Auftauender Schnee 1991

29.1.2022. Erinnerungen werden noch lebendiger, wenn sie durch Fotos oder Kommentare ergänzt werden. Was in Jahr 1991 alles war, ist längst vergessen, aber auch alte Kinofilme wirken manchmal so, als wären sie erst gestern entstanden. Sogar die ganz alten. Was vor hundert Jahren gedreht wurde, kann auch heute noch ein Meisterwerk sein. Und der Höhepunkt war vor sechzig Jahren, als die Technik Bilder bewegte, die besonders breit und bunt waren, dazu eine Musik, die sich damals an monumentalen Wagnerklängen orientierte. Handlungen und Dialoge, die Spitzenleistungen zeigten, entweder der Realität ganz nahe kamen oder eine Phantasie entfesselten, die noch ganz ohne Computertricks auskommen musste. Wer das privat nachmachen wollte, hatte schon verloren. Aber es blieb noch genug, das einen persönlichen Wert hatte, der im Lauf der Jahrzehnte nicht verblasste. Zum Beispiel ein Privatfilm von Rothenburg aus dem Winter 1991. Schon vor einem Jahr, am 19.12.20, habe ich dazu einen Artikel geschrieben über „Rothenburg im Winter“ :

https://luft.mind-panorama.de/rothenburg-im-winter/

Zitat: „Rothenburg im Winter. Das war auch vor dreißig Jahren sehr beliebt. Im Dezember 1991 habe ich das zum ersten Mal gesehen. Dick verschneite, romantische Fachwerkhäuser. Ganz kalt, aber tagsüber voller Besucher, vor Allem aus Japan, die morgens in großen Reisebussen kamen und gegen 19.00 Uhr fast Alle wieder verschwanden, zum nächsten Ziel ihrer Europareise, zu der immer auch, im sehenswerten Alpenvorland, das Märchenschloss Neuschwanstein gehörte, das Hollywoods Walt Disney im amerikanischen Orlando, in einer Zuckerbäcker-Kitsch-Version wieder aufbaute, als verfremdete Kopie, im „Disneyland“, einer Attraktion für ganz Nordamerika.“

Abends waren die vielen Tagesgäste in Rothenburg meist weiter gereist. Freie Hotelzimmer und Plätze in Wirtshäusern waren dann kein Problem, zu bescheidenen Preisen. Zur Zeit ist auch der weltweite Reiseverkehr gedämpft, allen Mitwirkenden fehlen wichtige Einnahmen. In Rothenburg saß eines Abends ein Einheimischer am Nebentisch. Nur ein Satz blieb im Gedächtnis: „Die Stadt ist schön anzuschauen, aber ein Problem, wenn man dauernd hier lebt.“ Das ist schade, passiert aber im Augenblick auf der ganzen Welt.

Manchmal gibt es Nebenquellen für das Geld. Industriefabriken, Universitäten. Aber am Ende bleibt Vieles liegen, weil gespart werden muss. Das geschieht auch auf krummen Wegen, wenn die Millionen in Taschen landen, wo sie nicht hingehören. Beruflich musste ich manchmal dabei zuschauen, weil die Beteiligten einfach machten, was sie wollten und beste Beziehungen hatten. Aber heute ist das alles Vergangenheit.

Alte Bilder kommen und gehen, ständig sind neue Arbeitskräfte auf dem Markt, dessen beste Plätze immer weniger werden. Auf diese Situation kann man hinweisen, ändern müssen das Andere. Man kann sich auch wundern, warum das nicht immer geschieht, weil die Fakten allgemein bekannt sind. Für Informationen gibt es in Zukunft hoch empfindliche Netzwerke, deren Stärke darin besteht, dass sie sich an die Universalgesetze halten.

Und noch stärker ist gar nichts, auch wenn es manchmal so scheint. Ein Hauptmotiv in der Weltliteratur war immer die universale Gerechtigkeit. Sie gilt in allen Staaten, auch wenn die amtlichen Gesetzbücher eine ganz andere Musik spielen. Zur Zeit ganz oft hört man von „Verstößen gegen die Menschenrechte“, zum Beispiel beim „Recht auf körperliche Selbstbestimmung und Unverletzlichkeit“. Dazu gehört auch noch der Begriff „unantastbare Menschenwürde“, der dem Staat alle Übergriffe verbietet, auch Gesetze, die das nicht beachten. Die Meinungsfreiheit garantiert einen freien Zugang zu allen offenen Quellen, also auch zum Internet. Wer sich das nicht leisten kann, muss die finanzielle Unterstützung vom Staat bekommen, auch in Gefängnissen.

Für eine Hand voll Dollar“ heißt ein klassischer Cowboyfilm, der demonstriert, was man für Geld alles machen kann. Das war immer schon möglich, aber jetzt fällt es immer schneller auf. Ein hohes Risiko sind dabei Mitwirkende, die als „Whistleblower“ aktiv sind. Sie pfeifen nachts im dunklen Wald, wenn es besonders finster ist. Tatsächlich speichern sie geheime Informationen, die dann anonym, ohne Absender bei solchen  Empfängern landen, die gern zugreifen und dann Ermittler in Marsch setzen. Die konkreten Fälle wurden hier schon öfter genannt, man findet sie mit jeder Suchmaschine und allen Einzelheiten. Schlecht ist es, wenn zusätzlich sich auch noch andere Augen einschalten, deren Beruf es ist oder die sich gern in Lokalen herumtreiben, wo Jeder zuhören kann. Ich bin viele Jahre lang gern an Orten gewesen, wo sich die Menschen treffen.

Die Aufmerksamkeit hat sich längst ganz anderen Themen zugewandt, aber es ist keine Ausnahme, wenn besonders lautes Gelächter eigentlich durch eiskalte Schauer auf dem Rücken ersetzt werden müsste. Das ist keine Zukunftsprognose, sondern unvermeidlich, auch für alle, die eigentlich nur zuschauen wollen. Informationen sind keine leblose Ware, sondern ein allgemeines Markenzeichen, nicht nur für dieses Jahr.

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