Asahina

23.10.2021. Takashi Asahina (1908 – 2001)  war ein japanischer Dirigent. Er  gründete 1947 das   Osaka Philharmonic Orchestra und leitete es als Chefdirigent bis zu seinem Tode. Seinen ersten internationalen Auftritt als Dirigent hatte er 1956 mit den Berliner Philharmonikern. Nach einem Treffen mit Wilhelm Furtwängler in den 1950er Jahren entwickelte er eine lebenslange Nähe zur Musik von Anton Bruckner, dessen komplette Sinfonien er mehrmals aufnahm. Der Asteroid   Asahina wurde nach ihm benannt.

Bruckners siebte Sinfonie entstand 1883. Als er vom Tod Richard Wagners in Venedig erfuhr, schrieb er zum langsamen zweiten Satz: „Trauermusik zum Tod des hoch seligen Meisters.“ Aber traurig ist daran gar nichts. Es ist eine Hymne auf die Ewigkeit. Am 22.5.1872 war Bruckner Ehrengast bei der Grundsteinlegung des Festspielhauses und besuchte den Komponisten selbst. Der suchte sich die dritte Sinfonie des Gastes aus, für eine  persönliche Widmung und zeigte ihm das Grab im Garten, „Dort werde ich einmal liegen.“ Dann bekam Bruckner ein Glas Bier nach dem anderen angeboten, so dass er am nächsten Morgen noch einmal auftauchte und ganz verwirrt, ratlos nach der von ihm vergessenen Widmung fragte.

Hört man Bruckners Siebte Sinfonie, unter der Leitung von Asahina, vermeidet er  jedes heftige Trompeten-Geschmetter und macht das Mysterium dieser Musik lebendig. Das Geheimnisvolle, das sich  präzise beschreiben lässt, aber dabei leicht auch seine Substanz verliert, wenn man die „Gesetze der Mystik“ nicht kennt :

https://luft.mind-panorama.de/?s=gesetze+der+mystik&x=12&y=12 

Der Dirigent ist in Europa nicht besonders gut bekannt. Als er   1947 sein japanisches Orchester gründete, gehörte zur jahrhundertelangen Tradition seines Landes auch der Buddhismus. Die innerliche Verwandlung des Menschen, der so lange wieder neu geboren wird, bis er rein geworden ist und sich wieder auflöst im Weltall, aus dem er gekommen ist.  Ganz einfach, ohne materiellen oder finanziellen Lärm. So  klingt das auch, wenn man Asahina hört und sein Denken versteht, 1992, mit Bruckners siebter Sinfonie:

https://www.youtube.com/watch?v=2vJx1qivjPg

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