sich dem Publikum zuwenden. Weil die Leute diesmal nicht applaudieren.

Morgen ist Karfreitag. Am Kreuz starb ein einzelner Mensch. Aber seine Gedanken haben sich in der ganzen Welt ausgebreitet. So ist es auch in vielen anderen Fällen. Spannend an historischen Daten und Fakten ist es, wie viele Denker ermordet wurden, die später starke Erneuerungen durchgesetzt haben.

So kann man auch die Bedeutung dieses Feiertags ganz anders verstehen. Es ist der musikalische Höhepunkt von Richard Wagners letztem Werk, „Parsifal“. Hier hört man ihn, mit dem Bild einer Morgendämmerung im Hochgebirge, vor dem eine alte Steintreppe in ein großes Gebäude führt:.

https://www.youtube.com/watch?v=DTVQoUs8aWI

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