Babylon heute

4.2.2022. In der Zahlenmystik, der Numerologie, ist die Ziffer Drei ein heiliges Zeichen. Sie steht für die Trinitas, die gemeinsame Kraft von Vater, Sohn und universaler Energie. Ein Tryptichon ist der Altar in mittelalterlichen Kathedralen, der aus drei Teilen besteht, mit dem Höhepunkt in der Mitte. Die Wagnerwerke bestehen aus jeweils drei Frühwerken und drei Spätwerken, in der Mitte ist das Hauptwerk, der vierteilige „Ring des Nibelungen“, eine Allegorie über den Anfang und das Ende der Welt. Es handelt von dem irdischen Alleinherrscher Wotan im Machtrausch. Er schneidet einen Ast aus der heiligen Weltesche, dem Fundament der Erde. Danach gelingt ihm gar nichts mehr. Alle seine Projekte platzen. Sein Zeichen der Macht ist ein verfluchter goldener Ring, der aus dem Urelement Wasser, dem Rhein, gestohlen wurde und am Ende dorthin zurückkehrt, gereinigt und bereit, in einer ganz neuen Welt eine wichtige Rolle zu spielen. Die Sündenliste der Beteiligten ist grenzenlos, und sie wird sogar immer länger. Das passt zur aktuellen Gegenwart, aber man darf die uralten Symbole nicht modernisieren, sondern  kann sie so gestalten, dass sie ihre Wirkung nicht verlieren und in Alltagsbanalitäten verdampfen, wie zu heiß gekochtes Wasser.

Wenn man eine alte Uhr in die Hand nimmt, die einen eigenen Wert hat, greift niemand zu einem Farbpinsel oder Hammer, um sie noch schöner zu machen. Das kann eine Weltanschauung sein und hat auch so lange seine Berechtigung, bis es spürbaren Schaden anrichtet, die Rechte anderer Menschen bedroht oder zertrampelt. Leider war das ein Alltagsbild in den letzten Jahren. Das Gelächter wurde einfach zu laut. 1979 gab es in Paris eine sehenswerte Aufführung von Verdis „Nabucco“, über deren Filmaufzeichnung ich am 26.11.21 berichtet habe.

https://luft.mind-panorama.de/nabucco-1979-in-paris/

Zitat: „„Nabucco (Nebukadnezar) will sich der Handlung der Oper nach selbst zu Gott machen. Er wird daraufhin mit Wahnsinn geschlagen und erst durch die Bekehrung zum Gott der Hebräer geheilt.“

Der innerlich gereinigte Nebukdnezar führt sein Volk aus der Babylonischen Gefangenschaft. Wikipedia: „So wird eine Epoche der jüdischen Geschichte bezeichnet. Sie beginnt 597 v. Chr. mit der ersten Eroberung Jerusalems und des Königreiches Juda durch den babylonischen König Nebukadnezar II. und dauert bis zur Eroberung Babylons 539 v. Chr. durch den Perserkönig Kyros II.

Schon lange vorher kam es zum Exodus. Wikipedia: „Die Erzählung beginnt mit der Geburt Moses und beschreibt aufkeimende Konflikte zwischen Israeliten und Ägyptern. Der Auszug wird den Israeliten erst gestattet, nachdem Ägypten von den Zehn Plagen heimgesucht wurde. Er führt durch das Schilfmeer, dessen Durchzug als wunderbares Handeln Gottes beschrieben wird, und weiter in die Wüste des Sinai, wo Gott am Berg Sinai Moses die Zehn Gebote offenbart.“ Moses soll schon zur Zeit des Pharaos Merenptah, also 1.300 Jahre vor Chr., gelebt haben.

Zur Person von Moses gab es hier am 31.1.22 den Artikel „Moses, der Ägypter“ :

https://luft.mind-panorama.de/moses-der-aegypter/

Zitat: „„In seiner Zusammenfassung über die Entstehung des Monotheismus schreibt Freud, es gebe bei der Masse der Menschen ein starkes Bedürfnis nach einer Autorität, die man bewundern kann, der man sich beugt, von der man beherrscht, eventuell sogar misshandelt wird. Dies sei die Sehnsucht nach dem Vater, die Jeder  seit seiner Kindheit in sich trage. Freud beklagte, dass Christus zu dessen Lebzeiten nicht als Messias anerkannt wurde, sondern wegen Gotteslästerung am Kreuz starb. Den Schluss des Buchs habe ich noch gar nicht gelesen, aber er enthält vermutlich eine gedankliche Lebensbilanz von Freud, also wartet eine Neu-Entdeckung von Gedanken, in diesem Fall sehr erwünscht.

Eine Prognose ist trotzdem möglich, wenn man Freuds anderes Schriften gut kennt. Er nennt die Erbsünde, ein unerledigtes Problem. Das ist die Vertreibung der Menschen aus dem Paradies, für immer, weil sie den Verboten Gottes nicht gehorchten. Auch andere Quellen bestätigen, dass Freud in Christus, die große Chance sah, dass die Menschen sich wieder mit Gott versöhnten. Diese Gelegenheit wurde nicht ernst genommen, aber sie gilt weiter, unabhängig von allen Konfessionen, Religionen und Glaubensgemeinschaften. Dazu gibt es hier das Kapitel „Die Gesetze der Mystik“, mit 85 eigenen Artikeln. Und alle aktuellen Erfahrungen sprechen dafür. Die wichtigsten Weltprobleme sind zu lösen, die Methoden dafür werden hier immer wieder offen erklärt, auch die Ursachen. Mit dem Hinweis, dass es ein Paradies auf der Erde niemals geben kann, aber jeder Schritt in diese Richtung auch eine Stufe ist, die näher zum Ziel führt.

Die „Kirchenfenster“ von Ottorino Respighi (1879 – 1936) regen auch dafür die Inspiration an:

https://www.youtube.com/watch?v=2cPqxY0Bs58

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