Caroline und Esther

30.3.2021. Jugendeindrücke können sehr stark sein, wenn sie zum ersten Mal ablaufen. Später gewöhnt man sich daran. Esther Ofarim, Jahrgang 1941, brachte 1967 einige Studio-Aufnahmen unter dem Titel „Songs der Welt“ heraus. In mehreren Sprachen fand sie einen Ausdruck, der alle Feinheiten besonders stark wiedergab. Das war der Beginn einer großen Plattensammlung. Vor zwanzig Jahren trat sie noch zwei Mal in München auf. Viele Videos mit ihr kann man im Internet anschauen. Das Meiste spielt sich auf der Höhe dessen ab, was Maria Callas (1923 – 1977) im Reich der Oper leistete: Eine Stimme mit einer herausragenden Bandbreite, die auch die Texte noch mehr vertiefte.

Bei beiden Sängerinnen beherrschte auch das lebhafte Privatleben die Schlagzeilen. Heute undenkbar, denn ein Musterprozess reichte. Caroline von Monaco erstritt mit Rechtsanwälten, durch eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, am 24.6.2004, dass durch die Veröffentlichung von Privatfotos das Recht auf Achtung ihres Privatlebens (Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention) schwer verletzt worden sei. Daraus ergab sich der Anspruch auf hohe Geldforderungen, weil die Garantie der Privatsphäre vorsätzlich missachtet worden war.

Natürlich gilt das nicht nur für Prominente wie Caroline von Monaco. Vor dem Gesetz sind Alle gleich. Deshalb ist es erstaunlich, dass nicht nur in den Grosstädten, Smartphones ständig für Straftaten missbraucht werden, auch bei der Verbreitung im Internet. Denn die Verursacher können ja selbst dabei ins Visier geraten, auch mit ganz anderen Aktivitäten, die sich rasch herumsprechen und ständig viel Gesprächsstoff, für ihre exklusive Stammlokale, auf Hochtouren bringen. Drumherum sind unvermeidliche Begleiter: Hinterlistige Lügen und Verleumdungen, auch verboten.

Warum muss man überhaupt davon sprechen? Eigentlich lernt jedes Kind, was verboten ist. Aber wenn Jemand gut aussieht, jung ist und auffallen will, um berühmt zu werden, kommt er auf solche Ideen. Das ist wie ein Bumerang, der gegen eine magische Wand geschossen wird und direkt, mit voller Kraft, zum Absender zurück fliegt. Es ist ja nicht ärgerlich, darüber nachzudenken. Übrig bleibt nur Ratlosigkeit, weil die Folgen doch sehr unangenehm sind. Für Madame Caroline reichte ein einziger Musterprozess, um einen sauberen Tisch zu bekommen. Mit der gleichen Methode lassen sich auch alle anderen extremen Fälle, die Beleidigungen und Drohungen in den Sozialen Netzwerken, beenden. Noch gechieht das nicht oft, aber auch das wird sich ändern.

Mir ist das zu langweilig. Man kann die Zeit viel besser mit anderen Themen nutzen. Aber ein Hinweis darauf ist nicht falsch, damit auch die Hauptbetroffenen informiert sind.

Ein Lied von Esther Ofarim ist besonders hörenswert: 1967 sang sie „Raziella“, im neapolitanischen Dialekt, an einem Mittelmerstrand:

https://www.youtube.com/watch?v=W2qD5rwJg0o

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